Russland hat Luftangriffe auf mehrere Regionen in der Ukraine verübt. Dabei starben neun Menschen. Die Ukraine hat nach eigenen Angaben eine Ölraffinerie in dem Gebiet Orenburg angegriffen. Die Entwicklungen im Ticker.
Ukraine-News
von MDR AKTUELL
Stand: 11.08.2026 22:11 Uhr
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Kremlchef Wladimir Putin erneut vorgeworfen, eine groß angelegte Mobilisierung zu planen. In seiner abendlichen Videobotschaft sagte er, die massenhafte Rekrutierung von Soldaten werde für den Herbst vorbereitet, gleich nach der Parlamentswahl im September. Er berief sich auf Geheimdienstinformationen und russische Dokumente. Bis zum Jahresende gehe es um mehrere Hunderttausend Russen und noch einmal ungefähr so viele für das nächste Jahr, behauptete er.
Selenskyjs Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen. Auch in der Vergangenheit hatte Kiew Moskau mehrfach vorgehalten, eine weitere Mobilisierung vorzubereiten, ohne dass es dazu kam. Die Frage, ob es in diesem Herbst zu einer neuen Mobilisierungswelle kommt, wird aber auch von Beobachtern viel diskutiert. Bei der großen Mobilisierungswelle im Herbst 2022 waren rund 300.000 Männer eingezogen worden. (Quelle: dpa)
Ukraine übergibt USA Vorschläge für KriegsendeDie Ukraine hat US-Unterhändlern nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj Vorschläge zur Beendigung des mehr als vierjährigen Krieges mit Russland übergeben. "Wir haben der amerikanischen Seite unsere Vorschläge übermittelt", sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Die USA könnten helfen, die ukrainische Verteidigung vor allem durch Flugabwehr zu stärken und Druck auf Russland auszuüben. Ziel sei es, dass sich Moskau auf ein Ende des Krieges vorbereite, anstatt ihn in die Länge zu ziehen. (Quelle: Reuters)
Russland lässt inhaftierten US-Bürger Gilman freiRussland hat den inhaftierten ehemaligen US-Soldaten Robert Gilman freigelassen. Präsident Wladimir Putin habe eine Begnadigung des gesundheitlich angeschlagenen 32-Jährigen aus humanitären Gründen unterzeichnet, teilten US-Regierungsvertreter mit. Ein US-Vertreter erklärte, er sei den Umständen entsprechend in guter Verfassung. Die Freilassung sei das Ergebnis intensiver Verhandlungen am Wochenende gewesen.
Der ehemalige US-Marine war im Januar 2022 in Woronesch rund 550 Kilometer südlich von Moskau festgenommen worden. Russischen Staatsmedien zufolge soll er betrunken einen Polizisten getreten haben. Sein Vater wies die Vorwürfe in einem Zeitungsbeitrag als falsch zurück. (Quelle: Reuters)
Tote und Verletzte nach russischem Angriff bei OdessaInfolge eines russischen Angriffs sind im südukrainischen Gebiet Odessa mindestens zwei Menschen getötet worden. Drei weitere seien verletzt worden, teilte der Militärgouverneur der Region, Oleh Kiper, bei Telegram mit. Ein Tanklaster mit Ölresten und ein Auto seien in Brand geraten. (Quelle: dpa)
ISW: Russland plant massiven Angriff auf KiewRussland bereitet offenbar eine großangelegte Angriffswelle gegen die Energieinfrastruktur in der ukrainischen Hauptstadt Kiew vor. Nach Angaben des Institute for the Study of War (ISW) könnte der Kreml die Angriffe in den kommenden Wochen verstärken. Ziel sei es, ukrainische Bemühungen zu erschweren, die Energieanlagen vor dem Winter besser zu schützen. Zudem wolle Russland den Mangel der Ukraine an Abfangraketen gegen ballistische Raketen ausnutzen. (Quelle: ISW)
Update: Ukraine meldet Angriff auf russische Ölraffinerie in OrskDas ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben eine Ölraffinerie in der russischen Stadt Orsk angegriffen. Ziel sei die Raffinerie Orsknefteorgsintez gewesen, teilte das Militär auf Telegram mit. "Es wurde ein Brand festgestellt, das Ausmaß der Schäden wird ermittelt." Die Raffinerie hat eine Verarbeitungskapazität von sechs Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr. Sie produziert Benzin, Diesel und Flugbenzin, Heizöl, Bitumen und andere Erdölprodukte. Orsk ist die zweitgrößte Stadt in Orenburg und ein wichtiges Industriezentrum. (Quelle: Reuters)
Update: Neun Tote nach russischen Angriffen auf UkraineBei russischen Raketen- und Bombenangriffen sind in der südostukrainischen Stadt Saporischschja dem Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge mindestens sechs Menschen getötet worden. Zuvor waren lediglich 5 Tote bekannt. Selenskyj schrieb auf Telegram, bei den nächtlichen Angriffen seien weitere 19 Menschen verletzt worden. Das russische Militär habe auch eine nordkoreanische ballistische Rakete eingesetzt. Im Gebiet Dnipropetrowsk starben nach Behördenangaben mindestens drei weitere Menschen.
Dem Verteidigungsministerium in Moskau zufolge galt der Angriff auf Saporischschja dem örtlichen Stahlwerk. Auch ein Sortierzentrum des Postunternehmens Nova Post in Kiew habe man angegriffen. Zudem sei in Kiew ein großes Lagerhaus mit etwa 50.000 Quadratmetern Fläche angegriffen worden, das als Drohnendepot gedient haben soll. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte das russische Militär Anti-Schiffsraketen des Typs Zirkon, ballistische Raketen und 120 Drohnen ein. (Quelle: dpa)
Brände nach Drohnenangriffen auf russische ÖlraffinerienIn Orsk im Gebiet Orenburg an der Grenze zu Kasachstan ist nach Meldungen in den sozialen Netzwerken nach einem Drohnenangriff eine Ölraffinerie in Brand geraten. Gouverneur Jewgeni Solnezew bestätigte lediglich, dass ein Feuer in einem Industrieobjekt nach der Attacke ausgebrochen sei. Er sagte nicht, dass es sich um eine Raffinerie gehandelt habe. Verletzte gab es demnach keine.
Von ukrainischer Seite gab es zunächst keine Angaben zu den Angriffen. Einen weiteren Brand in einer Ölraffinerie meldete die russische Staatsagentur Tass aus Komsomolsk am Amur – im äußersten Osten des Landes. Zur Ursache für das Feuer oder Drohnenangriffen in der Region gab es zunächst keine Angaben. (Quelle: dpa)
Russland: Toter nach ukrainischem Luftangriff auf WoroneschDie Ukraine hat bei neuen massiven Drohnenangriffen im russischen Hinterland Lagerhallen in Brand gesetzt. Im Gebiet Woronesch brannten Zehntausende Quadratmeter Lagerfläche, wie Gouverneur Alexander Gussew mitteilte. Bei dem Angriff sei ein 49 Jahre alter Mann tödlich verletzt worden, es gebe auch zwei Verletzte, sagte er. Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur traf es den größten russischen Online-Händler Wildberries.
Die Anlagen des Logistikzentrums seien evakuiert worden, teilte Wildberries am Morgen mit. Nach Angaben des Gouverneurs hatte es in der Nacht einen Angriff gegeben, die russische Flugabwehr habe 15 Drohnen abgeschossen. Er sagte nicht, wie viele Drohnen ihr Ziel trafen. (Quelle: dpa, Reuters)
Update: Jabloko will gegen Ausschluss von Parlamentswahl vorgehenDie russische Oppositionspartei Jabloko will gegen ihren Ausschluss von der Parlamentswahl im September Berufung einlegen. Parteichef Nikolai Rybakow erklärte, Millionen Menschen in Russland wollten "Frieden, Freiheit und eine normale Zukunft". Das Oberste Gericht hatte die Zulassung der Partei am Montag aufgehoben. (Quelle: dpa)
Video: Oppositionspartei Jabloko von Wahl in Russland ausgeschlossen (1 Min)
Bei neuen russischen Angriffen auf die Ukraine sind in Saporischschja nach Behördenangaben mindestens fünf Menschen getötet und 20 weitere verletzt worden. Nach Angaben des Militärgouverneurs Iwan Fedorow wurden in der südostukrainischen Stadt Industrieanlagen und Infrastruktur getroffen.
Auch Kiew wurde in der Nacht erneut mit ballistischen Raketen angegriffen. Dort wurde zunächst mindestens ein Verletzter gemeldet. Die ukrainische Luftwaffe warnte zudem vor russischen Raketen in Richtung weiterer Städte, darunter Charkiw, Sumy und Tschernihiw. (Quellen: Reuters, AFP, dpa)
Ukrainischer Kampfjet bei Einsatz abgestürztEin ukrainischer Kampfjet vom Typ MiG-29 ist bei einem Kampfeinsatz in der Region Odessa abgestürzt. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe geriet die Maschine beim Abfeuern einer Rakete in Brand. Der Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz retten und wurde in ein Krankenhaus gebracht.
Der Vorfall ereignete sich demnach bei einem Angriff auf russische Stellungen. Die genaue Ursache des Absturzes wird untersucht. (Quelle: Reuters)
Selenskyj: Russland bereitet Stationierung weiterer nordkoreanischer Soldaten vorRussland bereitet nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj die Stationierung weiterer nordkoreanischer Soldaten auf russischem Gebiet vor. Moskau könne den Krieg inzwischen nicht mehr ohne Unterstützung aus Nordkorea fortführen, sagte Selenskyj. Pjöngjang habe Russland zudem mit Raketen versorgt. Zuletzt hatte er erklärt, Russland habe 30.000 bis 50.000 weitere nordkoreanische Soldaten angefordert. (Quelle: AFP)
Nawalnaja: Kreml hat Angst vor russischen KriegsgegnernDie russische Oppositionspolitikerin Julia Nawalnaja wertet den Ausschluss der liberalen Partei Jabloko von der Parlamentswahl im September als Zeichen der Angst im Kreml vor Kriegsgegnern. Millionen Russen werde damit die Möglichkeit genommen, ihre Ablehnung von Präsident Wladimir Putin und dessen Krieg gegen die Ukraine zum Ausdruck zu bringen, erklärte Nawalnaja. (Quelle: dpa)
Russlands Oberstes Gericht schließt Anti-Kriegs-Partei Jabloko von Wahl ausDas Oberste Gericht Russlands hat die oppositionelle Anti-Kriegs-Partei Jabloko von der Duma-Wahl im September ausgeschlossen. Damit gab das Gericht in Moskau einer Klage der kremltreuen nationalistischen Partei "Rodina" statt. Diese wirft Jabloko vor, eine vom Westen unterstützte Bewegung zu sein. Die russische Finanzaufsicht beschuldigt sie zudem, über Dritte Gelder aus den USA und Deutschland erhalten zu haben. Jabloko fordert ein Ende des russischen Kriegs gegen die Ukraine. (Quellen: Reuters, AFP, dpa)
Die Ereignisse gestern – 10. August 2026Bei ukrainischen Drohnenangriffen auf Russland sind nach Behördenangaben mehrere Menschen getötet worden. Allein in der Teilrepublik Tatarstan kamen demnach mindestens 13 Menschen ums Leben. 48 weitere wurden verletzt. Angegriffen wurde die Industriestadt Nischnekamsk, rund 1.600 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Dort befindet sich eine bedeutende Ölraffinerie. Nach Angaben des Bürgermeisters wurden Industrieanlagen und zivile Einrichtungen getroffen.
Das russische Verteidigungsministerium meldete insgesamt 456 abgefangene ukrainische Drohnen. Die Angriffe hätten sich gegen 15 russische Regionen und die von Russland annektierte Halbinsel Krim gerichtet. In der Grenzregion Belgorod kam nach Angaben der örtlichen Behörden eine Frau ums Leben.
Bei russischen Luftangriffen auf die Ukraine wurden ebenfalls zahlreiche Menschen verletzt. In Saporischschja meldete der Militärgouverneur mindestens 13 Verletzte. Wohnhäuser wurden beschädigt und gerieten in Brand.
Video: Verletzte nach Angriff auf ukrainische Stadt Saporischschja (1 Min)
In Sumy wurden nach Angaben des ukrainischen Rettungsdienstes mindestens zehn Menschen verletzt. Mehrere Wohnhäuser, Fahrzeuge und weitere Gebäude wurden getroffen.
Video: Verletzte bei russischem Angriff auf Sumy (1 Min)
In Opischnja in der Region Poltawa wurden nach Angaben der örtlichen Behörden sämtliche Tankstellen zerstört. Auch Privathäuser wurden beschädigt. Berichte über Verletzte gab es nicht. Die russischen Angriffe auf Lagerhäuser führten nach Beobachtungen der ARD-Korrespondentin Rebecca Barth inzwischen auch in Kiew zu leeren Regalen.
Ukraine-News am Dienstag, 11. August 2026Guten Tag! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg gegen die Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Lauf des Tages.
Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern. Bei der Bewertung von Informationen sind verschiedene Quellen und eine kritische Haltung unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. Alles das berücksichtigt der MDR in seinen Berichten über den Russland-Ukraine-Krieg.
Hintergründe
Der russische Angriff auf die Ukraine
Am 24. Februar 2022 hat Russland die Ukraine überfallen. Doch die ukrainische Armee kann sich halten und konnte Gebiete zurückerobern, der Westen unterstützt sie. Aktuelle Nachrichten und Hintergründe.
Audio | MDR AKTUELL
Was tun, Herr General? – der Podcast
Krieg in Europa. Welche Strategie verfolgt die russische Armee, wie stehen die Chancen der ukrainischen Verteidiger? Einschätzungen der militärischen Lage und der Kriegsfolgen vom früheren NATO-General Erhard Bühler.
Podcast-Reihe
Putins Krieg – die Hintergründe
Russland führt Krieg gegen die Ukraine - Zerstörung, Leid und Flucht. In diesem Podcast bündeln wir Interviews und Berichte rund um den Krieg, seine Folgen für die Welt, Europa und in Deutschland.
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