Der Export-Erfolg chinesischer Autohersteller lenkt davon ab, dass es auf dem Heimatmarkt ordentlich rumpelt.
Der Export-Erfolg chinesischer Autohersteller lenkt davon ab, dass es auf dem Heimatmarkt gerade ordentlich rumpelt. Während Branchen-Riesen wie BYD weiter wachsen, bricht vielen kleinen Firmen die Basis weg.
Schon vor Jahrzehnten zeigte sich, wie clever die Strategie der chinesischen Autohersteller ist. Westliche Autobauer wurden ins Land geholt und mussten bei der Produktion nicht nur Gewinne teilen, sondern auch Knowhow abgeben. Mittlerweile hat sich China zum größten Automarkt der Welt entwickelt und große Konzerne wie BYD wollen in Europa VW und Co. ans Leder.
Der Angriff erfolgt auf mehreren Ebenen: Beim Elektroauto setzte man sich an die Spitze, beim Verbrenner holt man schnell auf und nutzt gnadenlos die dirigistische EU-Politik aus, die die europäischen Hersteller systematisch schwächt. Deutsche Autohersteller bauen Stellen ab und verlagern die Produktion ins Ausland. China dagegen will mit neuen Werken in der EU expandieren.
Gleichzeitig findet auf dem Heimatmarkt von BYD, Geely und Co. eine harte Konsolidierung statt. Laut jüngsten Daten des chinesischen Verbands für Personenkraftwagen (CPCA) wurden in China im Mai nur noch rund 1,5 Millionen Fahrzeuge verkauft – ein Minus von 22 Prozent verglichen mit demselben Vorjahresmonat. Zwischen Januar und Mai sanken die Verkäufe zudem um fast 20 Prozent gemessen am Wert desselben Vorjahreszeitraums.
Zunächst gab es einen Einbruch bei Elektroautos und Hybriden, die in China unter dem Begriff „New Energy Vehicles” (NEV) zusammengefasst werden. Der Grund war der Wegfall staatlicher Kaufprämien. Mit der Iran-Krise stieg dann die Nachfrage nach E-Autos vorerst wieder, während Benzinfahrzeuge unter Druck gerieten.
Diese vorübergehenden Effekte verdecken jedoch ein Grundproblem der chinesischen Autoindustrie: Es gibt in China eine erhebliche Überproduktion und viele Werke, die nur zur Hälfte ausgelastet sind. Experten gingen schon vor Jahren davon aus, dass die Diktatur in Peking wieder stärker in den Markt eingreifen und das enorme Wachstum vieler kleiner Hersteller begrenzen würde, die vor allem von Subventionen profitieren.
Diese Konsolidierung tritt nun ein. Sie dürfte viele Arbeitsplätze kosten, aber auch Überkapazitäten abbauen und unterm Strich den großen Playern wie BYD, Geely, Chery und einigen erfolgreichen Newcomern wie XPeng und Xiaomi zugute kommen. Denn der ruinöse Rabattkrieg hat die Gewinn der Autohersteller erheblich schrumpfen lassen.
Wie die „Auto Motor & Sport” berichtet, verschwinden nun einige einst bekannte Hersteller vom Markt, indem ihnen die Regierung die Lizenz entzogen hat. „Für die betroffenen Unternehmen bedeutet die Entscheidung das faktische Ende ihrer Rolle als Fahrzeughersteller. Viele der Marken hatten ihre Produktion bereits vor Jahren stark eingeschränkt oder vollständig eingestellt. Mit der Streichung entfällt nun auch die rechtliche Grundlage für eine eigenständige Fahrzeugfertigung”, so die Zeitschrift.
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Folgende Hersteller verschwinden demnach von der Bildfläche:
Auch wenn der Zustand der chinesischen Autoindustrie im Vergleich zur existenziellen Krise vieler deutscher Hersteller geradezu entspannt ist, erwarten Experten, dass die Konsolidierung noch lange nicht beendet ist und auch größere Namen treffen könnte. „Die chinesische Regierung verfolgt seit Jahren das Ziel, Überkapazitäten abzubauen und die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie zu stärken. Branchenbeobachter sehen deshalb weitere Zusammenschlüsse, Restrukturierungen und Marktaustritte als wahrscheinlich an”, so die „Auto Motor & Sport”.
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