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Die Millennial-Generation ist gespalten: Die über 35-Jährigen bewegen sich auf Wohlstand im Boomer-Stil zu, alle fallen anderen weiter zurück

Дата публикации: 01-08-2026 05:19:00

Wohneigentum spaltet die Millennials: Warum frühe Käufer Vermögen aufbauen und viele Jüngere trotz guter Einkommen Mieter bleiben.

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Wer früh eine Immobilie kaufte, baut Vermögen auf. Wer heute einsteigen will, scheitert oft am Eigenkapital. Neue Daten zeigen die wachsende Kluft unter Millennials.

Das Wichtigste in Kürze:

  • In den USA besitzen nur 22 Prozent der Erwachsenen unter 35 selbst Wohneigentum.
  • In Deutschland verfügten 2023 lediglich sieben Prozent der Haushalte, deren älteste Person jünger als 35 war, über ein selbst genutztes Eigenheim.
  • Die Eigentumsquote deutscher Haushalte unter 50 sank zwischen 2011 und 2021 von 34,5 auf 30,4 Prozent. Bei den über 50-Jährigen stieg sie von 52,4 auf 56,6 Prozent.
  • In Deutschland verfügten Mieterhaushalte 2023 im Median über ein Nettovermögen von 18.300 Euro. Eigentümerhaushalte kamen auf mindestens 379.900 Euro.
Millennials: Wer früh gekauft hat, zieht davon

Für viele jüngere Menschen in Deutschland bleibt das Eigenheim außer Reichweite. Besonders deutlich zeigt sich das bei Haushalten unter 35 Jahren: Ihr mittleres Nettovermögen lag 2023 bei lediglich 17.300 Euro. Rund elf Prozent dieser Haushalte hatten sogar mehr Schulden als Vermögen.

Wer dagegen bereits eine Wohnung oder ein Haus besitzt, hat einen entscheidenden Vorsprung. Eigentümer zahlen mit jeder Kreditrate nicht nur ihre Schulden zurück, sondern bauen gleichzeitig Vermögen auf.

Steigt der Wert der Immobilie, wächst dieses Vermögen zusätzlich. Eigentümer müssen aber einen großen Teil ihres Geldes in die Immobilie stecken und bauen durch die Tilgung automatisch Vermögen auf.

Mieter sind da flexibler: Sie können selbst entscheiden, ob und wo sie sparen. Legen sie das Geld, das Eigentümer für Kreditzinsen und andere Kosten ausgeben, erfolgreich etwa in Aktien an, könnten sie am Ende sogar mehr Vermögen besitzen. Aber es birgt für Mieter auch die Gefahr, dass sie Geld für den Konsum verwenden und dadurch nicht so viel Vermögen aufbauen wie ein Eigentümer. 

Kaufzeitpunkt entscheidet über finanzielle Entwicklung einer Generation

Wie groß die Kluft inzwischen ist, zeigen Daten der Deutschen Bundesbank. Mieterhaushalte verfügten in Deutschland 2023 im Median über ein Nettovermögen von 18.300 Euro. Eigentümerhaushalte mit laufendem Immobilienkredit kamen auf 379.900 Euro. War die Immobilie bereits abbezahlt, lag das mittlere Vermögen sogar bei 450.200 Euro.

Damit entscheidet der Zeitpunkt des Kaufs zunehmend über die finanzielle Entwicklung einer ganzen Generation. Ältere Millennials, die vor dem starken Preisanstieg der vergangenen Jahre gekauft haben, profitieren heute häufig von höheren Immobilienwerten. Jüngere Millennials müssen dagegen mit hohen Kaufpreisen, gestiegenen Finanzierungskosten und strengeren Eigenkapitalanforderungen umgehen.

Familie spielt eine wichtige Rolle

Auch die Familie spielt eine wichtige Rolle. Nach einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung haben Kinder aus Eigentümerhaushalten weiterhin deutlich bessere Chancen auf eine eigene Immobilie.

Eltern können Eigenkapital beisteuern, eine Bürgschaft übernehmen oder später Vermögen vererben. Wer diese Unterstützung nicht erhält, muss den Einstieg vollständig aus dem eigenen Einkommen finanzieren.

Zwar hat sich die rechnerische Erschwinglichkeit von Wohneigentum nach Berechnungen von Interhyp und dem Institut der deutschen Wirtschaft bis April 2025 wieder etwas verbessert. Doch davon profitieren Käufer regional sehr unterschiedlich.

In manchen ländlichen Kreisen ist der Erwerb für Durchschnittsverdiener noch erreichbar. In München und anderen teuren Großstädten scheitert der Kauf dagegen oft selbst bei guten Einkommen am notwendigen Eigenkapital.

Auch in den USA wächst die Eigentumslücke

In den USA zeigt die Untersuchung der Federal Reserve Bank of Minneapolis, wie stark herkömmliche Statistiken die Lage junger Menschen beschönigen können. Während die klassische Eigentumsquote für unter 35-Jährige im Jahr 2024 bei 37 Prozent lag, kamen die Forschenden bei einer personenbezogenen Berechnung nur auf 22 Prozent.

So werden die Eigentumsquoten berechnet

USA: Die Federal Reserve Bank of Minneapolis zählt nicht nur Haushalte, sondern jede erwachsene Person einzeln. Als Eigentümer gilt nur, wer selbst ganz oder teilweise an einer Immobilie beteiligt ist. Erwachsene Kinder oder Partner, die lediglich im Eigenheim eines Angehörigen leben, zählen nicht mit.

Deutschland: Die Statistiken erfassen meist ganze Haushalte. Ein Haushalt gilt als Eigentümerhaushalt, wenn er in einer eigenen Immobilie lebt. Ob alle Erwachsenen darin tatsächlich Miteigentümer sind, bleibt offen.

Die Werte aus Deutschland und den USA lassen sich deshalb nur eingeschränkt direkt vergleichen.

Der Unterschied entsteht vor allem deshalb, weil viele junge Erwachsene im Haus ihrer Eltern oder ihres Partners leben, ohne selbst Eigentümer zu sein. Landesweit betrifft das 13,9 Prozent aller Erwachsenen. Neun Prozent leben sogar als volljährige Kinder im Eigenheim ihrer Eltern.

Eigentumserwerb verschiebt sich weiter nach hinten

Besonders auffällig ist die langfristige Entwicklung. Nach Angaben der Minneapolis Fed besaßen 2006 noch rund 20 Prozent der 25-Jährigen selbst Wohneigentum. Nach der Finanzkrise fiel dieser Anteil bis 2015 auf zwölf Prozent. Bis 2024 erholte er sich nur auf 14 Prozent.

Der Eigentumserwerb verschiebt sich damit immer weiter nach hinten. Studienautor Erik Hembre warnt zwar davor, die jüngere Generation vorschnell abzuschreiben:

„Die Mehrheit der Menschen wird irgendwann Eigentümer.“

Die Daten zeigen aber, dass dieses „irgendwann“ deutlich später eintritt als früher.

Ältere US-Millennials entfernen sich finanziell von den jüngeren

Gleichzeitig entfernen sich ältere Millennials finanziell von den jüngeren. Nach Angaben der National Association of Realtors sank der Anteil der Erstkäufer am US-Immobilienmarkt 2026 auf 21 Prozent – den niedrigsten erfassten Wert. Ältere Millennials zählen dagegen inzwischen zu den einkommensstärksten Käufergruppen und nutzen häufig bereits vorhandenes Eigenkapital für den nächsten Kauf.

Laut den von „Fortune“ ausgewerteten Daten stieg das gesamte Nettovermögen der Millennials zwischen 2019 und Ende 2024 von 3,94 Billionen auf 15,95 Billionen Dollar. Rund 2,5 Billionen Dollar dieses Zuwachses gingen auf höhere Immobilienwerte zurück. Davon profitierten jedoch vor allem jene, die bereits vor dem starken Preisanstieg gekauft hatten.

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