Die Hamburger Hochbahn wollte eigentlich einen rein elektrischen Fuhrpark bei ihren Bussen aufbauen. Nun gibt es aber wieder Diesel-Busse.
Die Hamburger Hochbahn wollte eigentlich einen rein elektrischen Fuhrpark bei ihren Bussen aufbauen. Wie der „NDR” berichtet, setzt man nun wieder auf einen Mix aus Elektro- und Diesel-Fahrzeugen. Der Grund: Höhere Resilienz.
Spätestens nach dem linksradikalen Terroranschlag auf das Stromnetz in Berlin mit tagelangem Blackout ist das Thema Krisensicherheit wieder auf der Agenda vieler Kommunen. Und viele Verantwortliche stellen sich die Frage, ob der aus klimapolitischen Gründen eingeschlagene Elektro-Kurs wirklich eine gute Idee ist. Denn der erfordert nicht nur enorme Investitionen in das Stromnetz, sondern macht auch teure Neuanschaffungen nötig. Und bei einem Stromausfall haben E-Busse ein Problem, während Dieselbusse bei ausreichend Treibstoff-Vorrat krisensicher sind. Auf der anderen Seite sind Elektrofahrzeuge, auch bei Bussen, im Betrieb und bei der Wartung günstiger als ein Dieselantrieb und zudem lokal emissionsfrei unterwegs.
Aus eben diesen Gründen wollte die Stadt Hamburg, die bis 2040 die sogenannte Klimaneutralität erreichen will, eigentlich nur noch E-Busse anschaffen. Nun jedoch folgt ein Umdenken. „Die neue Einkaufsliste bis 2031 liest sich so: 240 neue Busse sollen E-Busse sein, aber 150 Busse sollen Dieselmotoren haben”, berichtet der NDR. Künftig soll es einen Mix aus Verbrenner- und Elektrobussen geben. „Die Hochbahn will sich angesichts der weltpolitischen Lage krisenfester aufstellen. So würden Ausfälle im Stromnetz wie in der Ukraine zeigen, dass mit Diesel betankte Fahrzeuge sinnvoll seien. Trotzdem soll der Großteil der Bus-Flotte elektrisch fahren. Dafür sprächen auch die aktuellen Herausforderungen im Welthandel mit Öl”, so der NDR weiter.
Um gleichzeitig die Klimaziele der Stadt nicht zu gefährden, sollen die Diesel-Fahrzeuge allerdings mit alternativen Kraftstoffen betrieben werden. Bewährt hat sich dabei HVO-Diesel, der aus Abfall- und Reststoffen gewonnen wird. Ein weiterer Vorteil des Kraftstoffes sind die besseren Schadstoff-Werte als beim normalen Diesel, wenn HVO bei älteren Fahrzeugen zum Einsatz kommt. „Bei aktuellen Dieselfahrzeugen, die über eine aufwendige Abgasnachbehandlung verfügen, ist der Schadstoffausstoß ohnehin schon so niedrig, dass eher der jeweilige Betriebszustand der Katalysatoren den (geringen) Unterschied macht als der verwendete Kraftstoff”, so das Fazit des ADAC, der HVO-Diesel getestet hat.
Generell steigt allerdings der bundesweite Anteil an Elektro-Bussen bei Verkehrsbetrieben stark an. Zum Einsatz kommen oft E-Busse von chinesischen Herstellern. Dabei wiederum gibt es Sicherheitsbedenken wegen möglicher Spionage und der Tatsache, dass die Fahrzeuge von China aus ferngesteuert werden könnten. In skandinavischen Ländern wird der Einsatz chinesischer Busse bereits skeptisch gesehen. E-Busse gibt es auch von vielen europäischen Herstellern wie Mercedes; allerdings sind die chinesischen Anbieter preisgünstiger.
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