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„Längst alle tot“: Übung mit ICE-Brand in Thüringen endet im Desaster

Дата публикации: 09-08-2026 14:07:00

Bei einer Übung trainierten 250 Einsatzkräfte die Rettung von 100 Fahrgästen aus einem brennenden Zug im Tunnel. Im Ernstfall wären Dutzende Menschen gestorben.


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Bei einer Großübung in Thüringen trainierten 250 Einsatzkräfte die Rettung von etwa 100 Fahrgästen aus einem brennenden Zug im Tunnel. Es kam zum Fiasko. Im Ernstfall wären Dutzende Menschen gestorben.

Eine großangelegte Rettungsübung mit 250 Einsatzkräften, bei der ein ICE-Brand in einem Tunnel simuliert wurde, endete am Samstag in Thüringen im Desaster. Im Ernstfall wären von den 100 Fahrgästen wohl Dutzende gestorben – mindestens. Was genau zu der Panne geführt hat – technische Probleme oder menschliches Versagen – wird noch geprüft.

Experte zu Katastrophenübung: „Wäre das hier echt, wären längst alle tot“

„Wäre das hier echt, wären längst alle tot“, sagte ein Feuerwehrexperte dem Portal „Insuedthueringen“ angesichts der chaotischen Abläufe beim Rettungseinsatz. Der fehlgeschlagene Test wirft ein verheerendes Licht auf das Katastrophen-Management der Verantwortlichen, zumal die Großübung eineinhalb Jahre lang vorbereitet worden war.

Das Feuer-Szenario war im 1320 Meter langen Sandbergtunnel nahe Stadtilm (Ilm-Kreis) geprobt worden. In der Röhre stand ein ICE, der mit rund 100 Komparsen besetzt war. Die Übung auf der ICE-Strecke zwischen Nürnberg und Erfurt sollte möglichst realitätsnah ablaufen. Der Brand wurde mit einem orange-rötlichen Flackern im Zug simuliert. Es qualmte, Zuggäste schrien panisch und schlugen verzweifelt gegen die Scheiben. Auf den Gleisen lagen Verletzte.

Branddirektor: „Der Endgegner im Tunnel ist die Zeit“

Der Lokführer setzte gegen 10.15 Uhr einen Notruf ab. Laut Plan sollte der Alarm zunächst die Notfallzentrale der Deutschen Bahn erreichen, dann die Rettungsleitstelle der Region und schließlich die Tunnelfeuerwehren. 30 schwerstverletzte Passagiere sollten geborgen, vor dem Tunnel vom Rettungsdienst versorgt und anschließend in Krankenhäuser gebracht werden.

„Der Endgegner im Tunnel ist die Zeit“, sagte Marc Stielow, Branddirektor im Thüringer Innenministerium, im Zuge der Übung zu Journalisten. Eigentlich sollten die Rettungskräfte innerhalb von 10 bis 25 Minuten am Tunnel eintreffen.

Bericht: Erst nach über 2 Stunden trafen Retter am Tunnel ein

Bei der Übung wurde diese Zeitspanne nicht annähernd eingehalten. „Erst um 12.22 Uhr, also zwei Stunden und sieben Minuten nach dem ersten Alarm, treffen nach Angaben der Beobachter die ersten Kräfte des Rettungsdienstes am Nordportal des Tunnels ein“, berichtete „Insuedthueringen“. Auf Deutsch: Die Fahrgäste des ICE, darunter Familien mit Kleinkindern, wären über zwei Stunden in der Flammenhölle gefangen gewesen.

Erfahrene Einsatzkräfte, die als Beobachter im Tunnel stationiert waren, sollen fassungslos reagiert haben – auch deshalb, weil das Drama im Ernstfall wohl noch viel größer gewesen wäre. Denn mit etwa 100 Fahrgästen war der Trainings-ICE schwach ausgelastet. Normalerweise fahren mehr als 500 Menschen in solchen Zügen.

Fiasko unter den Augen von Innenminister Georg Maier (SPD)

Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) und Ilm-Kreis-Landrätin Petra Enders (parteilos) hatten die Übung vor Ort verfolgt. Besonders Enders soll erschüttert gewesen sein. Immer wieder habe sie nach den Ursachen der Verzögerungen gefragt und sich gewundert, warum die Rettungskette nicht in Gang kommt. Schließlich habe sie die Übung verlassen und sei zur Rettungsleitstelle gefahren, „um sich dort selbst ein Bild zu machen“.

„Ja, es gab ein deutlich verspätetes Eintreffen mehrerer Tunnelbasiseinheiten. Bei der Alarmierung ist etwas schiefgegangen“, bestätigte Daniel Baumbach, Sprecher des Thüringer Innenministeriums, an diesem Sonntag gegenüber FOCUS online. „Was genau, das werden die Fachleute in den nächsten Wochen auswerten. Eine Übung ist ja dazu da, Fehlerquellen aufzudecken, damit es im Ernstfall dann funktioniert.“

Baumbach wies zudem darauf hin, dass das Innenministerium nicht in der Verantwortung stand. „Für Organisation, Durchführung und Auswertung der Tunnelübung ist der Ilmkreis zuständig. Denn Brandschutz ist Aufgabe der Kommunen.“.

Auch Information über Warn-Apps klappte nicht vollständig

Zur Analyse wird auch die Frage gehören, warum es Probleme bei der Information der Bevölkerung gab. Eigentlich sollte über die Warn-Apps Nina und Katwarn auf die Übung hingewiesen werden – so, wie es im Ernstfall auch geschehen würde. Allerdings erreichte die Warnmeldung nicht alle Smartphone-Nutzer.

Welche Konsequenzen die Übung haben wird, ist noch offen. Schwacher Trost: Einen vergleichbaren Ernstfall hat es bislang nicht gegeben. Zudem können Lokführer bei einem Feuer im Zug die Notbremse überbrücken und noch aus dem Tunnel fahren.

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Классификация: Происшествия. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 9. Тональность: 0. Информативность: 16.36. Источник: rss.focus.de.