Cyberkriminelle nutzen die NFC-Funktion von Android-Handys für neue Betrugsmaschen. Die Zahl der Angriffe ist laut Experten stark gestiegen.
Kriminelle bringen Android-Nutzer dazu, ihre Geldkarten per Handy zu scannen und ihnen so den Zugriff zu geben.
Foto: COMPUTER BILD (KI-generiert)
Cyberkriminelle nutzen die NFC-Funktion von Android-Handys für neue Betrugsmaschen. Die Zahl der Angriffe ist laut Experten stark gestiegen.
Immer häufiger greifen Kriminelle Android-Smartphones über die NFC-Funktion an. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Sicherheitsunternehmens
Kaspersky. Demnach stieg die Zahl der registrierten NFC-Angriffe in den ersten vier Monaten 2026 im Vergleich zum Vorjahr um satte 188 Prozent.
Zwischen Januar und April 2026 blockierten Kaspersky-Sicherheitslösungen weltweit mehr als 35.600 Angriffe auf Android-Geräte. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es rund 12.300. Hinter den Attacken stecken Schadprogramme wie "SuperCard X", "PhantomCard", "NGate" oder Varianten des bekannten NFCGate-Tools.
Aktuell beobachten Sicherheitsexperten vor allem zwei Methoden. Bei der ersten Variante geben sich Betrüger per Messenger als Bank oder Behörde aus. Sie überreden ihre Opfer, eine App zu installieren. Anschließend sollen diese ihre Bankkarte an das Smartphone halten und die PIN eingeben. Die Kartendaten landen so direkt bei den Kriminellen.
Noch raffinierter ist die sogenannte "Reverse NFC"-Methode. Dabei installieren Betroffene ebenfalls eine schädliche App. Diese wird als Standard-Anwendung für kontaktloses Bezahlen eingerichtet. Anschließend überzeugen die Täter ihre Opfer, an einem Geldautomaten Geld auf ein angeblich sicheres Konto einzuzahlen – tatsächlich fließt es direkt an die Betrüger.
"Während Cyberkriminelle früher hauptsächlich auf sogenannte Direct-NFC-Angriffe gesetzt haben, beobachten wir inzwischen häufiger die komplexere Reverse-NFC-Methode", erklärt Kaspersky-Sicherheitsexperte Sergey Golovanov. Besonders gefährlich sei, dass die Opfer die Überweisung selbst ausführen. Dadurch wirken die Transaktionen auf den ersten Blick wie normale Zahlungen.
Um sich vor NFC-Betrug zu schützen, sollten Sie Apps ausschließlich aus offiziellen Quellen wie dem Google Play Store herunterladen. Installationen über Links aus Messengern, SMS oder sozialen Netzwerken sind riskant. Außerdem gilt: Folgen Sie niemals Anweisungen unbekannter Personen am Geldautomaten – unabhängig davon, als wen sich die Anrufer oder Chat-Partner ausgeben.
Sicherheitssoftwarekann zusätzlich helfen, schädliche Apps und
Phishing-Seiten zu erkennen.
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