Russlands Kriegskurs gerät laut mehreren Analysen zunehmend unter Druck. Experten sehen militärische Rückschläge, eine schwächelnde Wirtschaft und gescheiterte Strategien des Kremls.
Russlands Kriegskurs gerät laut mehreren Analysen zunehmend unter Druck. Experten sehen militärische Rückschläge, eine schwächelnde Wirtschaft und gescheiterte Strategien des Kremls.
Neue Analysen beschreiben die Lage des Kremls düster. Wladimir Putins Strategie im Krieg gegen die Ukraine gerät nach Einschätzung westlicher und russischer Fachleute zunehmend ins Stocken. Das berichtet eine Analyse in „Foreign Affairs“.
Der Kreml sieht sich in mehreren zentralen Hoffnungen seit Monaten enttäuscht. Putin habe lange auf drei Wege gesetzt, doch keiner davon scheine derzeit aufzugehen.
Der erste Weg sei gewesen, gemeinsam mit den USA Druck auf die Ukraine auszuüben, damit Kiew russische Friedensbedingungen akzeptiert. Das hat nicht funktioniert. Der Kreml überschätzte seine Position und stellte Forderungen, die selbst Donald Trump weder annehmen noch durchsetzen konnte.
Der zweite Weg habe darauf gesetzt, dass die USA ihre Unterstützung für die Ukraine weitgehend einstellen. Auch das ist bislang nicht eingetreten. Zwar sind einzelne Hilfen zurückgefahren worden, doch Geheimdienstinformationen und Sanktionen gegen Russland bleiben bestehen. Außerdem haben europäische Partner einen Teil der Lücken geschlossen.
Der dritte Weg sei die härteste Variante gewesen: weiterkämpfen, bis Russland militärisch gewinnt. Doch auch dieser Weg wirkt inzwischen unsicher. Laut den Experten verliert Russland mehr Soldaten, als es neu rekrutieren kann, und der Vormarsch an der Front komme nur noch langsam voran.
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Das US-Magazin „Fortune“ zitiert eine Studie des Washingtoner Thinktanks CSIS, die zeigt, dass auch Russlands Wirtschaft „stottert“ und Putins Modell der Kriegsfinanzierung das Land an einen „wirtschaftlichen, politischen und militärischen Abgrund“ dränge. Der Westen habe Russland mit Sanktionen nicht zu Fall gebracht, doch die Belastung wachse.
CSIS verweist dem Bericht zufolge auf enorme Verluste an der Front: Bis zu 450.000 tote russische Soldaten und rund 1,4 Millionen Verwundete seit Kriegsbeginn. Gleichzeitig seien die Geländegewinne 2026 minimal. Teilweise habe Russland zuletzt sogar wieder Gebiet verloren. Hinzu kommen schwächere Energieeinnahmen, sinkende Reserven und wachsende Kosten für den Krieg. Ukrainische Angriffe auf russische Öl- und Gasanlagen verschärfen den Druck zusätzlich.
Trotzdem warnen die Experten vor voreiligen Schlüssen. Weder „Foreign Affairs“ noch CSIS rechnen damit, dass der Kreml kurzfristig einlenkt. Russland könne den Krieg weiterhin finanzieren, Widerstand im Land unterdrücken und seine Rüstungsproduktion hochhalten.