Die USA erklären Irans U-Boot-Flotte für zerstört. Doch ein Angriff auf ein Ghadir-Boot in Bandar Abbas und widersprüchliche Bestandszahlen lassen Fragen offen.
Die USA erklären Irans U-Boot-Flotte für zerstört. Doch ein Angriff auf ein Ghadir-Boot in Bandar Abbas und widersprüchliche Bestandszahlen lassen Fragen offen.
Die US-Regierung hat Irans Marine im Frühjahr als weitgehend zerstört bezeichnet. Das Weiße Haus sprach in einer Mitteilung vom 8. April davon, jedes iranische U-Boot zerstört zu haben.
Andere Bestandsangaben ergeben jedoch ein weniger eindeutiges Bild. Eine Analyse der Nuclear Threat Initiative (Initiative gegen nukleare Bedrohungen) vom September 2025 schätzt, dass Iran zu diesem Zeitpunkt über etwa 28 bis 30 U-Boote verfügte.
Darunter befanden sich rund 23 Mini-U-Boote der Ghadir-Klasse. Wie viele dieser Boote die US-Angriffe 2026 überstanden, ist laut dem Fachmagazin „19FortyFive“ nicht abschließend geklärt.
Im Mai erklärte Teheran, die Mini-U-Boote als „unsichtbare Wächter“ in der Straße von Hormus einzusetzen. „Bloomberg“ berichtete unter Berufung auf das Internationale Institut für Strategische Studien von einem geschätzten Bestand von mindestens 16 Ghadir-Booten.
Am 12. Juli hatten drei unbemannte Überwasserfahrzeuge der US-Streitkräfte einen Hafen- und Wartungsbereich in Bandar Abbas angegriffen. Auf den vom US-Militär veröffentlichten Aufnahmen ist ein U-Boot auf einer gelben Hebevorrichtung zu sehen, die es aus dem Wasser hebt. „USNI News“, ein auf die US Navy spezialisiertes Nachrichtenportal, identifizierte das Fahrzeug als U-Boot der Ghadir-Klasse.
Die Drohnen näherten sich dem Kai und detonierten. Das Video endet jedoch vor einer Aufnahme der Schäden. Deshalb bleibt offen, ob das Boot zerstört, schwer beschädigt oder bereits zuvor außer Betrieb war.
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Die Ghadir-Boote sind etwa 29 Meter lang, verdrängen unter Wasser ungefähr 125 Tonnen und werden von einer Besatzung von etwa sieben Personen betrieben. Zwei Torpedorohre mit einem Durchmesser von 533 Millimetern bilden ihre Hauptbewaffnung.
Nach Einschätzung des „National Security Journal“ sind die Boote größeren iranischen Kilo-U-Booten bei Reichweite, Geschwindigkeit und Sensorik unterlegen. Dafür können sie in den flachen Gewässern des Persischen Golfs operieren. Sie könnten dort Torpedos einsetzen, Minen legen oder Spezialkräfte absetzen.
Die Klasse geht laut den Berichten auf nordkoreanische Yono-Technik zurück. Iran soll das Konzept übernommen und anschließend in der eigenen Rüstungsindustrie weiterentwickelt haben.
Ein bestätigter Kampferfolg eines Ghadir-U-Boots liegt nicht vor. „Wenn ich Iran wäre und ein großes Zeichen setzen wollte, würde ich sie gemeinsam mit Schnellbooten und Drohnen einsetzen“, sagte die Expertin Emma Salisbury, eine britische Verteidigungs- und Sicherheitsexpertin, laut „Bloomberg“. Besonders die Möglichkeit, Minen zu legen, gilt als Risiko für die Schifffahrt.