GoPro kämpft ums Überleben. Steigende Kosten durch den weltweiten KI-Boom setzen die einstige Kultmarke massiv unter Druck. Jetzt warnt der Actioncam-Hersteller vor einer möglichen Insolvenz.
Schwere See für GoPro: Der Actioncam-Hersteller kämpft ums Überleben und sucht nach einem finanziellen Rettungsring.
Foto: COMPUTER BILD (KI generiert)
GoPro kämpft ums Überleben. Steigende Kosten durch den weltweiten KI-Boom setzen die einstige Kultmarke massiv unter Druck. Jetzt warnt der Actioncam-Hersteller vor einer möglichen Insolvenz.
Über Jahre hinweg begleiteten Actioncams von GoPro
Abenteuer, Urlaubsreisen und Extremsport rund um den Globus. Doch ausgerechnet der Pionier dieses Marktes steckt in einer schweren Krise. Sinkende Umsätze, hohe Verluste und explodierende Produktionskosten haben das US-Unternehmen in Schwierigkeiten gebracht. Die aktuelle Finanzlage wirft ernsthafte Fragen zur Zukunft der einstigen Kultmarke auf.
GoPro hat im ersten Quartal 2026 erhebliche Zweifel an der eigenen Zukunft angemeldet. Der Umsatz brach im Vergleich zum Vorjahr um 26 Prozent ein. Gleichzeitig schrumpften die verfügbaren Geldreserven auf 50 Millionen US-Dollar (knapp 43 Millionen Euro). Bereits das Geschäftsjahr 2025 war enttäuschend verlaufen. Der Umsatz sank auf 651,5 Millionen US-Dollar (entspricht etwa 560 Millionen Euro). Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 83,3 Millionen US-Dollar (rund 72 Millionen Euro). Die finanzielle Lage verschärft sich damit weiter.
Eine zentrale Ursache für die Probleme liegt im Boom der künstlichen Intelligenz. Speicherhersteller wie Samsung und Micron konzentrieren ihre Produktionslinien zunehmend auf die besonders profitablen
HBM-Speicherchips. Diese Bausteine spielen eine Schlüsselrolle bei modernen KI-Systemen und Rechenzentren. Für Hersteller klassischer Elektronik hat diese Entwicklung zur Folge, dass Standard-Speicherchips knapp werden. So berichtet GoPro von Preissteigerungen von bis zu 115 Prozent bei wichtigen Komponenten. Dadurch steigen die
Kosten für die Produktionder Kameras drastisch.
Große Technologiekonzerne sichern sich langfristig günstige Lieferverträge und können Preisschwankungen besser abfedern. Wie
TNWberichtet, besitzt GoPro diese Verhandlungsmacht nicht. Für das Unternehmen schlagen die höheren Speicherpreise deshalb direkt auf die Gewinnmargen durch. Besonders problematisch ist, dass sich die beliebten Actionkameras meist in einem Preisbereich zwischen 300 und 500 US-Dollar (umgerechnet etwa 260 bis 430 Euro) bewegen. GoPro kann die gestiegenen Kosten nicht vollständig an die Käuferinnen und Käufer weiterreichen. Jede verkaufte Kamera bringt dadurch deutlich weniger Gewinn ein.
Um die drohende Insolvenz abzuwenden, hat das Management bereits mehrere Maßnahmen eingeleitet. So verkauft das Unternehmen Vermögenswerte, um frisches Kapital zu beschaffen. Seit April 2026 hat zudem rund ein Viertel der weltweiten Belegschaft ihren Arbeitsplatz verloren. Darüber hinaus prüft GoPro verschiedene strategische Optionen. Dazu zählen ein möglicher Verkauf des Unternehmens oder ein Zusammenschluss mit einem anderen Anbieter. Gleichzeitig sucht man nach neuen Geschäftsfeldern und spricht mit potenziellen Kunden aus dem Regierungs- und Luftfahrtbereich. Ob diese Strategie aufgeht, bleibt allerdings offen. Konkrete Großaufträge oder langfristige Zusagen liegen bislang nicht vor.
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