BYD hat eine Zusage an die Türkei gebrochen und will stattdessen schneller in Europa expandieren.
Manche deutschen Autohersteller hoffen auf Chinas Industrie als Job-Retter, doch wie zuverlässig sind diese Konzerne? BYD hat angeblich eine Zusage an die Türkei gebrochen und will in Europa expandieren.
Wie unter anderem Reuters und mehrere türkische Medien berichten, hat der chinesische Elektroauto-Gigant BYD seinen Plan für ein neues Werk in der Türkei vorerst gekippt und will stattdessen schneller in Europa expandieren. Die Fabrik in der Provinz Manisa war 2024 angekündigt worden, 2026 sollte der Bau starten und nach Eröffnung jährlich 150.000 E-Autos vom Band rollen. Wie „Türkiye Today” berichtet, waren BYD von der türkischen Regierung unter anderem Einfuhrzoll-Ausnahmen im Gegenzug für lokale Produktion gewährt worden. 5000 Arbeitsplätze sollten entstehen, doch nun wurde das Werk auf unbestimmte Zeit verschoben.
Stattdessen soll das Werk in Ungarn schneller fertiggestellt werden, mit dem BYD den europäischen Markt mit Elektroautos beliefern will. Den Chinesen spielt dabei die EU-Kommission in die Hände, die mit dem Verbrenner-Verbot ab 2035 europäische und deutsche Hersteller schwächt und den Import chinesischer Billig-E-Autos begünstigt.
BYD setzt auf ein massives Wachstum in Europa. Im Interview mit FOCUS online bekräftige Alfredo Altavilla, Chef-Stratrege von BYD für Europa, gerade erst diese Pläne: „Wenn ich mir die Geschäftsentwicklung von BYD in Ländern wie Italien und Großbritannien ansehe, stelle ich fest, dass wir deutlich schneller in zwei bis vier Jahren einen Marktanteil von drei bis vier Prozent erreicht haben als die Konkurrenz, die vor über einem Jahrzehnt gestartet ist. Um es mit einer griffigen Formulierung zu sagen: Wir werden nicht ruhen, bis wir bei den Autoverkäufen in Europa ganz oben stehen", so Altavilla. Ob und wann das Werk in der Türkei doch noch gebaut wird, bleibt vorerst offen.
BYD verkaufte laut türkischen Medien im vergangenen Jahr 45.537 Fahrzeuge in der Türkei. Allerdings seien die Verkäufe in der ersten Jahreshälfte 2026 wieder stark gefallen. Ein Grund ist der Erfolg des Türkei-eigenen Elektroauto-Projekts namens TOGG.
Der Strategie-Wechsel von BYD und die Tatsache, dass die Chinesen ihre Pläne und Zusagen je nach Lage auch schnell wieder ändern, ist derweil kein gutes Vorzeichen für den möglichen Einstieg chinesischer Autokonzerne bei deutschen Automobilwerken. So hat unter anderem der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies bereits angeregt, dass Volkswagen künftig in Deutschland mit Hilfe chinesischer Konzerne E-Autos bauen soll.
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