15 neue Kriegsschiffe sollen die US-Navy verstärken. Der milliardenschwere Plan bringt Werften und Zeitpläne an ihre Grenzen.
15 neue Kriegsschiffe sollen die US-Navy verstärken. Der milliardenschwere Plan bringt Werften und Zeitpläne an ihre Grenzen.
Die US-Navy will 15 atomgetriebene Schlachtschiffe der neuen Trump-Klasse bauen. Das Vorhaben könnte insgesamt 275 Milliarden US-Dollar kosten (rund 240 Milliarden Euro). Das geht aus einem neuen Bericht des Haushaltsdienstes des Kongresses hervor.
Präsident Donald Trump hatte das Projekt im Dezember in seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida angekündigt. Er stellte die Schiffe damals als größte Schlachtschiffe der amerikanischen Geschichte vor. Nach seinen Worten sollen sie mit Waffen „auf höchstem Niveau“ ausgerüstet werden. Trump nannte Hyperschallwaffen, Marschflugkörper, elektrische Railguns und die „modernsten Laser der Welt“.
Die Navy legte im Mai ihren Schiffbauplan für 2027 vor. Darin steht, dass sie die 15 Schiffe zwischen 2028 und 2056 beschaffen will. Jedes Schiff verdrängt 35.000 Tonnen und wäre damit weit größer als die heutigen Zerstörer und Kreuzer der USA.
Der Haushaltsdienst kalkuliert für das erste Schiff 23,4 Milliarden US-Dollar, umgerechnet etwa 20 Milliarden Euro. Für die weiteren Einheiten setzt er im Schnitt 18 Milliarden US-Dollar an, also rund 16,6 Milliarden Euro pro Schiff. Zusammen ergibt das die Summe von 275 Milliarden Dollar. Die Gesamtausgaben der Navy für Überwasserkampfschiffe würden damit binnen kurzer Zeit stark steigen. Laut dem Sender CNN klettert der Beschaffungsetat von 11 Milliarden Dollar im Jahr 2025 auf 18 Milliarden Dollar im Jahr 2027.
Zum Vergleich: Der Flugzeugträger USS Gerald Ford kostete im Jahr 2008 13,3 Milliarden US-Dollar. Das wären heute umgerechnet mehr als 20 Milliarden Dollar. Neuere Träger dieser Klasse dürften nach den Berechnungen des Kongressbüros rund 22 Milliarden Dollar kosten. U-Boote der Columbia-Klasse liegen bei etwa 10 Milliarden Dollar je Einheit.
Laut dem Bericht gibt es auch erhebliche Probleme in den US-Werften. Die beiden wichtigsten Bauplätze für Überwasserschiffe, Bath Iron Works in Maine und Ingalls Shipbuilding in Mississippi, liefern Zerstörer der Arleigh-Burke-Klasse im Schnitt fünf Jahre verspätet aus.
„Alle unsere Programme sind ein einziges Chaos“, sagte der damalige Marineminister John Phelan 2025 im Kongress. Selbst das beste Schiffbauprogramm liege sechs Monate zurück und 57 Prozent über dem Budget.
Für atomgetriebene Schiffe fehlen Bath Iron Works und Ingalls nach den Berechnungen des Kongressbüros ohnehin die Kapazitäten. Deshalb käme wohl Newport News Shipbuilding in Virginia infrage. Dort entstehen bereits Flugzeugträger und U-Boote. Ein zusätzliches Großprojekt könnte diese Programme weiter verzögern.
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Die neuen Schiffe sollen Flugabwehrraketen, See-Boden-Waffen, Hyperschallraketen, nukleare Marschflugkörper, Laser und eine elektromagnetische Kanone tragen. Damit gehörten sie zu den stärksten Plattformen im Arsenal der USA.
Der französische Sender BFM TV berichtet, Washington sehe sich beim Umfang seiner Flotte inzwischen deutlich hinter China. Besonders das hohe Tempo des chinesischen Schiffbaus gibt den USA Anlass zur Sorge.
Gleichzeitig gibt es Zweifel am Konzept. Der frühere Admiral James Stawridis fragte in einem Gastbeitrag bei Bloomberg: „Ist es sinnvoll, so viele teure Waffen und so viele Seeleute auf einer einzigen, womöglich verwundbaren Plattform zu bündeln?“ Angesichts von Drohnenschwärmen, Tarnkappen-U-Booten, Hyperschallraketen, modernen Torpedos und Cyberwaffen wirke das riskant.