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Marktbericht: DAX-Gewinne reichen nicht für Rekord

Дата публикации: 14-08-2026 16:24:07

Der DAX verabschiedet sich ohne neuen Rekord ins Wochenende, trotzdem sind Anleger zufrieden. Dafür verantwortlich sind starke Firmenbilanzen und nachlassende Sorgen vor steigenden US-Zinsen.

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Börsenhändler in Frankfurt

Marktbericht

Anleger greifen zu Aktien DAX-Gewinne reichen nicht für Rekord

Stand: 14.08.2026 • 18:24 Uhr

Der DAX verabschiedet sich ohne neuen Rekord ins Wochenende, trotzdem sind Anleger zufrieden. Dafür verantwortlich sind starke Firmenbilanzen und nachlassende Sorgen vor steigenden US-Zinsen.

Der deutsche Leitindex war zum Wochenschluss nah dran, seine Bestmarke von 26.753 Punkten ein weiteres Mal zu überbieten. Doch am Ende schmolzen im Sog der schwächelnden US-Börsen die Gewinne etwas zusammen. Das zeigte sich auch gestern schon. Der DAX beendete den Handel noch 0,5 Prozent fester bei 26.440 Punkten. Damit ergibt sich ein Wochenplus von knapp 0,5 Prozent.

Barriere bei 26.500 Punkten

Wie hoch kann es jetzt noch gehen? "Die Anleger sehen sich durch die Ergebnisse der Berichtssaison und die Widerstandsfähigkeit der Weltwirtschaft gegenüber hohen Energiepreisen in ihrer optimistischen Haltung bestärkt", sagt Jochen Stanzl von der Consorsbank. "Dennoch ist über 26.500 Punkten im DAX kurzfristig der Deckel drauf." Der Markt warte auf neue Impulse.

Es falle ins Auge, dass das Aktienbarometer in den letzten Handelstagen immer wieder die Marke von 26.500 Punkten angelaufen habe, ohne die Hürde nachhaltig zu überwinden, kommentieren die charttechnisch argumentierenden Experten von HSBC. "Auf diesem Niveau hat sich also eine wichtige Barriere etabliert. Positiv ausgedrückt: Der Sprung über diese Hürde würde für ein prozyklisches Kaufsignal sorgen."

Positiv ist beispielsweise zu verbuchen, dass sich die geopolitische Lage zumindest nicht verschlechtert: "Die Aktienmärkte verzeihen die ausbleibenden Fortschritte in der Straße von Hormus weiterhin", schrieb Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. "Der Glaube an eine schnelle Lösung und eine schnelle Öffnung der Straße von Hormus ist weiterhin da. An den Börsen wird die Zukunft gehandelt. Und die wird aktuell deutlich positiver gemalt als die Gegenwart."

DAX-Konzerne profitieren vom Auslandsgeschäft

Auf Kaufsignale von der hiesigen Berichtssaison müssen die Anleger jedoch verzichten. Sie geht derzeit dem Ende zu, deshalb zieht die Beratungsgesellschaft EY eine Bilanz der Quartalsberichte der 40 DAX-Konzerne. Deutschlands größte Börsenkonzerne haben im zweiten Quartal insgesamt Rekordgeschäfte gemacht, sie steigerten ihren Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) zum Vorjahreszeitraum um fast 16 Prozent auf zusammen 52,6 Milliarden Euro.

Das sei so viel wie noch nie in einem zweiten Quartal und zehn Prozent mehr als der bisherige Höchstwert von 2024, trotz Iran-Kriegs und Zollstreits mit den USA. Doch nicht alle Branchen waren erfolgreich. Die Autokonzerne verbuchten einen Umsatzrückgang um 1,2 Prozent. Der operative Gewinn brach um 12 Prozent ein.

Aber: "Wer nur auf die Rekordsummen schaut, könnte meinen, die Krise sei überstanden - aber das Gegenteil ist der Fall", sagt Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung bei EY. "Zum einen bleibt die Nachfrage am Heimatstandort Deutschland schwach, das Gewinn- und Umsatzwachstum findet in erster Linie im Ausland statt." Zum anderen sei die Lage in Teilen der Industrie fragil.

30-jährige US-Anleihen auf 25-Jahres-Hoch

Abseits der Aktienmärkte schauen Finanzprofis sehr genau auf die Entwicklungen am Anleihemarkt. US-Staatsanleihen geraten immer stärker unter Druck. Bei einer Auktion von US-Anleihen mit einer Laufzeit von 30 Jahren lag die Rendite bei 5,216 Prozent und damit auf dem höchsten Stand seit 25 Jahren. Steigen die Renditen, wird für Staaten das Schuldenmachen immer teurer.

Experten sehen in den steigenden Kosten für die US-Regierung unter Präsident Donald Trump ein Problem, besonders vor den Zwischenwahlen im November. "Nach Jahren erhöhter Inflation und massiver Staatsausgaben fressen sich die immensen Finanzierungskosten zunehmend durch die breitere Wirtschaft", analysieren die Experten der BNP Paribas.

Spekulationen treiben Software-Aktien an

Der Finanzinvestor Silver Lake erwägt Insidern zufolge die Übernahme des US-Software-Anbieters Workday. ‌Mit einem ​Marktwert von rund 43 Milliarden Dollar wäre dies eine der größten Übernahmen in der Geschichte der Software-Branche. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters. Eine solche Transaktion wäre eine weitere Bestätigung dafür, dass große Technologie-Übernahmen nach mehreren Jahren gedämpfter ​Aktivität wieder auf dem Vormarsch sind.

Die Spekulationen trieben zum Wochenschluss Software-Aktien nach oben - auch am deutschen Aktienmarkt. Im DAX gehörte SAP zu den großen Gewinnern. Auch andere deutsche Branchenwerte wie Nemetschek oder Teamviewer profitierten mit Anstiegen um bis zu neun Prozent sehr deutlich von der Übernahme-Fantasie.

Kursabsturz für Energiekontor

Der Wind- und Solarparkbetreiber Energiekontor erlebte hingegen einen schwarzen Tag. Papiere stürzten 18 Prozent ab. Hintergrund ist eine Gewinnwarnung, weil sich schottische Windparkprojekte verzögern. Und das nur Stunden nachdem Energiekontor beim Halbjahresbericht noch sein Gewinnziel für 2026 bestätigt hatte. Das schockte Anleger.

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