Für Urlauber in Kroatien wird der Kampf um einen Platz am Strand zunehmend zum Streitpunkt
Ein Laster der Müllabfuhr transportiert einen Stapel Sonnenliegen ab, die frühmorgens einen Strand an der kroatischen Küste blockiert hatten
Für Urlauber in Kroatien wird der Kampf um einen Schattenplatz am Strand zunehmend zum Streitpunkt. Mitte Juli kursierten in sozialen Netzwerken Bilder von beladenen Müllwagen, auf denen sich Liegen, Handtücher und Matten stapelten. Dahinter steckt ein Problem, gegen das mehrere Küstenorte inzwischen konsequent vorgehen.
In der Gemeinde Tučepi sollen die schattigen Plätze an den Stränden laut dem kroatischen Onlineportal Index.hr bereits um 6.30 Uhr morgens mit Liegestühlen belegt sein. Ein deutscher Urlauber hatte sich gegenüber dem Portal darüber beschwert. Viele der Liegen seien zu diesem Zeitpunkt offenbar weder gemietet noch von Badegästen genutzt worden. Besonders Familien mit Kleinkindern leiden darunter, wenn sie trotz frühem Erscheinens keinen Platz im Schatten mehr finden.
Frühe Reservierungen sorgen für ÄrgerGegenüber Index.hr schildert der deutsche Urlauber die Situation so: „Obwohl wir sehr früh an den Strand kommen, sind wir regelmäßig gezwungen, uns in die direkte Sonne zu setzen oder auf Bereiche auszuweichen, die nur kurze Zeit Schatten bieten.“ Sein jüngstes Kind sei erst ein Jahr alt und habe aufgrund der großen Hitze bereits Hautreizungen entwickelt.
Um die Praxis einzudämmen, hatte die Gemeinde Tučepi bereits 2024 Maßnahmen ergriffen. Wer ein Handtuch am Strand zurückließ, musste mit einem Bußgeld rechnen. Die Strafe konnte bis zu 130 Euro betragen.
Müllabfuhr sammelt Gegenstände einInzwischen gehen auch andere Orte an der kroatischen Küste teils radikal gegen die Reservierungen vor. Wie Index.hr berichtet, werden zurückgelassene Gegenstände am Strand ausnahmslos von der Müllabfuhr eingesammelt. In dalmatinischen Badeorten wie Makarska oder Sveti Filip räumen kommunale Reinigungskräfte inzwischen jeden Morgen herrenlose Handtücher weg.
Bei den Einheimischen findet diese Praxis große Zustimmung. Unter einem Facebook-Post der Gemeinde Sveti Filip finden sich fast ausnahmslos positive Kommentare. Ein User schreibt: „Großes Lob! Seit Jahren kämpfen wir gegen diejenigen, die ihre Sachen am Strand liegenlassen, um sich einen Platz zu reservieren, und erst am späten Nachmittag zurückkommen. Wir anderen wissen dann oft nicht mehr, wo wir unsere Handtücher ausbreiten sollen, wenn wir zum Baden kommen. Die gute alte Regel lautete doch immer: Komm an den Strand, bring deine Sachen mit und nimm sie wieder mit, wenn du gehst!“
Strände in Kroatien müssen für alle zugänglich seinHinter dem Vorgehen steht auch die Rechtslage. Strände gelten in Kroatien als öffentliches Gut und sollen allen Besuchern zu gleichen Bedingungen offenstehen. Kostenpflichtige Privatstrände sind laut der Kleinen Zeitung, abgesehen von wenigen Ausnahmen, grundsätzlich verboten. Hotels, Cafés und Clubs in Strandnähe dürfen Badegäste zudem nicht dazu verpflichten, kostenpflichtige Liegen oder Sonnenschirme zu mieten.
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