Der 1. FC Union Berlin verliert bei der Saisoneröffnung gegen England-Team Ipswich Town - und deren Fans fühlen sich im Stadion An der Alten Försterei so richtig wohl
Der 1. FC Union Berlin eröffnete am Sonnabend die neue Spielzeit im Stadion An der Alten Försterei. Gemeinsam mit 12.421 Fans wollten die Eisernen den Beginn der neuen Spielzeit mit einem Spiel gegen Ipswich Town feiern. So richtig Spaß hatten dabei aber dann doch nur die Gäste.
Die durften nämlich zusehen, wie ihre Mannschaft in Köpenick ein Tor nach dem anderen schoss und den 1. FC Union mit 4:2 besiegte.
Nachdem Kasey McAteer das vierte Tor für die Engländer geschossen hatte, fühlten sich die englischen Fans so wohl, dass sie sich in ihren Gesängen wünschten, man solle sie bloß nicht wieder nach Hause bringen.
„Don’t take me home, please don’t take me home, I just don’t wanna go to work. I wanna stay here, drink all the beer, please don’t take me home“ (deutsch: „Bringt mich nicht heim, bitte bringt mich nicht heim, ich will nicht zur Arbeit gehen. Ich will hierbleiben, das ganze Bier trinken. Bitte bring mich nicht heim.), klang es aus dem Auswärtsblock heraus.
„Wir lieben dieses Lied“, sagt ein Fan nach dem Spiel. Der Grund, warum sich die Fans in Köpenick so wohlgefühlt haben? Die Stehplätze! „Die sind toll, sowas gibt es in England nicht“, erzählt er.
Außerdem findet er wirklich super, dass man in Deutschland im Stadion Bier trinken darf. Auch das geht in den Stadien der Premier League nicht (mehr).
Für das Erlebnis in der Alten Försterei hat er durchaus Aufwand betrieben. „Wir sind heute Mittag angekommen und fahren nach dem Spiel wieder nach Hause“, erklärt er. Und er ist nicht der Einzige, der eine solche Odyssee auf sich genommen hat.
Es sind ungewöhnlich viele Auswärtsfans für ein internationales Testspiel gekommen. Zwei Wochen vorher, als Union gegen Cagliari Calcio spielte, blieb der Gästeblock weitestgehend leer. Am Sonnabend ließen ihn die Engländer durch ihre Trikots komplett in Blau erstrahlen. Einige verbinden mit dem Stadionbesuch einige Tage Urlaub in Berlin.
„Es ist das letzte Spiel vor der Premier League“, erklärt ein Fan. Er ist bisher bei jedem Vorbereitungsspiel der Saison gewesen. „Sonst sind es ein paar hundert Fans, heute waren es fast zweitausend“, schätzt er.
Auch dass die Bundesliga für ihre Atmosphäre berühmt ist, könnte Fans angelockt haben, vermutet er. Und sie sind keineswegs enttäuscht.
Die Stimmung, da sind sich alle in der Runde einig, sei toll gewesen. Besonders das Intro der Eisernen hat den Engländern gefallen. „Oh, das haben wir geliebt“, freut sich ein Fan.
Vielleicht ist es ein kleiner Trost für Union. Zwar konnte die Mannschaft nicht unbedingt mit ihrer Leistung glänzen, dafür aber umso mehr als Gastgeber.
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