Donald Trump weist die Navy an, beim Bau neuer Flugzeugträger zum Dampfkatapult zurückkehren. Ein Experte warnt vor hohen Kosten.
Donald Trump weist die Navy an, beim Bau neuer Flugzeugträger zum Dampfkatapult zurückkehren. Ein Experte warnt vor hohen Kosten.
US-Präsident Donald Trump hat die Navy angewiesen, bei künftigen Flugzeugträgern der Gerald-R.-Ford-Klasse auf das elektromagnetische Startsystem zu verzichten. Stattdessen sollen wieder die älteren Dampfkatapulte eingebaut werden. Die Entscheidung betrifft das vierte Schiff der Klasse, die spätere USS Doris Miller, sowie alle danach geplanten Träger.
Das berichtet das „Wall Street Journal“ (WSJ) unter Berufung auf amerikanische Regierungsvertreter. Demnach hat Trump die Änderung am Donnerstag in einem Memorandum zur nationalen Sicherheit angeordnet.
Die ersten drei Schiffe der Klasse bleiben beim bisherigen elektromagnetischen System. Das sind die „Gerald R. Ford“, die „John F. Kennedy“ und die „Enterprise“. Für die „Doris Miller“ bedeutet der Kurswechsel einen tiefen Eingriff in die Konstruktion. Mit dem Bau des Schiffs soll noch in diesem Jahr begonnen werden. 2034 soll das Kriegsschiff in Dienst gestellt werden.
Trump hält das bisherige System für zu kompliziert. Bei einer Konferenz in Pennsylvania sagte er im vergangenen Monat über die elektromagnetischen Katapulte: „Sie sind längst nicht so gut, zu komplex.“ Schon 2017 hatte er in einem Interview mit dem „Time“-Magazin erklärt, die Marine solle wieder auf „verdammt noch mal Dampf“ setzen.
In der Navy und in der Rüstungsindustrie stieß dieser Wunsch jahrelang auf Widerstand. Der Umbau gilt als extrem aufwendig, weil die Ford-Klasse grundlegend anders aufgebaut ist als die ältere Nimitz-Klasse.
Bereiche für die Dampftechnik wurden verändert oder existieren gar nicht mehr. Auf den älteren Trägern versorgt Dampf nicht nur die Katapulte, sondern auch Anlagen zur Frischwassererzeugung und Technik in den Bordküchen.
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Noch im Februar hatte die Marine die elektromagnetischen Katapulte ausdrücklich gelobt. Beide Systeme hätten auf der „Gerald R. Ford“ mehr Starts und Landungen pro Zeiteinheit ermöglicht als auf Trägern der Nimitz-Klasse. Bis März starteten laut „WSJ“ fast 37.000 Flugzeuge über die vier Katapulte des Schiffs. Der Träger beendete in diesem Jahr zudem einen elfmonatigen Einsatz, bei dem unter anderem am Krieg gegen den Iran beteiligt war.
Der Marineexperte Bryan Clark vom Hudson Institute hält die Rückkehr zum Dampf für teuer und technisch fragwürdig. Die Kosten des Umbaus würden in die Milliarden gehen, warnt er. Elektrik sei verlässlicher. Wenn sich Bauteile elektrifizieren ließen, würden viele dampfbetriebene mechanische Teile entfallen.
Nach seinen Angaben braucht die „Gerald R. Ford“ auch deshalb 500 Seeleute weniger. Im Betrieb kostet sie pro Jahr rund 100 Millionen Dollar weniger als ein Schiff der Nimitz-Klasse (etwa 86 Millionen Euro).
Auch der Hersteller General Atomics drängt auf einen Stopp des Kurswechsels. Das Unternehmen baut das elektromagnetische Startsystem für die Ford-Klasse. Ein Wechsel bringe „erhebliche Risiken bei Kosten, Zeitplan und Integration“.
Das Unternehmen warnte laut „WSJ“, die Einsatzbereitschaft, nationale Sicherheit und der technologische Vorsprung der USA könnte darunter leiden. China nutzt auf seinen neuesten Flugzeugträgern bereits elektromagnetische Katapulte, Frankreich plant sie ebenfalls für seinen nächsten Träger.