Für Putin ist die Krim emotional unverzichtbar. Genau das macht sie laut Experte Gustav Gressel zur strategischen Schwachstelle Russlands.
Für Putin ist die Krim emotional unverzichtbar. Genau das macht sie laut Experte Gustav Gressel zur strategischen Schwachstelle Russlands.
Die Krim ist für Russlands Präsident Wladimir Putin weit mehr als ein strategisch wichtiger Stützpunkt. Gerade weil sie „für Putin emotional wichtig ist“, wird sie nach Einschätzung des Militärexperten Gustav Gressel zur Falle. Denn auf die Halbinsel kann der Kreml nicht verzichten – und genau das versucht die Ukraine auszunutzen.
„Russland soll den Krieg durch die Krim verlieren“, zitiert Gressel den Kommandanten der unbemannten Streitkräfte im Interview mit FOCUS online. Die Halbinsel sei ein „wichtiger Rückraum für die Front am Dnepr“ mit Logistikzentralen, Drohnenstartplätzen, Treibstoff- und Munitionslagern. Gleichzeitig sei sie entscheidend für die Versorgung der südlichen Front. Deshalb wolle die Ukraine die Logistik über die Krim gezielt abschneiden.
Hinzu komme die symbolische Bedeutung der Halbinsel. Sie sei „der Beginn der russischen Eroberungen“ und durch die russische Propaganda „zum Herz- und Kernstück der Eroberungspläne in der Ukraine erhoben“ worden. Deshalb könne Putin nicht sagen: „Okay, dort ist es einfach schwierig. Da ziehen wir uns zurück.“
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Genau darin sieht Gressel den ukrainischen Vorteil. Russland müsse „immer mehr und mehr Ressourcen hineinbuttern“, um die Krim zu halten. Die Ukraine habe dort „die größten Chancen“, diese Kräfte auszuschalten, bevor sie an der Front wirksam werden. Zudem versuche sie durch psychologische Kriegsführung, Russland dazu zu bringen, noch mehr Truppen auf die Krim zu verlegen.
Eine Rückeroberung der Halbinsel sei derzeit nicht das Hauptziel.
„Sie ist Verhandlungsobjekt, sie ist ein Druckpunkt, sie ist sozusagen ein Hebel, mit dem man Russland zu Verhandlungen zwingen kann“, sagt Gressel.
Bis dahin bleibe die Krim vor allem ein Mittel, um den russischen Nachschub zu schwächen.
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