China kauft immer weniger Verbrenner. VW, BMW und Mercedes geraten unter Druck, während BYD & Co weltweit Marktanteile gewinnen.
Der chinesische Automarkt bricht bei Verbrennern massiv ein. Für VW, BMW und Mercedes wächst der Druck – während chinesische Hersteller weltweit aufholen.
Ja, und zwar auf mehreren Ebenen gleichzeitig. Fangen wir international an, beim wichtigsten Einzelmarkt China. Dort greift die Prämisse zu kurz: Der Markt schrumpft, aber fast ausschließlich beim Verbrenner. Im Mai ist der chinesische Pkw-Markt um 23,4 Prozent auf rund 1,44 Millionen Fahrzeuge gefallen, der Verbrenner allein um 41,8 Prozent. E-Autos und Hybride liegen mit 947.000 Einheiten vorn.
Für die deutschen Hersteller ist das die eigentliche Klemme: Sie halten ihren China-Anteil fast nur noch über den Verbrenner. Im E-Auto-Segment, das über 80 Prozent in chinesischer Hand ist, spielen sie kaum eine Rolle. Der Markt bricht also genau dort ein, wo sie noch verdienen, und wächst dort, wo sie kaum vorkommen.
Gleichzeitig drücken die Chinesen ihren schwachen Heimatmarkt in den Export: Chinas Pkw-Ausfuhren sind im Mai um 73 Prozent auf rund 809.000 Fahrzeuge gestiegen. Das trifft die Deutschen an zwei weiteren Fronten.
In den Emerging Markets übernehmen chinesische Marken rasant: In Mexiko macht BYD rund 70 Prozent aller E- und Plug-in-Verkäufe, in Brasilien soll 2030 jeder fünfte Neuwagen aus China kommen.
Und im eigenen europäischen Heimatmarkt: Chinesische Marken haben ihren Anteil binnen eines Jahres auf rund 8 Prozent verdoppelt und bauen jetzt lokale Werke, BYD ab Ende 2026 in Ungarn, Chery bereits in Spanien. Lokale Produktion hebelt die EU-Zölle aus, der Druck zu Hause wird also struktureller, nicht kleiner. Die einzige Ausnahme sind die USA, die ihren Markt mit 100% Zoll und Technologieverbot faktisch abgeschottet haben.
Dass es kein kurzes Tief ist, zeigt die Branche selbst: Nio-CEO William Li rechnet 2026 mit einem Rückgang von 15 bis 20 Prozent im chinesischen Einzelhandel, und VW erwartet für dieses Jahr keine Erholung.
Die Modelloffensive ist richtig und überfällig, aber sie löst nicht das eigentliche Problem. VW bringt 2026 rund 20 neue elektrifizierte Modelle in China, holt sich die Software- und Assistenztechnik dafür aber von chinesischen Partnern. Der Wettbewerb wird heute nicht über die Zahl der Modelle entschieden, sondern über Software, Tempo und das digitale Erlebnis im Auto.
Wird China zum Milliardengrab für deutsche Autobauer?
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