1800 Menschen mussten aufgrund eines heftigen Waldbrands am frühen Freitagmorgen in der Gemeinde Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen ihre Häuser verlassen. Landrat Ralf Nolten schildert im Interview die Lage vor Ort.
1800 Menschen mussten aufgrund eines heftigen Waldbrands am frühen Freitagmorgen in der Gemeinde Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen ihre Häuser verlassen. Landrat Ralf Nolten schildert im Interview die Lage vor Ort.
Der Waldbrand rückte im Laufe des Freitags näher an den Ortsteil Gey. Nur noch rund 150 bis 200 Meter trennen die Flammen von der Ortschaft. Bereits um kurz vor vier Uhr morgens ordnete die Feuerwehr die sofortige Evakuierung an. Gegenüber FOCUS online erklärte Landrat Ralf Nolten:
Wir haben hier schon noch einzelne Feuer, die wir nicht im Griff haben. Es ist ja kein großes einheitliches Feuer, sondern es sind sehr viele Feuer, die sich an den verschiedenen Stellen entwickelt haben, durch Funkenflug wieder Aufflammen und Wiederanfachen durch den Wind, sodass es also für uns darauf ankommt, die vielen Feuer von den verschiedenen Seiten her gleichzeitig anzugehen.
Seit Donnerstagnachmittag sind laut der Gemeinde rund 200 Einsatzkräfte im Einsatz:
Wir haben Wasserwerfer der Polizei im Einsatz. Wir haben die entsprechenden Mitarbeiter vom Fox im , die mit Harvestern arbeiten, die Brandschneisen legen, die anschließend die Feuerwehr auch nass macht. Wir haben zwei Bergepanzer im Einsatz. Also wir sind schon im Gelände unterwegs. Man sollte sich nicht täuschen lassen. Die Helikopter sind zwar ausgeflogen, aber sie sind bei Weitem nicht das einzige Einsatzmittel.
Waren weniger die Phosphorbomben als vielmehr die Granaten. Und wir haben auch diese Nacht entsprechende Detonationen gehört. Wir haben auch schon mal Funkenregen gesehen. Das heißt, der Boden ist nach wie vor munitionsbelastet und deswegen sind wir auch sehr vorsichtig, die Einsatzkräfte zu Fuß reinzuschicken, so wie man das oft genug macht mit entsprechenden Wasserrucksäcken und Pflanzen und so weiter. Das ist vielleicht jetzt hier nicht das richtige Mittel.
Bei dem aktuellen Feuer handelt es sich laut Nolten um den größten Brand seit Jahrzehnten. 300 Hektar sollen mittlerweile von dem Waldbrand zerstört worden sein.
[UPDATE 17:28 Uhr]
Auch für die Feuerwehr bleibt der Einsatz eine Herausforderung. Peter Berndgen, Pressesprecher der Feuerwehr im Kreis Düren, spricht von einer „sehr dynamischen Lage“. Vor allem die Wetterbedingungen erschwerten die Löscharbeiten:
Wenn wir Temperaturen über dreißig Grad haben, wenn wir eine Luftfeuchte etwa um die dreißig Prozent haben und vor allem Windgeschwindigkeiten um dreißig Kilometer. Das sind Situationen, die mögen wir bei der Feuerwehr nicht so gerne, weil sie halt eine Brandausbreitung befeuern im wahrsten Sinne des Wortes. Heißt, wir müssen sehr, sehr vorsichtig sein. Die Ansprüche an die Feuerwehrleute, die jetzt bei der Bodenbrandbekämpfung im Einsatz sind, sind extrem hoch. Wir müssen häufiger Personal wechseln.
Berndgen betont zugleich, die Lage spitze sich derzeit nicht zu. Der Einsatz dürfte die Feuerwehr aber noch einige Zeit beschäftigen:
Es spitzt sich nicht zu, aber es ist nach wie vor eine herausfordernde Lage. Wir gehen zurzeit auch von noch mehreren Tagen Einsatzdauer aus.
Die Ursache für das Feuer ist weiterhin unklar.
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