Lufthansa kämpft mit hohen Kerosinkosten, Sparprogramm und möglichen höheren Preisen.
Alle europäischen Airlines stöhnen über hohe Kerosinpreise, doch unsere Lufthansa trifft es besonders hart. Die Kranich-Linie ist tief in Turbulenzen geraten: Der operative Gewinn brach im zweiten Quartal um 56 Prozent auf 383 Millionen Euro ein – ein heftiger Absturz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Kernmarke Lufthansa Airlines selbst flog operativ wieder in die roten Zahlen. Doch warum kommen die LH-Rivalen Air France-KLM und British-Airways-Mutter IAG deutlich besser durch die Krise?
Der Lufthansa-Vergleich mit der Konkurrenz fällt entsprechend ernüchternd aus: Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) des Kranich-Konzerns brach um 56 Prozent auf 383 Millionen Euro ein. Beim Hauptrivalen Air France-KLM sank das vergleichbare operative Ergebnis dagegen lediglich um 34 Prozent auf 484 Millionen Euro. Noch robuster präsentierte sich die British-Airways-Mutter IAG: Sie erwirtschaftete im ersten Halbjahr einen Vorsteuergewinn von 1,4 Milliarden Euro – trotz eines Rückgangs um 19 Prozent.
Dabei hatte Lufthansa doch diese Erfolgsmeldung herausgegeben: 86 Prozent des Kerosinbedarfs für 2026 seien abgesichert. Dennoch rechnet der Konzern mit zusätzlichen Treibstoffkosten von rund 1,5 Milliarden Euro. Der Grund: Die Lufthansa sichert sich vor allem über Rohöl- und Gasölgeschäfte ab – der reine Kerosinpreis ist aber stärker gestiegen als diese Rohstoffe. Deshalb greift der Schutz nur teilweise. Sie schützt daher nicht vollständig vor dem außergewöhnlich starken Anstieg.
Hinzu kommen hausgemachte Probleme. Lufthansa musste zusätzlich Streikkosten schultern und kämpft seit Längerem mit zu hohen Kosten. Insider berichten: Konzernchef Carsten Spohr (59) will schwach ausgelastete Europa-Strecken streichen oder Flüge reduzieren.
Kommt erstaunlich gut durch die Kerosin-Krise: Lufthansa-Rivale British Airways
Flotte verschlanken: Besonders verbrauchsintensive Langstreckenjets werden früher ausgemustert. Unter anderem verabschiedet Lufthansa den Airbus A340-600 vorzeitig und stellt zwei Boeing 747-400 im Winter vorübergehend still.
Sparen: Mit dem Programm „New Ways“ sollen bei Lufthansa Airlines und in Zentralbereichen bis zu 550 Vollzeitstellen entfallen.
Preise rauf: Fluggäste müssen sich weiterhin auf steigende Preise einstellen. Langstrecken stehen unter dem größten Kostendruck, weil dort der Kerosinanteil an den Gesamtkosten am höchsten ist. Air France-KLM hat bereits angekündigt, Economy-Tickets auf Langstrecken um 50 Euro pro Hin- und Rückflug zu verteuern. Lufthansa hat sich dazu nicht geäußert.
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