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Golf Variant, Touareg, Polo-Benziner – die VW-Streichliste

Дата публикации: 09-07-2026 08:06:00

Bei VW gehen die Lichter aus: Mehrere Werke stehen auf der Kippe und auch diverse Modelle. FOCUS online zeigt, welche.

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Der halbstaatliche Volkswagen-Konzern hat sich in eine gewaltige Krise manövriert. Mehrere Werke stehen auf der Kippe und auch diverse Modelle. FOCUS online zeigt, welche.

Der Sparkurs bei Volkswagen wird viel härter als angenommen. Am Donnerstag werden weitere Einschnitte erwartet, wenn der Volkswagen-Aufsichtsrat tagt. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, stehen neben 100.000 von weltweit 657.000 Arbeitsplätzen auch vier Werke in Deutschland zur Disposition. Brisant dabei: Viele der Werke bauen vor allem Elektroautos, die in Deutschland und Europa als einzige Zukunfstechnik gelten:

  • Hannover (VW Multivan, VW ID.Buzz)
  • Emden (VW ID.4, ID.7, ID.7 Tourer)
  • Zwickau (u.a. WW ID.3, Cupra Born, Audi Q4)
  • Neckarsulm: Audi A5, A6, A8 (aktuell ohne Nachfolger)

Bestätigt sind bislang noch keine Schließungen. Erfahrungsgemäß dienen solche Planspiele auch immer als Verhandlungsmasse, um Arbeitnehmer und Gewerkschaften zu Zugeständnissen wie Lohnverzicht zu bewegen. Zumindest für Zwickau gibt es auch eine Weiterverwendung, selbst wenn dort keine Neuwagen mehr vom Band rollen: Das Werk soll der „Recycling-Hub“ von VW werden, wo alte Elektroautos in Komponenten zerlegt werden.

Auch viele Elektroauto-Werke könnten schließen

Gegen die möglichen Schließungen regt sich heftiger Widerstand aus der Belegschaft und von Gewerkschaften, aber auch aus der Politik, die beim halbstaatlichen Volkswagen-Konzern viele Entscheidungen mittragen muss. „Einfach nur Werke zu schließen, wäre viel zu kurz gesprungen. Werksschließungen sind keine Zukunftsstrategie“, sagte Niedersachsens Vize-Regierungschefin, VW-Aufsichtsrätin und Grünen-Politikerin Julia Willie Hamburg der Deutschen Presse-Agentur. Gerade die Grünen, etwa der ehemalige Vizekanzler Robert Habeck, hatten stets behauptet, Grund für die Krise bei VW seien zu wenig Elektroautos. Nun zeigt sich: Von den kolportierten Werksschließungen wäre gerade die E-Auto-Produktion stark betroffen, etwa im Werk Zwickau. Dabei geht es weniger um die E-Modelle an sich als vielmehr die Unattraktivität des Standorts Deutschland.

Spanien und Ungarn könnten profitieren

Von Schließungen könnten denn auch andere VW-Standorte profitieren, etwa das Audi-Werk in Ungarn oder das Werk Martorell in Spanien, in dem Volkswagen schon jetzt seine elektrischen Kleinwagen bauen lässt. Um Arbeitsplätze zu retten, erwägt Niedersachsens Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat Olaf Lies bereits, chinesische Elektroautos in Deutschland bauen zu lassen. Für den chinesischen Markt gibt es viele eigene Modelle wie den ID. UNYX 07 mit einer neuen Software-Architektur. Eine Produktion solcher Modelle in Deutschland würde wahrscheinlich in Form einer CKD-Fertigung erfolgen („Completely Knocked Down“), das heißt, dass vorgefertigte Baugruppen importiert und dann nur noch vor Ort endmontiert werden. CKD-Fertigung kommt normalerweise in Entwicklungsländern zum Einsatz.

Diverse VW-Modelle vor dem Aus

Neben Werksschließungen stehen auch mehrere bekannte VW-Modelle vor dem Aus. Hierbei handelt es vorwiegend um Verbrenner, denn Volkswagen sieht seine Zukunft fast nur noch in Elektroautos. Bis 2029 will der Konzern allein in China 30 neue „New Energy Vehicles“ (NEV) auf den Markt bringen, also reine Batterieautos und Plug-In-Hybride.

Im Gegenzug fallen viele Modelle „hinten runter“. Das sind die bereits auf der Abschussliste stehenden oder bedrohten Modelle:

  • VW Touran: Hier ist das Aus schon fix, das letzte Modell lief im April 2026 vom Band. Möglicherweise gibt es einen elektrischen Van als Nachfolger, bis dahin bleiben als große Familienkutschen mit Verbrenner vor allem VW Passat oder VW Caddy.
  • VW Touareg: Auch das große Offroad-SUV kann man schon nicht mehr konfigurieren. „Von einer Nachfolge-Generation fehlt jede Spur, es ist außerdem unrealistisch, dass VW nochmals im Alleingang die Entwicklung eines neuen Modells auf Verbrenner-Basis in Angriff nimmt“, so die „Auto Motor & Sport“.
  • VW T-Roc Cabriolet: Während die normale Version des SUV vorerst weiter gebaut wird, soll für das Cabriolet bald Schluss sein.
  • VW Polo als Benziner und Diesel: In Europa setzt VW vor allem auf den den elektrischen Polo, womit der Verbrenner stark unter Druck gerät. Allerdings soll der Polo laut Unternehmenskreisen noch „bis weit in die 2030er Jahre hinein“ auch als Verbrenner weiterlaufen.
  • VW ID.5: Hier gilt die Einstellung als wahrscheinlich, da die Nische Coupé-SUV nicht sehr groß ist und es bald einen elektrischen Tiguan gibt, der die Lücke füllen würde.
  • VW Taigo: Auch hier stehen zumindest für den europäischen, rein Elektro-fixierten Markt die Chancen schlecht. „Dass er ein reiner Benziner und bisher nichts über eine Elektrovariante bekannt ist – anders als beispielsweise beim T-Cross und ID. Cross – dürfte dazu führen, dass die Karriere des Taigo keine besonders lange sein wird. Deshalb ist der kleine Crossover unser Tipp als nächster VW-Streichkandidat“, schreibt die „Auto Motor & Sport“.
  • VW Golf Variant: Nach Informationen von FOCUS online steht auch die beliebte Kombi-Version des Golf auf der Kippe, zumindest in Europa. VW widerspricht: Der Kompakt-Kombi werde weiter erhältlich sein. Gebaut wird der Wagen aber bereits in Mexiko. In Deutschland soll künftig zunehmend der elektrische ID.3 die Bedeutung des Golf übernehmen und ab 2029 der Golf 9, den es dann ebenfalls nur noch mit Batteriebetrieb gibt. Parallel dazu wird man aber zumindest bis zum EU-Verbrenner-Verbot 2035 wohl noch den aktuellen Golf 8 kaufen können. Der läuft dann zeitlich parallel zum neuen E-Golf vom Band.
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