Die deutsche Tour-Hoffnung Florian Lipowitz hat auf der zehnten Etappe eine große Chance vertan. Schuld ist das Team, findet Experte Robert Bengsch.
Die deutsche Tour-Hoffnung Florian Lipowitz hat auf der zehnten Etappe eine große Chance vertan. Schuld ist das Team, findet Experte Robert Bengsch.
„Ich kriege da ein bisschen Puls, wenn ich das höre und sehe“, tobt Eurosport-Experte Robert Bengsch. Zuvor hatte die deutsche Tour-Hoffnung Florian Lipowitz über die Teamtaktik auf der zehnten Etappe der Tour de France gesprochen.
„Ich habe gehört, dass zu Remco (Evenepoel) hinten die Lücke aufging“, erklärte Lipowitz im Etappenziel über seinen Co-Kapitän beim deutschen Radsportteam Bora Red Bull-Bora-hansgrohe. „Dann blieb mir natürlich nichts anderes übrig als zu warten und zu hoffen, dass er wieder zurückkommt. Das hat er geschafft und den zweiten Platz gemacht, was mich natürlich sehr freut.“
Das stößt bei Bengsch böse auf. Denn: Lipowitz hatte eine „Riesenchance, um Del Toro Zeit mitzugeben“.
Isaac Del Toro brach auf dem Schlussanstieg von Aurillac nach Le Lioran ein. Der Mexikaner belegte vor Etappenstart Platz drei im Gesamtklassement, hinter dem abermals überragenden Gelb-Träger Tadej Pogacar und Top-Verfolger Jonas Vingegaard.
Statt diese Situation auszunutzen, musste Lipowitz offenbar auf seinen strauchelnden Teamkollegen warten und verzichtete im Verfolgerfeld um Vingegaard, Paul Seixas und dem Lidl-Trek-Duo Juan Ayuso und Mattias Skjelmose auf Führungsarbeit.
Evenepoel konnte sich zurückkämpfen und wurde am Ende hinter dem enteilten Pogacar Zweiter. Damit sammelte der Belgier wertvolle Zeit-Boni. Anders als Lipowitz, der hinter dem französischen Youngster Seixas nur Vierter wurde.
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Man habe heute zum zweiten Mal bei der diesjährigen Tour gesehen, dass Lipowitz stärker als Evenepoel ist, so Bengsch bei Eurosport. Dass das Team dennoch weiterhin auf eine Doppelspitze setzt, könne er nicht nachvollziehen.
Teamchef Ralph Denk steht wegen der umstrittenen Doppelspitze in der Kritik. Er verteidigte nach der Etappe die Entscheidung: „Die Lücke zu Pogacar hätten wir dann nicht mehr schließen können. Wir wollen uns beide Optionen offenhalten und die beste Möglichkeit zur Unterstützung für Florian war es dann, am Hinterrad zu bleiben.“
Zwar konnte Lipowitz Del Toro im Gesamtklassement überholen, der große Sprung blieb allerdings aus. Der Deutsche belegt nach zehn Etappen Platz sechs mit 4:44 Minuten Rückstand auf Pogacar, auf den nun drittplatzierten Co-Kapitän Evenepoel sind es 38 Sekunden.
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