Kroatien wird teurer: Hohe Preise schrecken Urlauber ab. Hotels und Vermieter reagieren mit Rabatten und Last-Minute-Angeboten.
Kroatien verliert seinen Ruf als günstiges Urlaubsziel. Steigende Preise schrecken Gäste ab – nun reagieren Hotels und Vermieter mit Rabatten.
An der kroatischen Adriaküste bleiben in der Hochsaison offenbar mehr Liegestühle frei als in früheren Jahren. Wie das österreichische Nachrichtenportal Blick berichtet, reagieren Reisende zunehmend empfindlich auf gestiegene Kosten für Hotels, Restaurants und Freizeitangebote.
Das Wichtigste im Überblick:
Laut Blick rechnet die kroatische Nationalbank 2026 mit einer Inflationsrate von 4,4 Prozent. Zuvor habe sie bei 3,7 Prozent gelegen. Für touristische Betriebe steigen damit unter anderem die Ausgaben für Energie, Lebensmittel und Personal. Viele Unternehmen geben diese Mehrkosten an ihre Kundschaft weiter.
Zusätzlichen Auftrieb erhielten die Preise nach Einschätzung von Marktbeobachtern durch die Einführung des Euro Anfang 2023. Einige Anbieter nutzten die Währungsumstellung dem Bericht zufolge für deutliche Preisanpassungen. Nach Angaben des kroatischen Statistikamtes verteuerten sich touristische Leistungen zwischen 2015 und 2024 insgesamt um rund 70 Prozent.
Besonders auffällig ist die unterschiedliche Wahrnehmung der Gäste. Der kroatische Fernsehsender HRT berichtet, dass Erstbesucher das Preisniveau häufig akzeptierten. Wiederkehrende Urlauber reagierten dagegen kritischer, weil sie die aktuellen Kosten mit früheren Aufenthalten vergleichen könnten.
Bereits im Sommer 2025 sorgten Berichte über sieben Euro für einen Cappuccino oder bis zu 80 Euro für einen Liegestuhl in Dubrovnik für Diskussionen.
Hotels und private Vermieter versuchen nun, freie Kapazitäten mit Last-Minute-Angeboten und Preisnachlässen zu füllen. Ein vergleichbarer Wettbewerb findet in Dubai statt. Dort belasteten neben der saisonal schwachen Sommernachfrage auch die Folgen des Konflikts im Nahen Osten das Geschäft.
Sascha Zupan, Geschäftsführer des Reiseveranstalters Kompas Travel, sagte gegenüber Blick, die Auslastung der Hotels in Dubai liege derzeit nur bei rund 30 bis 50 Prozent des Vorjahresniveaus. Von einem solchen Rückgang ist Kroatien noch entfernt. Die Rabatte zeigen jedoch, dass auch an der Adria die Zahlungsbereitschaft der Gäste Grenzen hat.