Iran wollte ab 2015 russische T-90-Panzer kaufen und sogar selbst produzieren. Doch Sanktionen, offene Preisfragen und Teherans Forderung nach Technologietransfer verhinderten den Deal.
Iran wollte ab 2015 russische T-90-Panzer kaufen und sogar selbst produzieren. Doch Sanktionen, offene Preisfragen und Teherans Forderung nach Technologietransfer verhinderten den Deal.
Iran verhandelte ab Ende 2015 mit Russland über den Kauf moderner T-90-Panzer. Die Fahrzeuge sollten die veraltete iranische Panzerflotte verstärken. Zu einem Vertrag kam es jedoch nie. Heute geht die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern deutlich über den damals geplanten Panzerkauf hinaus.
Inzwischen unterstützt Moskau Teheran offenbar mit weiterentwickelter Drohnentechnik und militärischem Wissen. Seit 2022 liefert Teheran Russland Shahed-Drohnen, die dort unter der Bezeichnung Geran-2 eingesetzt und weiterentwickelt werden. Der Transport von Drohnen und Bauteilen erfolgte laut dem australischen Sender ABC unter anderem über iranische und russische Häfen am Kaspischen Meer.
Iran hatte ab Ende 2015 zunächst selbst Interesse an russischer Rüstungstechnologie. Der damalige Kommandeur der iranischen Landstreitkräfte, Brigadegeneral Ahmad Reza Pourdastan, bestätigte im Dezember 2015, dass ein Vorschlag zum Kauf moderner T-90-Kampfpanzer an den Generalstab weitergeleitet worden sei.
Die T-72-Panzer bildeten damals das Rückgrat der iranischen Panzertruppe. Der T-90 versprach bessere Gefechtseigenschaften, eine modernere Feuerleitanlage, verbesserte Nachtsicht und höheren Schutz, so das Fachmagazin „19FortyFive“.
Iran verfügte bereits über mehrere Hundert sowjetische T-72S, die nach dem Ersten Golfkrieg übernommen worden waren. Daneben setzte das Land amerikanische M60, britische Chieftains und selbst entwickelte Zulfiqar-Panzer ein. Die Vielfalt der Modelle erschwerte jedoch Wartung, Ersatzteilversorgung, Ausbildung und Munitionsbeschaffung.
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Teheran wollte nicht dauerhaft von russischen Lieferungen abhängig sein. General Kiomars Heidari erklärte daher im Februar 2016, Iran dürfe keine Waffen kaufen, wenn Russland nicht die erforderliche Produktionstechnologie übertrage. Der russische Hersteller Uralwagonsawod stellte daraufhin eine lizenzierte T-90S-Produktion im Iran in Aussicht – allerdings nur für den Fall, dass internationale Beschränkungen aufgehoben würden. Ein Vertrag wurde daraus nicht.
Auch ein im November 2016 diskutiertes russisch-iranisches Waffenpaket im Wert von rund 10 Milliarden Dollar blieb ohne Abschluss. Laut Reuters sollte es neben T-90-Panzern auch Artillerie, Flugzeuge und Hubschrauber umfassen. Iran setzte stattdessen auf den eigenen Karrar, der 2017 vorgestellt wurde und auf der T-72-Technik basiert.