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„Das ist scheiße“: St. Pauli verspielt 2:0-Führung in Kiel – und schiebt Frust

Дата публикации: 14-08-2026 20:14:32

St. Pauli vergibt in Kiel eine 2:0-Führung und spielt nur 2:2. Die Beteiligten zeigten sich entsprechend angefressen nach der Partie.

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FC St. Pauli

„Das ist scheiße“: St. Pauli verspielt 2:0-Führung in Kiel – und schiebt Frust

Louis Oppie kann es nicht fassen: St. Pauli kam in Kiel nicht über ein 2:2 hinaus. WITTERS

St. Pauli vergibt in Kiel eine 2:0-Führung und spielt nur 2:2. Die Beteiligten zeigten sich entsprechend angefressen nach der Partie.

Die hängenden Köpfe bei den Kiezkickern auf dem Weg in die Kabine sagten alles. Das 2:2 im Nordduell bei Holstein Kiel war kein gewonnener Punkt, es waren zwei verlorene. Auf der sommerheißen Baustelle Holstein-Stadion hatte der FC St. Pauli eine 2:0-Halbzeitführung verspielt und den Ausgleich in der Schlussphase kassiert. Wieder kein Dreier!

„Das ist scheiße“, schimpfte Martijn Kaars nach der Partie bei drückender Hitze über die verspielten ersten Saisonsieg fünf Minuten vor Schluss. Das Resultat sei „sehr enttäuschend“.

Kaars hatte nach XXL-Chance zur Führung getroffen

Der Stürmer hatte die Kiezkicker nach einem kuriosen Kieler Doppel-Fehlpass in Führung geschossen (32.), nachdem er nach nur zwei Spielminuten noch völlig frei an Kiels Keeper Weiner gescheitert war, und er hätte in der 62. Minute beinahe das 3:1 per Kopf erzielt, wenn nicht wieder Weiner mit einem Wahnsinns-Reflex noch irgendwie seine Hand zwischen die heranfliegende Pille und seine Kiste bekommen hätte. Die zwei Punkte nach zwei Spielen des Saisonstarts, so Kaars, seien eindeutig „zu wenig“.

Martijn Kaars von St. Pauli jubelt nach dem 0:1 bei Holstein Kiel mit erhobener Faust.

Martijn Kaars traf zur St. Pauli-Führung in Kiel. WITTERS

Klartext der Kiezkicker nach der umkämpften Partie vor 11.700 Zuschauenden im Holstein-Stadion, das wegen des Umbaus aktuell nur drei Tribünen hat. Auch Louis Oppie war sichtlich genervt.„Wir haben nicht mehr unser Spiel gemacht und Kiel damit stark gemacht“, ärgerte sich der Linksverteidiger, dass die in der Nachspielzeit der ersten Hälfte durch Taichi Hara herausgeschossene 2:0-Führung nicht gereicht hatte.

Wie schon im Auftaktspiel gegen Fürth (1:1) hatten die Braun-Weißen eine Führung nicht zum Dreier genutzt. „Wir hätten aus den ersten beiden Spielen sechs Punkte holen können.“

Auch Trainer Marcel Rapp räumte nach seiner sportlichen Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte ein, dass „ergebnistechnisch mehr drin war für uns“, aber die Leistung seiner Mannschaft „gut“ gewesen sein. „Kiel hatte vielleicht mehr den Ball, aber wir haben die größeren Chancen. Wenn wir das 3:1 machen, dann gewinnen wir. Wir hatten zwei Chancen dazu, die wir nicht nutzen. Das war der Knackpunkt.“

Kiel kommt trotz 0:2-Rückstand noch mal zurück
Kasper Davidsen und David Nemeth im Zweikampf beim Spiel Holstein Kiel gegen den FC St. Pauli.

Die zweite Hälfte war immer wieder umkämpft, wie hier zwischen Kasper Davidsen (l.) und David Nemeth. WITTERS

Dann wäre nach einer guten Stunde der Deckel drauf gewesen. So aber erhöhten die Gastgeber, denen in der 56. Minute durch Phil Harres per Kopf der Anschlusstreffer gelungen war. Weil aber die Gäste in den guten Umschaltmomenten, die sie hatten, den Ball nicht zum dritten Mal im Tor unterbringen konnten – Kaars hatte in der 63. per Linksschuss die Chance dazu, der eingewechselte Ricky-Jade Jones verpasste eine scharfe Hereingabe von Banks vor dem Holstein-Tor nur ganz knapp verfehlte – blieb Kiel im Spiel.

Drei erzielte Treffer nach zwei Spielen sind gut, wenn man bedenkt, das St. Pauli in der vergangenen Saison ein Problem mit dem Toreschießen hatte. Drei kassierte Gegentore sind dagegen zu viele.

Beide Kieler Treffer fielen nach hohen Bällen. Einmal kam Ben Voll nicht an die Flanke und Marcus Mathisen nicht ins Kopfball-Duell, beim bitteren 2:2-Ausgleich verlor David Nemeth das Kopfball-Duell vor dem folgenden und erfolgreichen Torschuss durch Jonas Therkelsen (88.), der St. Pauli wie ein Tiefschlag traf.

Rapp sieht „kein generelles Problem“ bei St. Pauli

Trainer Rapp wollte dennoch „kein generelles Problem“ beim Verteidigen hoher Bälle bei seiner Mannschaft ausmachen, verwies auch auf Mängel bei den Zweikämpfen vor den hohen Bällen, bei denen man schon die Flanken hätte verhindern oder zumindest stören können.

„Wir bekommen auf jeden Fall Tore, die wir nicht so bekommen wollen“, monierte Nemeth. „Wir wollen einfach so wenig wie möglich Tore bekommen. Das müssen wir noch abstellen.“

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Damit es nach saisonübergreifend nunmehr zehn Spielen ohne Dreier endlich wieder einen braun-weißen Sieg gibt. Im nächsten Spiel ist ein Unentschieden jedenfalls ausgeschlossen. Am kommenden Sonntag treten die Kiezkicker in der ersten DFB-Pokalrunde bei Drittligist Rot-Weiss Essen an. Da wird es einen Gewinner geben – und sollte der nicht FC St. Pauli heißen, dann könnte es schon unruhig werden bei den Hamburgern.

„Wir sind unzufrieden mit dem Ergebnis“, so Rapp, der mit seiner Familie nach wie vor hauptsächlich in Kiel wohnt, aber mit seiner neuen Mannschaft nach dem Spiel per Bus zurück nach Hamburg fuhr, wo morgen das Regenerationstraining steigt. „Aber wir müssen es so akzeptieren und machen weiter.“

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