Mit dem Samsung Galaxy A27 kommt ein weiteres günstiges Galaxy aus Korea in den Test. Preislich liegt es über dem Discount-Bestseller Galaxy A17. Ist das A27 die bessere Alternative für alle, die ein niedrigpreisiges Samsung suchen?
Samsung Galaxy A27 im Test.
Foto: Christian Just
Mit dem Samsung Galaxy A27 kommt ein weiteres günstiges Galaxy aus Korea in den Test. Preislich liegt es über dem Discount-Bestseller Galaxy A17. Ist das A27 die bessere Alternative für alle, die ein niedrigpreisiges Samsung suchen?
Das Galaxy A27 gehört zur Einstiegsklasse. Es punktet mit einem OLED-Bildschirm und einer für diese Preisklasse sehr langen Update-Garantie. Das Arbeitstempo aber ist niedrig, Videos sind wackelig – und im Gegensatz zum Vorgänger ist es nicht wasserdicht!
Kontra
Viele Menschen wollen kein Handy für 1.000 Euro oder mehr, sondern einfach nur ein sehr günstiges Smartphone – aber von einer vertrauten Marke wie Samsung. Genau die landen oft beim günstigen
Galaxy A17 5G, das mit 150 bis 180 Euro nur etwa die Hälfte kostet wie das beste A-Modell, das
Galaxy A57. Fürs Geld bietet das Galaxy A17 tatsächlich schon sehr viel (etwa ein OLED-Display und eine brauchbare Schnappschuss-Kamera), doch im Test gab es auch viel Kritik. Vor allem das Arbeitstempo und die Akkulaufzeit bereiteten den Testern Kopfschmerzen. Macht das Galaxy A27 es in diesen Punkten deutlich besser?

Galaxy A27: Blick auf das 6,7-Zoll-OLED.
Foto: Christian Just
Das Galaxy A27 steckt in einem reinen Plastikgehäuse. Frisch geputzt sieht es dennoch sehr wertig aus, doch das ändert sich, sobald man es in die Hände nimmt: Die glänzende Rückseite zieht Fingerabdrücke magisch an. So ist der günstige Preis dann doch sichtbar. Andererseits: Der Bildschirm ist ein großes OLED (6,7 Zoll), da wirken Kontraste und Farben auf den ersten Blick schon beeindruckend. Die Helligkeit ist mit 1.000 Candela pro Quadratmeter (cd/m²) bei Standardinhalten (1.025 cd/m² mit HDR) noch zufriedenstellend für nicht allzu helle Tage – Spitzenhandys schaffen teils dreimal so viel. Es ist aber auch nicht heller als das billigere Galaxy A17, im Gegenteil: Das A17 schnitt im Test mit 1.030 cd/m² (1.043 cd/m² bei HDR) sogar einen Hauch besser im Test ab. Deutlich gelungener hingegen ist die Farbdarstellung beim A27, den erweiterten DCI-P3-Farbraum etwa deckt es zu 95,6 Prozent ab, während das A17 schon bei 86,1 Prozent das Ende der Fahnenstange erreicht. Im Alltag bedeutet das: Farben wirken weder blass noch übertrieben, selbst Sonderfarben wie Neonpink werden naturgetreuer dargestellt.

Galaxy A27: Blick auf die Rückseite, die empfindlich für Fingerabdrücke ist.
Foto: Christian Just
Samsung verspricht für das Galaxy A27 mehr Tempo, dank des neuen Prozessors Snapdragon 6 Gen 3. Zum Vergleich: Das A17 nutzt den Samsung Exynos 1330 und das ältere A26 den Exynos 1380. Ein Tempowunder wird das Galaxy A27 durch seinen Dampfmacher nicht. Klar, gegenüber dem Galaxy A17 hat das Arbeitstempo leicht, die Bediengeschwindigkeit und Touchscreen-Reaktionsgeschwindigkeit deutlich zugelegt. Doch in Geekbench 6 wird das Dilemma des A27 deutlich: Bei Alltagsanwendungen, die nur einen Prozessorkern nutzen, ist das Tempo fast gleich. Nur wenn alle Kerne parallel ausgereizt werden, zeigt sich ein deutlicher Temposprung. Insofern fühlt sich auch das Galaxy A27 in einigen Situationen recht träge an. Der Unterschied zu Oberklasse-Smartphones wie den
Galaxy S26ist gewaltig.

Galaxy A27 und A17: die Vorderseiten. Das A17 rechts hat noch eine größere Notch, das A27 nur ein kleines Loch für die (deutlich bessere) Frontkamera.
Foto: Christian Just

Tempo von Galaxy A27 und von A17 im Benchmark-Test Geekbench 6. Arbeitet das A27 einem CPU-Kern, ist seine Geschwindigkeit mit der des A17 vergleichbar – nur mit allen Kernen ist das A27 schneller.
Foto: Christian Just
Der modernere Prozessor könnte aber an anderer Stelle für einen erheblichen Fortschritt verantwortlich sein: bei der Akkulaufzeit. Denn obwohl Samsung seit Jahren in praktisch allen A-Modellen einen Akku mit denselben 5.000 Milliamperestunden (mAh) verbaut, macht das Galaxy A27 gegenüber dem A17 und auch gegenüber dem direkten Vorgänger A26 einen klaren Sprung. Es hielt im Test fast 12 Stunden durch (11 Stunden und 45 Minuten). Das A17 kam nur auf 9 Stunden und 15 Minuten, das A26 nur auf 8 Stunden und 38 Minuten. Nichts getan hat sich beim Ladetempo: Wie gehabt ist die Ladeleistung bei gut 25 Watt begrenzt (mit Netzteil wurden im Test 28,1 Watt in der Spitze gemessen). Nach 15 Minuten ist der Akku zu 25 Prozent gefüllt, nach 99 Minuten zu 100 Prozent. Induktiv laden geht natürlich nicht. Und: Der Akku lässt sich wie heutzutage üblich nur von spezialisierten Technikern wechseln, wie Samsung in seinem
Reparaturleitfaden zum Galaxy A27betont. Das wird an anderer Stelle noch wichtig.

Foto: Screenshot: COMPUTER BILD

Galaxy A27 und A17: die Rückseiten.
Foto: Christian Just
Bei normalen Schnappschüssen, also passablem Licht und mittleren Entfernungen, machte schon das Galaxy A27 gute Fotos, ebenso wie alle anderen aktuellen A-Modelle. Allerdings darf man nicht zoomen, sonst werden die Bilder matschig. Und Videos ruckeln arg, kein Genuss!
Die Bildqualität war im Test ähnlich ordentlich wie beim A17. Nur Videos und Selfies sind etwas besser. Im Vergleich zum Vorgänger A26 hat sich wenig getan. Für deutlich bessere Videos muss man schon zum Galaxy A57 greifen – oder gleich zu einem Überflieger wie dem S26 Ultra, das auch beim Zoom überzeugt.

Galaxy A27: Der Aufnahme mit der Ultraweitwinkel-Kamera fehlt es an Details.
Foto: Christian Just

Die Hauptkamera dagegen macht durchaus gute Fotos.
Foto: Christian Just

Bei größeren Zoomstufen (hier 10-fach-Zoom) ist das Foto nicht mehr scharf genug.
Foto: Christian Just

Galaxy A27: Selfie-Aufnahme.
Foto: Christian Just
Für
Wifi 7hat es nicht ganz gereicht, doch mit Wifi 6 macht das Galaxy A27 einen kleinen Sprung gegenüber dem A17 und dem A26 – allerdings wird nur ein Antennenstream genutzt, wodurch die Verbindung in kritischen Empfangssituationen schwächeln kann. 5G ist ebenfalls an Bord, aber nicht via eSIM – dafür aber über bis zu zwei Nano-SIM-Karten (Dual-SIM).
Selten in der Preisklasse: Samsung verspricht, dass es sechs Jahre neue Android-Versionen (also bis 2032 und Android 23) und Sicherheitspatches gibt. Geht man davon aus, dass das A27 im Großhandel ein Jahr nach seinem Erscheinen zum letzten Mal neu ausgeliefert wird, entspricht das jedoch nur der EU-Ecodesign-Verordnung. Aber: Es häufen sich die Fälle, in denen Hersteller wie Motorola, Xiaomi-Tochter Poco oder
Nothingbei ihren günstigen Modellen mit unterschiedlichen Begründungen genau dieses Regelwerk hinsichtlich der Updates
gezielt ignorieren.
Wie viele dieser Modelle verletzt auch Samsung beim A27 eine andere Vorgabe der Ecodesign-Verordnung. Das Galaxy A27 ist im Gegensatz zum Vorgänger nicht wasserdicht – was auch auf das ältere Galaxy A17 zutrifft. Das ist bemerkenswert: Denn die
EU-Verordnungverlangt ausdrücklich von Geräten, deren Akku von Laien nicht ohne Spezialwerkzeug wechselbar ist, eine Wasserdichtigkeit bei Untertauchen für 30 Minuten und bis zu 1 Meter Tiefe (entspricht IP67). Auf Rückfrage von COMPUTER BILD verwies Samsung in einer Mail vom 16. Juli darauf, in Kürze werde man ein Repair Kit anbieten, mit dem Kunden und Kundinnen den Akku des Geräts selbst tauschen können – im Widerspruch zum Reparaturleitfaden. Vom Kit ist bislang (14. August) nichts zu sehen. Erstaunlich, dass die EU einem wichtigen Hersteller wie Samsung für diese Praxis keinen Ärger macht. Auf Anfragen von COMPUTER BILD zu dem Thema hat die EU-Kommission bislang nicht reagiert.
Das Samsung Galaxy A27 ist seit dem 3. Juli 2026 in Schwarz, Blau und Hellrosa erhältlich. Die unverbindlichen Preisempfehlungen:
Ein Display mit für die Preisklasse sehr guten Farben, eine sehr gute Akkulaufzeit – und die für jüngere Samsung-A-Modelle typisch lange Update-Garantie, die dank des späteren Releasetermins noch ein Jahr länger währt als beim A17. So kann das Galaxy A27 punkten. Beim Arbeitstempo aber sind die Fortschritte gegenüber dem Galaxy A17 gering. Und dass Samsung – anders als beim Vorgänger – entgegen der EU-Vorgaben auf ein wasserdichtes Gehäuse verzichtet, irritiert. Aus diesen Gründen ist es trotz der insgesamt guten Bewertung im Test schwer, das Galaxy A27 zu empfehlen. Denn für rund 50 Euro mehr gibt es bereits das bessere
Galaxy A37– das übrigens wasserdicht ist. Wem das träge Tempo egal ist, der Preis aber nicht, der kann auch zum Galaxy A17 greifen.
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