Der Dax beendet die Handelswoche auf Rekordhoch. Die Marke von 26.000 Zähern rückt näher. Siemens, Siemens Energy und Eon gehören zu den größten Gewinnern.
Rekordjagd an der deutschen Börse: Der Dax ist am Freitag auf ein weiteres Rekordhoch gestiegen und nimmt nun die runde Marke von 26.000 Zählern ins Visier. Seine Wochenbilanz für die abgelaufene Handelswoche ist mit plus 4,5 Prozent die stärkste seit April 2025. Den Xetra-Handel (17.30 Uhr) beendete der Dax 0,8 Prozent höher bei 25.780 Punkten. Im späten Handel knackte der Index sogar die Marke von 25.800 Zählern. Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte sowie der EuroStoxx 50 legten ebenfalls zu.
„Derzeit herrscht an der Börse eine Mischung aus KI-Euphorie und Konjunkturoptimismus vor“, konstatierte Analyst Andreas Lipkow von CMC Markets. Die tags zuvor vorgelegten US-Arbeitsmarktdaten hätten die Sorgen vor einer Beschleunigung der Inflation auf der Lohnseite eingedämmt und zugleich einen robusten Arbeitsmarkt aufgezeigt.
Die asiatische KI-Erholungsrallye wirkte sich auch etwas auf die europäischen Aktien der Halbleiterbranche aus, jedoch nicht auf die Software-Werte. So stiegen Infineon, Aixtron und Suss Microtech jeweils zwischen 2 und 4 Prozent.
Der Augsburger Rüstungszulieferer Renk übernimmt den britischen Getriebe-Hersteller David Brown Defence. Das Unternehmen sei auf hochpräzise Getriebe für die Marine und Landverteidigungsstreitkräfte spezialisiert, teilte der Hersteller von Getrieben für Panzer und Schiffe am Freitag mit. Die Übernahme stelle „eine strategisch wichtige Ergänzung des bestehenden Portfolios von Renk im Marinesektor dar.“ Renk-Papiere stiegen zuletzt um 2,1 Prozent.
Bemerkenswert bleibe die Schere zwischen Europa und den USA, kommentiert Stratege Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets. „Während der Nasdaq unter Gewinnmitnahmen bei vielen KI-Gewinnern der vergangenen Monate leidet, zeigt sich der Dax erstaunlich robust und lässt die monatelange Konsolidierung endgültig hinter sich.“ Der US-Techindex war den deutschen Indizes in den vergangenen Monaten weit enteilt.
Nach dem rasanten Aufstieg im zweiten Quartal befindet sich der Technologiesektor in Europa und in den USA seit Anfang Juni auf Zickzackkurs. Es gibt unter Anlegern eine wachsende Unsicherheit darüber, wann sich die hohen KI-Investitionen in einem Gewinnwachstum niederschlagen, das die rasant angestiegenen Aktienpreise rechtfertigt.
Zugleich machten die Aussagen wichtiger Notenbanker auf dem Forum der Europäischen Zentralbank (EZB) in Sintra deutlich, dass die Währungshüter beiderseits des Atlantiks ihren weiteren Kurs nicht vorab festlegen werden. „Damit rücken das reine Wachstum und Fundamentaldaten der Unternehmen wieder stärker in den Fokus der Anleger“, sagt Daniela Hathorn, Analystin bei Capital.com.
Wall Street: Kein Handel am FreitagAn den US-Aktienbörsen findet an diesem Freitag wegen des Nationalfeiertags am Samstag kein Handel statt.
Ein deutlich schwächer als erwarteter Beschäftigungsaufbau in den USA hatte am Donnerstag die Zinssorgen der Anleger gedämpft und den Leitindex Dow Jones in Richtung 53.000 Punkte getrieben. Am letzten Tag der feiertagsbedingt verkürzten Handelswoche kletterte der Dow mit 1,1 Prozent auf 52.900 Punkte. Sein Rekordhoch vom Vortag hatte der bekannteste Wall-Street-Index bereits kurz nach dem Handelsstart getoppt. Im Wochenverlauf steht ein Plus von 2 Prozent zu Buche.
Kräftige Verluste in der stark gelaufenen Halbleiterbranche sorgten dagegen für ein Abschmelzen der Tagesgewinne im marktbreiten S&P 500 und belasteten besonders deutlich den technologielastigen Nasdaq 100. Der S&P beendete den Tag prozentual unverändert bei 7483 Punkte. Der Technologieauswahlindex gab nach frühen Gewinnen um 1,6 Prozent auf 29.329 Zähler nach, womit das Wochenplus auf 0,7 Prozent zusammenschrumpfte.
Die Ölpreise haben sich am Freitag etwas nach oben bewegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August kostete zuletzt 72,25 US-Dollar. Der Preis der globalen Referenzsorte stieg damit um 0,63 Prozent. Im Tagesverlauf wird mit einem dünnen Handel gerechnet angesichts des Feiertags zur Unabhängigkeit in den USA.
Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Berufung auf Handelsdaten und Marktbeobachter berichtet, sind die Liefermengen durch die Straße von Hormus weiter gestiegen. Der Brent-Preis ist auf Wochensicht nahezu unverändert und hat sämtliche Kursgewinne seit Kriegsbeginn wieder abgegeben.
Aktuell sind die Hoffnungen am Markt wieder hoch, dass es eine Einigung bei den Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA gibt. Beide Kriegsparteien haben nach der jüngsten Darstellung der Vermittlerstaaten Katar und Pakistan in indirekten Gesprächen Fortschritte erzielt.
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„Die Fundamentaldaten setzen sich rasch wieder durch, da die Störungen in Hormus abklingen und sich die Schiffsbewegungen normalisieren“, schrieben Analysten der Citigroup in einer Studie. Die Experten erwarten, dass der Brent-Preis bis zum Jahreswechsel auf 60 bis 65 Dollar je Fass fällt. Gleichzeitig bleibe „der Prozess zwischen den USA und dem Iran fragil, und Streitigkeiten über die Verwaltung von Hormus sowie über Transitgebühren bestehen fort“, so die Citigroup-Experten weiter.
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