Einer Auswertung des Reiseportals PiNCAMP zufolge sind die Preise für Camping dieses Jahr wieder angestiegen. Besonders im Mittelmeerraum müssen Camper mehr zahlen.
Einer Auswertung des Reiseportals PiNCAMP zufolge sind die Preise für Camping dieses Jahr wieder angestiegen. Besonders im Mittelmeerraum müssen Camper mehr zahlen.
Campingurlaub gilt für viele Familien noch immer als vergleichsweise günstige Alternative zu Hotel, Ferienhaus oder Pauschalreise. Doch auch auf europäischen Campingplätzen ziehen die Preise weiter an. Besonders teuer wird es in der kommenden Hochsaison in beliebten Mittelmeerregionen. Das zeigt die aktuelle Preisanalyse 2026 von PiNCAMP, dem Campingportal des ADAC.
Im Durchschnitt zahlen Familien in Europa in der Sommer-Hochsaison 49 Euro pro Nacht für einen Campingaufenthalt. Grundlage der Berechnung ist der Gesamtpreis pro Nacht für zwei Erwachsene und ein Kind bis zehn Jahre, inklusive Standplatz für ein Wohnmobil oder einen Wohnwagen mit Zugfahrzeug. Zeltplätze wurden in der Analyse nicht berücksichtigt. Ausgewertet wurden laut PiNCAMP die Preisangaben von rund 2300 Campingplätzen in wichtigen Urlaubsländern deutscher Camper.
Im Vergleich zum Vorjahr steigen die Campingpreise europaweit durchschnittlich um sieben Prozent. Damit bleibt Camping zwar in vielen Ländern günstiger als andere Urlaubsformen. Von einem durchgehend billigen Urlaub kann aber längst nicht mehr überall die Rede sein.
Besonders auffällig ist die Entwicklung in Kroatien. Dort kostet eine Nacht auf dem Campingplatz in der Hochsaison inzwischen durchschnittlich 73 Euro. Damit ist Kroatien laut PiNCAMP das teuerste der ausgewerteten Länder und liegt sogar deutlich vor der Schweiz. Dort zahlen Camper im Schnitt 61 Euro pro Nacht. Auch Italien gehört mit 63 Euro zu den teureren Campingdestinationen Europas.
Der frühere Ruf Kroatiens als vergleichsweise günstiges Urlaubsland bekommt damit weitere Risse. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Campingpreise dort laut Analyse um zwölf Prozent. Noch stärker war der Anstieg nur in Spanien, wo die Preise um 15 Prozent zulegten. In Spanien kostet die Nacht in der Hochsaison mittlerweile durchschnittlich 58 Euro.
PiNCAMP-Geschäftsführer Uwe Frers erklärt die Unterschiede unter anderem mit der hohen Nachfrage in klassischen Urlaubsländern. „Besonders in stark nachgefragten Mittelmeerländern trifft eine hohe internationale Nachfrage auf begrenzte Kapazitäten – entsprechend höher ist dort das Preisniveau“, sagt Frers.
Noch deutlicher werden die Preisunterschiede im Luxussegment. PiNCAMP hat dafür Campingplätze mit fünf Sternen betrachtet, also sogenannte „ADAC Superplätze“. Diese Plätze bieten besonders hohe Ausstattung und Servicequalität. Während eine Übernachtung auf einem Fünf-Sterne-Campingplatz in Deutschland im Schnitt 57 Euro kostet, liegen die Preise in beliebten Urlaubsländern erheblich höher.
Wer also nicht nur einen einfachen Stellplatz sucht, sondern Poolanlagen, Gastronomie, Komfortsanitär, Animation oder direkte Strandlage erwartet, muss in vielen Ländern deutlich mehr einplanen als in Deutschland.
Auch die Lage des Campingplatzes spielt eine große Rolle. Besonders Plätze direkt am Meer sind in Europa oft deutlich teurer als vergleichbare Anlagen im Binnenland.
Laut PiNCAMP liegen Küstenplätze europaweit im Schnitt 36 Prozent über dem Preisniveau im Inland.
Deutschland bildet hier eine Ausnahme. Campingplätze an der Küste kosten laut Analyse im Schnitt nur rund ein Prozent mehr als vergleichbare Plätze im Inland. Für deutsche Camper kann das ein Vorteil sein, wenn sie Urlaub am Meer machen möchten, ohne dafür einen besonders hohen Lageaufschlag zu zahlen.
Die Analyse zeigt aber auch: Wer flexibel ist, kann beim Camping weiterhin deutlich sparen. Der wichtigste Hebel ist die Reisezeit. In der Nebensaison liegen die Preise europaweit im Durchschnitt rund 29 Prozent unter dem Niveau der Hochsaison. Besonders groß ist das Sparpotenzial ausgerechnet in den teuren Sommerdestinationen.
In Kroatien beträgt die durchschnittliche Ersparnis in der Nebensaison laut PiNCAMP 38,55 Euro pro Nacht. Das entspricht einem Preisrückgang von rund 52,65 Prozent gegenüber der Hochsaison. Auch in Italien können Camper außerhalb der Hauptreisezeit deutlich sparen. Dort liegt die durchschnittliche Ersparnis bei 24,08 Euro pro Nacht beziehungsweise 38,41 Prozent. In Spanien sind es 22,01 Euro oder 38,01 Prozent.
Für Familien mit schulpflichtigen Kindern ist das allerdings nur eingeschränkt nutzbar, weil sie häufig auf die Sommerferien angewiesen sind. Wer aber nicht an Ferienzeiten gebunden ist, kann durch eine Reise im Mai, Juni, September oder Oktober viel Geld sparen. Gerade in Südeuropa ist das Wetter dann oft noch oder bereits wieder campingfreundlich.
Ein zweiter Spartipp betrifft die Lage. Plätze direkt am Meer sind besonders begehrt und entsprechend teuer. Wer bereit ist, einige Kilometer ins Binnenland auszuweichen, findet häufig deutlich günstigere Angebote. Das gilt besonders in Ländern wie Kroatien, Frankreich oder Spanien, wo der Preisaufschlag für Küstennähe besonders hoch ausfällt.
Drittens lohnt sich ein genauer Blick auf die Ausstattung. Nicht jede Familie braucht einen Fünf-Sterne-Platz mit Wasserpark, Restaurant, Animation und großem Freizeitangebot. Einfachere Campingplätze können deutlich günstiger sein, besonders wenn Reisende ohnehin viel unterwegs sind und den Platz vor allem zum Übernachten nutzen.
Viertens sollten Camper frühzeitig vergleichen und nicht nur nach dem Grundpreis schauen. Je nach Platz können Zusatzkosten für Strom, Hunde, weitere Personen, Reservierung, Kurtaxe oder bestimmte Stellplatzkategorien anfallen. Erst der Gesamtpreis zeigt, ob ein Angebot wirklich günstig ist.