Lufthansa verdient wegen hoher Kerosinkosten verstärkt mit teuren Zusatzgebühren.
Auf Europa- und Mittelstrecken verlangt Lufthansa seit Juli für den Platz in der ersten Reihe der Business Class einen Aufpreis von um 35 Euro
Frankfurt – Der Gewinneinbruch ist gewaltig: Lufthansa hat am Dienstag für das zweite Quartal einen Absturz des Nettogewinns von rund einer Milliarde auf nur noch 123 Millionen Euro gemeldet und den Ausblick für das Gesamtjahr gesenkt. Hauptgrund sind die stark gestiegenen Treibstoffkosten.
Für Passagiere bedeutet das vor allem eines: Deutschlands größte Airline setzt ihren Kurs fort, immer mehr Geld über Zusatzgebühren einzunehmen. Was früher im Ticketpreis enthalten war, kostet heute oft extra.
Besonders auffällig ist die neue Gebühren-Strategie bei Sitzplätzen. BILD stellt die teilweise neuen Aufschläge vor:
Auf Europa- und Mittelstrecken verlangt Lufthansa seit Juli für den Platz in der ersten Reihe der Business Class einen Aufpreis von um 35 Euro. Betroffen sind auch Reisende mit teuren Tickets in den Tarifen Business Comfort, Business Comfort Green und Business Flex. Einen besseren Sitz gibt es dafür nicht. Verkauft wird der Vorteil, als Erster aussteigen zu können. Und es gibt mehr Beinfreiheit.
Auch gibt es keinen Vordersitz, der bei Neigung der Rückenlehne den eigenen Platz oder die eigene Bewegungsfreiheit einschränkt.
Noch teurer wird es auf der Langstrecke. Im modernisierten Airbus A380 führt Lufthansa mehrere kostenpflichtige Sitzplatzkategorien ein. Der normale „Classic-Seat“ bleibt kostenlos. Wer einen Sitz am Fenster mit mehr Privatsphäre möchte, zahlt je nach Strecke 100, 140 oder 170 Euro zusätzlich. Für einen „Extra Space Seat“ mit mehr Bewegungsfreiheit werden 130, 170 oder 230 Euro fällig.
Richtig teuer werden die Premiumplätze in der Business Class: Für die begehrten Business-Suiten verlangt Lufthansa – je nach Flugdistanz – 400, 500 oder sogar 600 Euro pro Strecke zusätzlich zum ohnehin teuren Business-Class-Ticket.
Doch damit nicht genug: In günstigen Tarifen ist Aufgabegepäck häufig nicht mehr inklusive und muss separat bezahlt werden. Seit Juli verlangt Lufthansa auf zahlreichen Strecken sogar Geld, wenn Passagiere nach dem Online-Check-in ihren bereits zugewiesenen Sitzplatz noch wechseln möchten. Hinzu kommen je nach Tarif Umbuchungsgebühren sowie in einzelnen Märkten Zahlungsgebühren für bestimmte Kreditkarten.
Verschont werden treue KundenEs gibt aber für treue Kunden auch gute Nachrichten. Während Lufthansa bei normalen Passagieren immer mehr Leistungen einzeln verkauft, schont die Airline ihre treuesten Kunden. Senatoren und HON‑Circle‑Member dürfen viele der neuen Extras weiterhin kostenlos nutzen: mehr Handgepäck, zusätzliches Freigepäck und kostenlose Reservierungen ausgewählter Premium-Sitzplätze.
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