Die zwei kommunalen Kindergärten in Spraitbach sind im nächsten Kiga-Jahr fast vollständig ausgelastet. Die Prognose zeigt einen eindeutigen Trend.
Stand: 20.07.2026, 14:00 Uhr
Von: Christian Nick

Die zwei kommunalen Kindergärten in Spraitbach sind im nächsten Kiga-Jahr fast vollständig ausgelastet. Die Prognose zeigt einen eindeutigen Trend.
Spraitbach. In Ruppertshofen wurde der örtliche Naturkindergarten jüngst dichtgemacht, in Iggingen werden sich die Gemeinderäte bald mit der Frage beschäftigen, wie die dortige Einrichtung langfristig erhalten werden soll und kann: Nach langen Jahren, in denen die Gemeindeverwaltungen angesichts hoher Geburtenraten und Flüchtlingszahlen landauf, landab Mühe hatten, jedem berechtigten Kind einen Platz in Kindergarten oder Kita anbieten zu können, verkehrt sich die Lage mittlerweile zunehmend ins Gegenteil.
Scheitel scheint erreichtIn Spraitbach jedoch sieht sich Bürgermeister Johannes Schurr "gut aufgestellt". Denn: "Wir haben in alle Richtungen Möglichkeiten, dass unsere Einrichtungen atmen können." Besagte Einrichtungen: Davon existieren in der 3400-Einwohner-Kommune bekanntlich zwei in kommunaler Trägerschaft. Nämlich der Kindergarten "Wirbelwind", welcher derzeit für rund drei Millionen Euro umfassend saniert wird, und die Natur-Kita "Bucheckerle". Die Kleinkindbetreuung der "Sonnenkäfer" wird in Kooperation mit dem Eltern-Kind-Zentrum "Wippidu "aus Schwäbisch Gmünd angeboten und ist seit 2025 im Erweiterungsbau am Kohlsportplatz angesiedelt.
Während die U3-Betreuung mit zwei von drei Gruppen noch Reserven hat, gibt's in Spraitbach mittlerweile insgesamt sieben Gruppen für Kids im Alter über drei Jahre. So auch im kommenden Kiga-Jahr, das im September starten wird. Erst im Juni hat man bei den "Bucheckerle" eine zweite Gruppe in Betrieb genommen. "Für das Kindergartenjahr 2026/27 wird nach derzeitiger Prognose der Höchststand der zu betreuenden Kinder erreicht", informierte die Ortsverwaltung bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats in der entsprechenden Beschlussvorlage.
Wo ist noch Platz?Heißt: Auch in Spraitbach geht die Zahl geborener Kinder zurück. Erblickten 2020/21 noch 58 Neubürger das Licht der Welt, waren es 2024/25 nurmehr 26 – und jüngst lediglich 19. Die Anzahl anspruchsberechtigter Kids wird laut Prognose von 165 im kommenden Kiga-Jahr auf nur 133 im Folgejahr sowie 115 für den Zeitraum 2028/29 absinken. Schwankungen sind natürlich aufgrund von Umzügen der Eltern und Kiga-Kids von außerhalb möglich – aber die Tendenz ist eindeutig.
Insgesamt 168 KindergartenplätzeInsgesamt 168 Kiga-Plätze kann die Gemeindeverwaltung 2026/27 anbieten – davon sind jedoch zwölf bereits sogenannte Notplätze, auf die zurückgegriffen werden kann, falls es Engpässe gibt. Mit einem prognostizierten Bedarf von 165 – und einer realen Anmeldezahl von 155, wobei die endgültigen Daten zum Zeitpunkt der Prognose noch nicht vollständig waren – bewegt man sich gegenwärtig also noch an der Kapazitätsgrenze. Speziell im "Wirbelwind" ist der Platz aktuell knapp. Aber der Höhepunkt ist erreicht – und Entspannung nahe.
Gebühren steigen – Nachfrage nach Ganztagsbetreuung auch Auch in Spraitbach müssen Eltern ab September für die Betreuung ihrer Kids tiefer in die Tasche greifen: Einstimmig beschlossen die Räte bei ihrer jüngsten Tagung, sich dabei – wie vielerorts auch – an den Empfehlungen der kommunalen Spitzenverbände zu orientieren. Heißt: Im nächsten Kiga-Jahr steigen die entsprechenden Gebühren um 4,5 Prozent, im Folgejahr dann um weitere vier Prozent.
Die Zahl für die schulische Ganztagsbetreuung angemeldeter Kids ist seit 2024 in Spraitbach bereits deutlich von 50 auf knapp 70 gestiegen. Jene Entwicklung wird sich laut Gemeindeverwaltung fortsetzen. Da die U3-Institution der "Sonnenkäfer" nun in die Kohlsporthalle gezogen ist, wird die Ganztagsbetreuung in den dadurch freigewordenen Räumlichkeiten in der Grundschule stattfinden – allerdings erst, wenn die Sanierung des Kigas "Wirbelwind" abgeschlossen sein wird.
Von Christian Nick
Natur-Kita ist beliebtEine Änderung gibt es beim Prozedere für Eltern und Kinder von außerhalb: In den Kindergarten-Jahren 2026/27 und 2027/28 können sich auswärtige Eltern nicht mehr darauf verlassen, dass ihren Kids – wie es noch in den Vorjahren üblich war – automatisch ein Platz in einer der Spraitbacher Einrichtungen garantiert wird. Vielmehr soll unter Berücksichtigung der jeweiligen Belegungssituation "im Einzelfall" entschieden werden.
Prognostisch rechnet die Verwaltung damit, dass in näherer Zukunft die Nachfrage im örtlichen Naturkindergarten sogar noch wachsen wird. Mit dem Bau einer weiteren Schutzhütte und der Einrichtung der zweiten Gruppe ist dem Bedarf jedoch ausreichend Raum gegeben worden.