Die schon sehr lange anhaltende Hitze und die Dürre bringt die Landwirte in der Region in eine schwierige Situation. Das Futter für die Nutztiere wie Kühe, Schweine und Pferde wird knapp.
Je länger die Hitze andauert und der Regen auf sich warten lässt, um so schlimmer wird die Situation bei den Landwirten in der Westpfalz und dem gesamten Südwesten Deutschlands. Die Kühe zum Beispiel, die noch mindestens bis September auf den Wiesen und Weiden stehen und dort fressen sollten, finden schon jetzt kein Futter mehr, weil alles vertrocknet ist.
Die Bauern und Landwirte müssen ihren Tieren jetzt schon zusätzliches Futter geben. Futter, das eigentlich für den Winter gedacht ist. Das führt laut Jürgen Vogelsang, dem Vizepräsidenten des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd, dazu, dass das Futter für den Winter bei vielen Bauern wahrscheinlich zu knapp werden wird. Vogelgesang betreibt einen Hof in Martinshöhe in der Südwestpfalz und ist zudem der Kreisvorsitzende des Bauern- und Winzerverbandes in Kaiserslautern.
Schlimmstenfalls könnte es sogar sein, dass Landwirte einige ihre Tiere abgeben müssen, weil das Futter nicht reicht, um alle über den Winter zu bringen. Denn schon jetzt ist das Angebot, Futter zu kaufen, sehr knapp. Und wenn, dann ist es sehr teuer, was den Landwirten zusätzliche Schwierigkeiten bereitet. Baden-Württemberg hat bereits den Futternotstand ausgerufen. Laut Vogelgesang würden sich die Bauern auch über die Ländergrenzen hinweg zusammenschließen und sich gegenseitig mit Futter aushelfen, so gut es eben möglich ist.
Baden-Württemberg Vor allem fehlt Bio-Futter Dürre sorgt für Futtermangel in der Landwirtschaft: Land ruft Katastrophenfall für Ökobetriebe ausWenn dann aber noch Heuballen, also Futter für die Tiere, in Flammen aufgehen, wird die Situation richtig bedrohlich. So vor Kurzem geschehen auf einem Bauernhof in Contwig in der Südwestpfalz. Brandstiftung steht als Ursache für das Feuer im Raum. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.
Contwig "Futterverlust ist hart" So hart trifft ein Heuballenbrand einen kleinen Bauernhof in der SüdwestpfalzDie Landwirte in der Region hoffen auf die Politik. In dieser Situation sei es dringend erforderlich, so Vogelgesang, dass Steuern für Bauern gesenkt werden oder Zuschüsse für Tierfutter gewährt werden. Passiere das nicht, so die Befürchtung, stünden etliche landwirtschaftliche Betriebe über kurz oder lang vor dem Aus. Und das bedeutet für den Verbraucher: kaum noch einheimische Produkte. Keine Milch oder Fleisch mehr von Tieren aus der Region.