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Nahost-Krise: Reiseanbieter sagen Osterurlaube ab

Дата публикации: 18-03-2026 15:43:00

Der Iran-Krieg trifft nun auch die Osterferien. Reiseveranstalter wie Tui und Alltours stornieren massenhaft Urlaube bis in den April. Diese Fristen gelten jetzt.

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Der Iran-Krieg hat nun auch massive Auswirkungen auf die nahenden Osterferien. Immer mehr Reiseveranstalter ziehen die Reißleine und weiten ihre Absagen sowie Storno-Fristen bis in den April aus. Das müssen Urlauber jetzt wissen.

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Was der Konflikt für geplante Pauschalreisen bedeutet

Grundsätzlich gilt für Pauschalreisen ein hohes Maß an Absicherung. Wenn eine Reise aufgrund unvermeidbarer und außergewöhnlicher Umstände wie kriegerischer Handlungen oder Luftraumsperrungen am Zielort erheblich beeinträchtigt wird, greifen spezielle Schutzmechanismen des Reiserechts. Ob Ihre Reise wie geplant stattfindet, hängt momentan stark von der operativen Situation der Airlines und den behördlichen Vorgaben ab.

Ein allgemeiner Anspruch auf eine kostenfreie Stornierung aus reiner Sorge besteht jedoch nicht. Rechtlich ausschlaggebend für einen kostenfreien Rücktritt ist, ob am Urlaubsort tatsächlich unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände vorliegen, die die Durchführung der Reise oder die Beförderung dorthin erheblich beeinträchtigen. Eine offizielle Reisewarnung des Auswärtigen Amts ist dafür in der Praxis das wichtigste Indiz, aber nicht die einzig zwingende Voraussetzung.

Sollte Ihr Veranstalter die Reise von sich aus absagen, erhalten Sie den vollen Reisepreis zurück. Wer erst in einigen Wochen oder Monaten verreist, sollte vorerst Ruhe bewahren. Eine belastbare Prognose ist derzeit unmöglich und vorsorgliche Stornierungen sind nicht selten mit Stornokosten verbunden.

So reagieren die großen Reiseveranstalter aktuell

Das Reiseportal HolidayCheck, über das auch viele FOCUS-online-Leser buchen, steht als Vermittler im engen Austausch mit den Leistungsträgern. Auf einer speziellen Informationsseite bündelt das Unternehmen die Updates der Veranstalter für betroffene Gäste. Da die Lage dynamisch ist, kontaktieren die Anbieter betroffene Urlauber meist direkt. Hier der aktuelle Stand:

  • Alltours: Reisen in den Nahen Osten mit Anreise bis einschließlich 23. März 2026 sind komplett abgesagt. Wer zwischen dem 24. und 31. März anreist (bzw. einen Umstieg im Nahen Osten hat), wird direkt von Alltours kontaktiert und kann gebührenfrei umbuchen oder kostenlos stornieren.
  • Anex-Gruppe (Anex Tour, Bucher, Neckermann, Öger Tours): Reisen in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), nach Katar und in den Oman mit Anreise bis einschließlich 27. März 2026 werden aktiv abgesagt. Gebührenfreie Umbuchungen (auch für Umstiegsverbindungen in diesen Gebieten) sind für Anreisen bis zum 7. April 2026 möglich.
  • Capital Holidays und Etihad Holidays: Die kostenfreie Stornierung für alle Reisen in die VAE und den Oman sowie für alle Zwischenlandungen in den VAE, dem Oman, Katar und Bahrain wurde bis zum 31. März 2026 verlängert.
  • Coral Travel / Ferien Touristik: Pauschalreisen in die betroffenen Gebiete und alle Reisen mit Transit über die Golfstaaten sind bis einschließlich 23. März 2026 abgesagt. Bei Anreisen zwischen dem 24. und 31. März sind Umbuchungen in die VAE, nach Katar und in den Oman gebührenfrei. Bei reinen Hotelbuchungen werden Kunden gebeten, sich per E-Mail an den Service zu wenden (service@coraltravel.de).
  • DER Touristik (ITS, Jahn Reisen, Meiers Weltreisen): Der Veranstalter sagt alle Reisen in Gebiete mit einer aktuellen Reisewarnung bis einschließlich 27. März 2026 ab. Umbuchungen für Anreisen bis zum 7. April 2026 (VAE, Katar, Bahrain, Jordanien, Oman, Saudi-Arabien) sind gebührenfrei. Für Flugreisen mit betroffenen Drehkreuzverbindungen wurde die Frist für kostenfreie Umbuchungen auf den 27. März verlängert.
  • Eurowings Holidays: Pauschalreisen nach Dubai und Abu Dhabi mit Anreise bis einschließlich 31. März 2026 werden proaktiv und kostenfrei storniert.
  • Falk Travel: Der Veranstalter hat vorsorglich sämtliche Flugreisen in den Nahen Osten nun bis einschließlich 20. März 2026 abgesagt. Reisen in die VAE mit Anreise bis zum 31. März 2026 können umgebucht werden (ausgenommen sind Dynamik-Reisen und Flüge ohne Umbuchungsoption).
  • HolidayCheck Reisen: Alle eigenen Pauschalreisen in die VAE sowie in den Oman für Anreisen bis einschließlich 21. März 2026 sind kostenfrei abgesagt.
  • LMX: Alle Pauschalreisen in Gebiete mit Reisewarnung können für Anreisen bis zum 20. März 2026 kostenlos storniert werden.
  • Schauinsland Reisen: Wie der Veranstalter offiziell bestätigt, wurden sämtliche Reisen in die VAE und in den Oman sowie Pauschal- und Nur-Flug-Reisen mit Zwischenlandung in der Golfregion bis einschließlich 31. März 2026 komplett abgesagt.
  • SPICA Travel (SIT): Alle Reisen in die VAE mit Anreise bis einschließlich 20. März 2026 werden storniert. Gebührenfreie Umbuchungen auf andere Zielgebiete sind für Anreisen bis zum 31. März möglich (ausgenommen dynamisch paketierte Buchungen).
  • Tui / Ltur: Der Branchenprimus streicht Reisen in die VAE, nach Katar, Bahrain, Jordanien, Oman, Saudi-Arabien und Kuwait sowie sämtliche Umstiegsverbindungen in der Region für alle Anreisen bis einschließlich 7. April 2026 (Israel sogar bis 30. April). Kunden können gebührenfrei stornieren oder umbuchen. Wichtig: Wer nicht aktiv umbucht, dessen Reise wird spätestens nach dem 21. März von Tui automatisch storniert.
  • Vtours: Pauschalreisen in die VAE, nach Katar und in den Oman mit Anreise bis einschließlich 27. März 2026 sind nun abgesagt. Gäste mit Anreisen bis zum 31. März (auch bei Umstiegsverbindungen) werden ab sofort direkt per E-Mail vom Veranstalter über ihre individuellen Storno- und Umbuchungskonditionen informiert.

Wichtiger Hinweis für Reisende: Maßgeblich sind immer die offiziellen Mitteilungen des jeweiligen Veranstalters, Änderungen sind aufgrund der dynamischen Lage jederzeit möglich.

Flugchaos in Nahost: Drehkreuze laufen nur eingeschränkt

Nicht nur klassische Hotelurlauber sind betroffen. Auch wer eine Flugreise mit Zwischenstopp im Nahen und Mittleren Osten (zum Beispiel in Dubai, Abu Dhabi oder Doha) gebucht hat, spürt die Auswirkungen deutlich. Die Sperrung diverser Lufträume zwingt Airlines zu massiven Umwegen oder direkten Flugstreichungen.

Nach Drohnenangriffen nehmen Airlines wie Emirates den Betrieb zwar schrittweise wieder auf, der Flugplan bleibt jedoch stark reduziert. Passagiere werden derzeit oft nur befördert, wenn ihr Anschlussflug garantiert stattfindet. Mehr zum Flugchaos in Nahost erfahren Sie in unserem separaten Artikel "Evakuierung und Störungen: Das müssen Reisende jetzt wissen".

Trotz Krise: Urlauber weichen auf das Mittelmeer aus

Ungeachtet der gewaltigen Storno-Welle durch die Reiseanbieter lassen sich viele Menschen nicht abschrecken. Aktuelle Daten der Plattform HolidayCheck belegen: Deutsche Urlauber halten überwiegend an ihren Reiseplänen fest. Statt komplett auf die Auszeit im Ausland zu verzichten, findet schlichtweg eine Umverteilung statt. Während Ziele wie Ägypten aktuell eher gemieden werden, profitieren klassische Mittelmeer-Destinationen wie Spanien, Italien oder die Türkei von einer anhaltend starken Nachfrage.

Wichtige Notfall-Tipps für Urlauber vor Ort:
  • Fahren Sie nicht eigenmächtig zum Flughafen, sondern warten Sie auf ausdrückliche Aufforderungen Ihrer Airline oder Ihres Veranstalters.
  • Nutzen Sie die App "Sicher Reisen" des Auswärtigen Amts für verifizierte, offizielle Warnungen.
  • Tragen Sie sich umgehend in die Krisenvorsorgeliste ELEFAND des Auswärtigen Amts ein, um in Notfällen direkte Informationen und Evakuierungshilfen zu erhalten.

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