Wie geht Deutschland mit den Folgen des Klimawandels um? Umweltminister Schneider fordert, den Hitzeschutz zur Gemeinschaftsaufgabe von Bund, Ländern und Kommunen zu machen. Von K…
Stand: 12.08.2026 • 19:46 Uhr
Wie geht Deutschland mit den Folgen des Klimawandels um? Umweltminister Schneider fordert, den Hitzeschutz zur Gemeinschaftsaufgabe von Bund, Ländern und Kommunen zu machen.
Von Katrin Aue, ARD-Hauptstadtstudio
Eine massive Hitzewelle in Teilen Deutschlands, Waldbrände, die großen Flüsse trocknen aus. Oder, in den Worten von Bundesumweltminister Carsten Schneider: "Es ist keine Fiktion mehr, es ist keine Drohung mehr, sondern es ist real erlebbar."
Schneider meint damit die Folgen des menschengemachten Klimawandels. Aber was tun dagegen? Der SPD-Politiker wiederholt, was in den vergangenen Tagen bereits mehrfach gefordert wurde: Für Hitzeschutz sollen künftig nicht nur die Länder und Kommunen zuständig sein, sondern auch der Bund. Das ist nämlich bislang nicht der Fall.
"In vielerlei Punkten die Hände gebunden""Mir sind in vielerlei Punkten die Hände gebunden, ich kann Klimaschutzmaßnahmen oder Klimaanpassungsmaßnahmen wie Finanzierung von Klimaanlagen oder Verschattung nur unter sehr schweren Bedingungen möglich machen", kritisiert der Minister.
Damit auch der Bund sich an solchen Maßnahmen beteiligen kann, müsste das Grundgesetz geändert werden. Klimaanpassung müsste zur sogenannten Gemeinschaftsaufgabe erklärt werden. Für die kommenden Monate kündigt Schneider einen konkreten Vorschlag dafür an.
Die Grünen wären dafürIm Bundestag braucht er eine Zweidrittelmehrheit. Die Grünen wären schon mal dabei, signalisiert deren Partei-Chef Felix Banaszak. Und er sieht auch in der Finanznot der Kommunen einen Grund dafür, dass Hitzeschutz oft weit unten auf der Prioritätenliste steht: "Klimaschutz und Klimaanpassung sind sogenannte freiwillige Aufgaben. Das sind Aufgaben, die runterfallen können und im Zweifel auch runterfallen werden, wenn nicht Bund und Länder entsprechend verlässlich finanzieren", so der Grünen-Politiker.
Nicht nur die Grünen hätte Schneider dabei auf seiner Seite: Zustimmung für eine Grundgesetzänderung kommt mittlerweile auch von diversen Organisationen - etwa vom Deutschen Städtetag oder vom Sozialverband VdK.
Extremes Niedrigwasser im Rhein - mit massiven Folgen für Industrie und Handel. Binnenschiffer können den Strom kaum noch passieren.
Während Schneider in Berlin für seine Idee wirbt, kümmert sich Verkehrsminister Steffen Bilger um das Niedrigwasser vor allem an Rhein und Donau, das in Wirtschaft und Politik längst die Alarmglocken läuten lässt. Der CDU-Politiker Bilger hat sich dazu heute mit den Verkehrsministern der Länder zusammengeschaltet.
Es ist vor allem ein Austausch über die Maßnahmen, die schon beschlossen sind. Etwa die Aussetzung des Lkw-Fahrverbots an Sonntagen in immer mehr Bundesländern. Und über Maßnahmen, die noch getroffen werden könnten. Da geht es um Schiffe, die auch mit niedrigerem Wasser klarkommen. Um bessere Ablade- und Umschlags-Möglichkeiten an Binnenhäfen. Und auch ein weiteres Ausbaggern der Flüsse sei denkbar, sagt Bilger dem Sender n-tv.
Wir können damit umgehen. Das nennt man dann Klimaanpassung. Und dazu gehört für mich dann auch an einigen Stellen ein Ausbau der Wasserstraße, aber auf den ökologischen Ausgleich werden wir sehr achten.
Beim Stichwort "Ausbau der Flüsse" klingt Umweltminister Schneider allerdings sehr viel zurückhaltender: "Kurzfristig können Sie da nicht viel machen, weil es fehlt das Wasser. Und die reine Fahrrinnenvertiefung singulär oder solitär führt zu tieferer Fahrrinne, aber nicht mehr Wasser."
Es brauche einen ganzheitlichen Ansatz. Die Flüsse müssten renaturiert werden, insgesamt müsse sehr viel sparsamer mit Wasser umgegangen werden. Auch Umweltverbände sehen im Ausbaggern von Flüssen eher ein Herumdoktern an Symptomen. Der NABU etwa fordert stattdessen, Auenlandschaften wieder herzustellen und Moore und andere natürliche Wasserspeicher zu schützen.
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Info-Date am Abend: So könnten Bund und Länder für mehr Hitzeschutz sorgen ++ Rekordwerte für Deutschland-Tourismus | 0 | 10.92 | 11-08-2026 |
| 2 | FT: Германия предложила ЕС активнее работать с Россией по борьбе с изменением климата | 0 | 0 | 07-03-2021 |
| 3 | Extremhitze dürfte bleiben: Klimaforscher fordert rasche Anpassung | 0 | 15.56 | 13-07-2026 |
| 4 | Übersterblichkeit in Deutschland: Schon 800 Hitzetote vor der großen Hitzewelle | -2 | 6 | 02-07-2026 |
| 5 | Hitze trifft Ältere doppelt: Experten fordern Umdenken | 0 | 7.16 | 30-06-2026 |
| 6 | Fiebernde Gewässer - Wenn Deutschlands Seen kippen | 0 | 12.84 | 28-07-2026 |
| 7 | И.о. министра ФРГ выступил за увеличение финансирования бедных стран в области климата | 0 | 0 | 06-11-2021 |
| 8 | Ein guter Tag fürs Klima oder eine Enttäuschung? | 0 | 5 | 17-07-2026 |
| 9 | Un week-end sous forte chaleur à Bruxelles: voici les mesures mises en place | 0 | 5 | 26-06-2026 |