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Künftiger Füchse-Boss Paul Drux: "Bin ein anderer Typ als Bob"

Дата публикации: 04-08-2026 12:47:00

Vom Kapitän zum Geschäftsführer: Paul Drux soll bei den Füchsen Berlin in zwei Jahren die Nachfolge von Bob Hanning antreten. Der 31-Jährige tritt in große Fußstapfen, die er mit eigenem Stil und frischen Ideen füllen will, wie er im Interview verrät.


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Interview Künftiger Füchse-Boss Paul Drux "Man muss nicht laut sein, um führen zu können"

Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning (l.) und sein Nachfolger Paul Drux (imago images/wolf-sportfoto)
Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning (l.) und sein Nachfolger Paul Drux (imago images/wolf-sportfoto)

Von Lukas Witte

Vom Kapitän zum Geschäftsführer: Nachdem Paul Drux seine Karriere 2024 wegen einer wiederkehrenden schweren Knieverletzung im Alter von nur 29 Jahren beenden musste, ist er nun in neuer Funktion zurück bei den Füchsen Berlin.

Der ehemalige Rückraumspieler soll die Geschicke des Vereins künftig abseits der Platte lenken und Nachfolger von Bob Hanning werden. In zwei Jahren will dieser den Geschäftsführer-Posten räumen. Dann tritt Drux in große Fußstapfen, die er mit frischen Ideen und eigenem Stil füllen will, wie er im Interview verrät.

rbb|24: Paul Drux, Sie sind ganz offiziell wieder ein Fuchs. Nun allerdings hinterm Schreibtisch statt auf der Platte. Gibt es auf der Geschäftsstelle ähnliche Rituale, wie wenn man als Neuzugang in die Kabine kommt, oder bringt man – ganz klassisch für ein Büro – einfach Kuchen mit?

Paul Drux: Die gibt es nicht. Und Schande über mein Haupt: Ich habe auch noch nichts mitgebracht. Das liegt aber auch daran, dass wir aufgrund der Urlaubszeit noch nicht wieder in voller Kapelle sind und ich das gerne machen würde, wenn wieder alle im Büro sind.

rbb|24: Wie lief Ihr erster Monat denn so?

Drux: Die ersten Wochen sind so, wie bei jedem Jobwechsel. Man muss sich im wahrsten Sinne des Wortes erstmal rein-"fuchsen" und alles kennenlernen. Die Prozesse kannte ich natürlich schon ein Stück weit, aber muss sie nun auch verinnerlichen und herausfinden, wer wofür verantwortlich ist. Und ich musste auch erstmal meine ersten Themengebiete auskristallisieren. Zum einen sind wir dabei, uns im Merchandise zu verändern, zum anderen wollen wir uns beim Thema Digitalisierung zukunftsweisend aufstellen.

rbb|24: Das klingt ehrlich gesagt nach ganz schön großen Aufgaben. Innerhalb von zwei Jahren sollen Sie jetzt alles lernen, was es auf Führungs- und Verwaltungsebene im Verein zu tun gibt. Reicht die Zeit überhaupt aus, um überall tief genug einzutauchen?

Drux: Ja, ich glaube schon. Zwei Jahre sind relativ lang und wir sind ein kleines Team auf der Geschäftsstelle. Das sind keine großen Strukturen, die man durchdringen muss. Wichtig ist, ein Gefühl für alles zu bekommen. Dann alles selbst machen zu wollen bringt sowieso nichts. Es geht für mich darum, Erfahrungen zu sammeln, alle Partner kennenzulernen und ein gutes Fingerspitzengefühl zu entwickeln.

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Als Profisportler kennt man es natürlich nicht, fünf Tage die Woche ins Büro zu gehen, früh aufzustehen und spät nach Hause zu kommen.

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Paul Drux über seinen neuen Arbeitsalltag

rbb|24: Zuvor haben Sie bereits eine Lehre fernab des Handballs bei einem Sponsoren der Füchse gemacht. Ein Unternehmen für Gebäudeautomation. Was haben Sie von dort für die Leitung eines Profisportklubs mitgenommen?

Drux: Vor allem was es bedeutet, ganz normale Arbeitsstrukturen zu haben. Als Profisportler kennt man es natürlich nicht, fünf Tage die Woche ins Büro zu gehen, früh aufzustehen und spät nach Hause zu kommen. Das klingt vielleicht banal, aber auch das muss man erstmal lernen, wenn man es in seinem ganzen Leben vorher noch nie so hatte.

rbb|24: Ihr verletzungsbedingtes Karriereende mit nur 29 Jahren traf Sie, aber auch den ganzen Klub und die Fans hart. Was bedeutet es Ihnen, die Füchse nun an anderer Stelle weiterbegleiten zu können?

Drux: Das ist eine tolle Chance und eine Möglichkeit, die nicht viele Spieler bekommen. Ich war sehr lange hier und habe mich schon immer im Verein eingebracht. Meine Familie fühlt sich hier in Berlin sehr wohl und meine Töchter sind hier geboren. Von daher stand auch nie zur Debatte, wegzuziehen. Es ist also eine riesige Ehre, weiterzumachen, aber auch eine Verpflichtung, weil mir der Verein so viel bedeutet.

In seiner aktive Karriere war Drux für seine kontaktfreudige Spielweise bekannt (imago images/Foto Lächler) In seiner aktive Karriere war Drux für seine kontaktfreudige Spielweise bekannt (imago images/Foto Lächler)

rbb|24: Haben Sie trotzdem kurz gezögert als Bob Hanning Sie fragte, ob Sie sein Nachfolger werden wollen?

Drux: Es war definitiv nicht sofort klar. Bob hat das ja auch nicht von jetzt auf gleich mir vorgestellt, sondern hat den Gedanken immer mal wieder mit mir durchgespielt. Als ich meine Karriere dann beenden musste, habe ich erstmal ein bisschen Zeit gebraucht und musste herausfinden, was ich mir zutraue. Jetzt freue ich mich aber darauf, den Klub weiterzubringen.

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Bob polarisiert und bringt viel voran. Das habe ich auch vor.

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Paul Drux

rbb|24: Spüren Sie bei aller Freude aber auch Druck? Schließlich treten Sie in die Fußstapfen einer der schillerndsten Personen des deutschen Handballs, der die Füchse zu dem gemacht hat, was sie heute sind.

Drux: Druck ist immer relativ und es kommt darauf an, wie man diesen annimmt. Natürlich hat Bob nicht nur unseren Verein weitergebracht, sondern den deutschen Handball generell auf ein anderes Niveau gebracht. Bob polarisiert und bringt viel voran. Das habe ich auch vor. Sicherlich bin ich ein anderer Typ als er. Aber das ist gar nicht schlimm und ich muss meinen eigenen Weg finden.

rbb|24: Sie sagen es: Hanning ist bunt, laut, direkt, legt immer wieder auch den Finger in die Wunde. Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben?

Drux: Ich war nie der lauteste und werde es wohl auch niemals werden. Man muss aber nicht laut sein, um führen zu können. Jeder hat seinen eigenen Stil. Ich habe mit meiner Persönlichkeit schon oft Leute überzeugen können. Mit einem guten Miteinander, frischen Ideen und Beharrlichkeit kann man den Klub genau so weiterführen.

rbb|24: Welche frischen Ideen werden das sein?

Drux: Das wird sich zeigen. Ich bin hier noch keine sechs Wochen. Aber es gibt ein paar generelle Themen, die uns bevorstehen. Eines ist sicherlich, dass wir uns digitaler aufstellen. Sowohl in den internen Workflows, als auch nach außen mit unseren Fans. Diese Aufgabe liegt mir und ich freue mich darauf. Alles, was dann kommt, ist schwer berechenbar.

rbb|24: Hanning hinterlässt Ihnen in zwei Jahren wohl den besten Kader, den die Füchse jemals hatten. Worauf wird es ankommen, damit dieser dann auch den gewünschten Erfolg holt?

Drux: Wir werden ein sehr gutes Team haben. Wenn man auf die Bundesliga schaut, wird die Konkurrenz aber auch nicht kleiner. Ich glaube, in zwei Jahren erwartet uns eine Krachersaison, wie wir sie seit 20 oder 30 Jahren nicht mehr hatten. Wir müssen es schaffen, die jungen wilden mit den erfahrenen und namhaften Spielern zu verbinden und eine gute Teamchemie zu schaffen.

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Die Vision ist klar: Wir wollen oben mitspielen, dabei aber unsere Wurzeln nicht vergessen.

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Paul Drux über die Zukunft der Füchse

rbb|24: Auch die wirtschaftlichen Voraussetzungen dafür scheinen geschaffen worden zu sein. Der Etat hat sich in den vergangenen Jahren mehr als verdoppelt. Sie übernehmen also einen Verein mit besten Voraussetzungen. Wie sieht Ihre Vision für die Füchse aus?

Drux: Die Vision ist klar: Wir wollen oben mitspielen, dabei aber unsere Wurzeln nicht vergessen. Wir haben schon immer auf die Jugendarbeit gesetzt. Ich bin das beste Beispiel und habe extrem davon profitiert, hier als Jugendlicher eine Chance zu bekommen. Das wollen wir weiterverfolgen. Nichtsdestotrotz haben wir mit dem Kader in den nächsten Jahren große Ziele. Um den zweiten Platz will natürlich niemand spielen.

rbb|24: Hanning bleibt dem Verein in beratener Funktion erhalten. Haben Sie Angst, dass in zwei Jahren dann täglich das Handy klingelt?

Drux: (lacht) Er darf immer und gerne anrufen. Wir haben das schon des Öfteren besprochen. Sicherlich wird es auch für Bob eine Aufgabe werden, dann wirklich mal abzuschalten. Das hat er sich verdient. Er ist aber auch kein Mensch, der dem dann nacheifert und mich ständig anrufen wird. Er wird mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn er gebraucht wird.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview wurde für die Online-Fassung gekürzt und redigiert.

Sendung: rbb|24, 04.08.2026, 14:47 Uhr

Audio: rbb|24, 04.08.2026, Lukas Witte im Gespräch mit Paul Drux

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