Mit dem Mietenkataster soll Berlin "eine digitale Übersicht über den Mietwohnungsbestand" bekommen. Es soll ein Behördenwerkzeug sein, um gegen Mietwucher vorzugehen. Bislang gibt es dafür noch keinen Etat. Und keinen genauen Zeitplan.
Berliner Wohnungsmarkt Mietenkataster: Senat rechnet mit mehreren Jahren bis zum Regelbetrieb
Der Aufbau des Berliner Wohnungs- und Mietenkatasters wird nach Angaben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung voraussichtlich mehrere Jahre bis zum Regelbetrieb dauern.
Das geht aus der Antwort auf eine schriftliche Anfrage der Grünen-Abgeordneten Katrin Schmidberger hervor. Noch Mitte Juli hatte die Senatsverwaltung dem rbb mitgeteilt, die Datenbank solle im Laufe des Jahres 2027 starten.
Bis heute keine technische Plattform
Eine Software oder eine technische Plattform gibt es demnach bis heute nicht. Zunächst muss Geld im Haushalt eingeplant werden, dann muss das System über ein Vergabeverfahren beschafft werden. Erfahrungsgemäß dauere allein dieses Verfahren mehrere Monate, hieß es von der Senatsverwaltung. Erst wenn das Kataster im Regelbetrieb läuft, beginnt für Vermieter die zwölfmonatige Frist, um ihre Mietdaten einzutragen.
Wann der Datenbestand des Katasters vollständig genug sein werde, um Verstöße systematisch zu prüfen und gegebenenfalls Bußgeldverfahren einzuleiten, ließ die Senatsverwaltung offen. Dazu könne man im Augenblick "keine seriöse Schätzung" abgeben. Auch zu geplanten Rechtsverordnungen gibt es keine Angaben, der Senat werte das Gesetz derzeit noch aus. Welche Ressourcen nötig sind, werde "derzeit ermittelt."
Datenbank soll Bestrafung von Mietwucher ermöglichen
Das Abgeordnetenhaus hatte das Kataster im Juli als Teil des Wohnraumsicherungsgesetzes beschlossen. Die Idee dahinter, ist zum einen eine vollständige digitale Übersicht über den Berliner Mietwohnungsbestand und zum anderen ein Tool, um Verstöße durch Vermieter, also überhöhte Mietforderungen erkennen und umgehend ahnden zu können.
Die grüne Wohnungspolitikerin Katrin Schmidberger allerdings wirft dem Senat vor, den Erfolg des Vorhabens zu torpedieren, weil er es ohne Geld und ohne Zeitplan an den Start brachte.
Sendung: rbb24 Inforadio, 31.07.2026, 14:20 Uhr
Audio: rbb24 Inforadio, 31.07.2026, Jonas Wintermantel
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