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3 Dinge, die mich bei meiner ersten Kreuzfahrt überrascht haben

Дата публикации: 26-03-2026 14:45:00

Von Kreuzfahrten hatte unsere Autorin ein klares Bild im Kopf – bis sie auf ihre erste Reise an Bord ging.

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Von Kreuzfahrten hatte unsere Autorin ein klares Bild im Kopf – bis sie auf ihre erste Reise an Bord ging.

Ich bin ehrlich: Wenn ich bisher an Kreuzfahrten dachte, hatte ich Bilder von Zwangsbespaßung an Deck, gemeinschaftlichem Betrinken und Gruppenausflügen in Touri-Fallen im Kopf. Nun nahm ich auf Einladung von NCL das erste Mal an einer Kreuzfahrt teil. Und wurde in mancher Hinsicht überrascht.

1. Die Dimensionen sind überwältigend

So ein Kreuzfahrtschiff ist riesig. Gut, der Fakt an sich hat mich nicht überrascht – immerhin müssen an Bord der "Norwegian Bliss" von NCL rund 4000 Passagiere und 1700 Mitarbeiter Platz haben. Doch wenn man dann vor dem 20 Deck hohen Schiff steht, ist das selbst für mich als ehemalige New Yorkerin, die Wolkenkratzer gewöhnt ist, beeindruckend. 

Und auch im Inneren des Schiffes merkt man schnell, mit welcher Größenordnung man es zu tun hat, wenn man die vielen Fahrstühle, die langen Gänge und Vielzahl der Kabinen sieht. Auch beim Versuch, eine Reservierung für eines der Specialty-Restaurants zu machen, wird klar: Man ist hier nicht allein unterwegs. Erfahrene "Cruiser" haben sich darum direkt nach Buchen ihrer Reise - nicht so wie ich erst beim Antritt - gekümmert.

So ein riesiger Betrieb braucht natürlich eine gute Organisation. Beim Backstage-Rundgang bekomme ich einen Einblick darin, wie die Crew es schafft, tausende von Menschen eine Woche bei Laune zu halten und zu versorgen, ohne dass alles im Chaos versinkt: Alles ist genau durchgeplant und durchgetaktet. Wenn Plan B nicht greift, gibt es Plan C. 

1000 Pfund Bacon pro Tag

So erfährt unsere Gruppe aus Journalisten und interessierten Passagieren beispielsweise, dass Fleisch vorab für die ganze Woche eingekauft werden muss (es darf nach amerikanischem Gesetz nicht im Ausland aufgestockt werden) und gefroren gelagert wird. 700 bis 1000 Pfund Bacon allein werden hier täglich verarbeitet, man kann sich also vorstellen, wie viel Fleisch in den Kühlräumen lagert. 

Andere Lebensmittel wie Obst und Gemüse werden unterwegs nachgekauft – alles einzulagern wäre vermutlich auch schwierig, kommen pro Woche allein etwa 45.000 Pfund frisches Obst auf die Tische. In der Wäscherei ein ähnliches Bild: Tausende Laken, Uniformen, Handtücher und mehr werden von den Crew-Mitgliedern mithilfe riesiger Maschinen gewaschen, getrocknet und gefaltet. Das Schiff, ein riesiger Apparat aus vielen kleinen Betrieben, von denen man als Passagier aber in der Regel nur einen Bruchteil zu sehen bekommt.

2. Vom Festland sieht man weniger als gedacht

Apropos: Von Mexiko, unserem Zielland, bekomme ich bei dieser Reise etwas weniger zu sehen, als ich gedacht hätte. Ja, mir war von vorne herein klar, dass nur 2,5 der sieben Tage der Reise an Land verbracht werden, das geht auch aus der Route hervor. Ich habe allerdings unterschätzt, wie viel Zeit zu Beginn des Hafentages noch für Frühstück, Verlassen des Schiffes und Transfer aus den Häfen beziehungsweise vom Ankerplatz drauf geht. Auch muss man mindestens eine Stunde, bevor das Schiff ablegt, wieder an Bord sein. So bleiben jeweils nur einige Stunden in den Destinationen. 

Ich bekomme zwar einen Eindruck, aber tatsächlich lerne ich das Land vermutlich weniger gut kennen, als wenn ich eine Woche an Ort wohnen würde – statt bei drei Stops drei Städte zu besuchen. 

Die Abstecher an Land fühlen sich wie Kostproben an

Das hat Vor- und Nachteile, wie ich feststelle. Nachteil für mich, die es gewöhnt ist, längere Zeit an einem Urlaubsort zu verbringen, dort die Menschen, Restaurants, Bars, Strände und zumindest im Ansatz auch die Kultur etwas besser kennenzulernen, fühlen sich diese Abstecher wie Kostproben an. 

Klar, wir lernen bei der Altstadtführung durch Puerto Vallarta viel über die Geschichte der Stadt. Der anschließende Ausflug ins malerische Tal zum mexikanischen Kochkurs ist idyllisch, entspannend und ich als begeisterte Köchin freue mich, jetzt zu wissen, wie man authentische Salsa und Guacamole zubereitet (Tipp: die kleingeschnippelten Zwiebeln einige Minuten in Limettensaft marinieren, das macht sie weicher und sie schmecken besser). Auch beim Sightseeing und einer Folklore-Show in Mazatlan bekomme ich viele Eindrücke. In Cabo, wo wir  den kürzesten Halt machen, verbringe ich meine Zeit fast ausschließlich am Hafen und am Strand. 

Das "Häppchen-Reiseprinzip"

Aber hier wird mir auch der Vorteil des "Häppchen-Reiseprinzips" klar. Durch die Kostproben, die ich bekommen habe, sehe ich, welche Seiten des Landes mir besonders gut gefallen und ich beschließe, dass ich nach Cabo auf jeden Fall noch einmal zurückkehren möchte – ganz klassisch dann für eine Woche mindestens, um länger in die Kultur hier einzutauchen. 

Da mir Cabo vorher vor allem als Party-Stadt bekannt war, hätte ich das vermutlich ohne den kurzen Vorgeschmack im Rahmen der Kreuzfahrt gar nicht in Erwägung gezogen. So haben mich die traumhaften Strände hier und die Landschaft drumherum, die ich zumindest von weitem sehe, auf den Cabo-Geschmack gebracht.

3. An Bord gibt es keine Zwangsbespaßung - aber viel zu entdecken

Wenig Zeit an Land ergibt im Umkehrschluss: viel Zeit an Bord. Mehr, als ich gedacht hätte. Ich hatte vor dieser Reise nämlich den Eindruck, man macht eine Kreuzfahrt vor allem, um an ein Ziel zu kommen. Unterwegs merke ich aber, dass hier eher der Weg das Ziel ist, wie man so schön sagt. 

Auch wenn ich nicht wie manch einer an Bord komplett auf Landgang verzichten würde, muss ich doch sagen, dass ich mich auch an den Seetagen keineswegs gelangweilt, oder – noch schlimmer – zwangsbespaßt gefühlt habe. 

Ja, es gibt auch hier die Animateure. Sozusagen. An Deck werden morgens Gruppen-Fitnesskurse angeboten, zu denen man sich anmelden kann. Unter Deck kann man sich am Quiz beteiligen. Aber eben auch eine Comedy-Show oder ein Musical besuchen. Zum Wine- oder Whisky-Tasting gehen. Im "Mandara Spa"-Bereich entspannen. In einem der der 27 Restaurants und Bars essen gehen oder einen Cocktail trinken. Auf der Schiff-eigenen Go-Kartbahn, der"Bliss Speedway"-Kartbahn, ein paar schnelle Runden drehen. Oder einfach auch nur im Stateroom einen Film schauen beziehungsweise den Blick vom Balkon genießen, wenn man wie ich ein Zimmer mit einem solchen hat. 

Eigentlich war das mein Plan gewesen: Hier sämtliche Abende damit zu verbringen, die Sterne anzuschauen, während unten das Meer rauscht. Doch am Ende habe ich das an nur zwei Abenden tatsächlich gemacht. Zu viel Anderes gab es zu erleben. So eine Kreuzfahrt, sie ist eben für viele Überraschungen gut.

Anmerkung der Redaktion: Die Reise fand auf Einladung von Norwegian Cruise Lines statt. FOCUS online ist nicht zu einer Berichterstattung verpflichtet.

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