Die Stiftung Warentest warnt vor unseriösen Internetbrokern und verbundenen Angeboten. Wir listen aktuelle Fälle auf und sagen, wie Sie die Masche erkennen.
Durch unseriöse Internetbroker und Online-Handelsplattformen verlieren Anlegerinnen und Anleger viel Geld. Die Stiftung Warentest warnt regelmäßig vor ihnen. Die jeweils aktuellsten Fälle unseriöser Internetbroker listen wir hier auf einen Blick auf. Zudem beschreiben wir die Masche und stellen eine Checkliste mit Warnzeichen bereit.
Tipp: Alle Warnungen vor unseriösen Firmen und Finanzprodukten bündeln wir auf unserer Warnliste Geldanlage (Download kostenlos im Format pdf möglich). Wir greifen auch Hinweise unserer Leserinnen und Leser und Warnungen von Finanzaufsichtsbehörden und Verbraucherzentralen auf.
Dubiose Internetbroker melden
Wenn Ihnen bei einem Internetbroker etwas dubios vorkommt, können Sie die Informationen dazu per Email an die Redaktion senden.
[21.7.2026] Steile Renditen stellt die angebliche Handelsplattform Stockspay.org aus Helsinki in Finnland in Aussicht. Im „Basistarif“ ab 300 Euro soll der tägliche Return on Investment für 10 Tage bei 2 Prozent liegen, im „Standardplan“ ab 5 000 US-Dollar für 14 Tage bei 3 Prozent täglich und im „Premium-Paket“ ab 15 000 US-Dollar sogar bei 4 Prozent täglich. Zweifel sind angebracht: Auf der Internetseite stockspay.org heißt es, Stockspay sei 2009 in Finnland gegründet worden. Wir haben aber keinen Handelsregistereintrag gefunden. Unbekannt ist auch, welche Aufsichtsbehörde zuständig ist. In der Datenbank der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht der Unternehmen mit einer Erlaubnis zum Erbringen von Finanzdienstleistungen haben wir Stockspay nicht gefunden. Auf unsere Anfrage reagierte Stockspay nicht.
Kaldris KI/kaldriski.com/LLC „TUTHOST“[21.7.2026] Kaldris KI soll nach eigener Darstellung auf der Internetseite kaldriski.com angeblich „das fortschrittlichste neuronale Netzwerk für private Anleger“ sein: „Wir demokratisieren Algorithmen, die bisher nur der Wall Street und Großbanken zur Verfügung standen.“ Die Betreiberfirma bezeichnet sich als LLC „TUTHOST“ beziehungsweise LLC „TUTHOST“ Marketing Ltd. Wir haben aber keinen Handelsregistereintrag für eine solche Firma gefunden. Auch in der Datenbank der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht der Unternehmen mit einer Erlaubnis zum Erbringen von Finanzdienstleistungen wurden wir nicht fündig. Auf unsere Anfrage dazu an die auf der Internetseite genannte E-Mail-Adresse support@traderknows.com erhielten wir eine Antwort in englischer Sprache. Die von uns genutzte E-Mail-Adresse sei falsch. Zu sehen waren darin unter anderem chinesische Schriftzeichen.
ZeonixEdge[21.7.2026] „Verdienen Sie bis zu 1 000 € PRO TAG“ wirbt die Plattform zeonixedge.de: „Nutzen Sie Künstliche Intelligenz und fortschrittliche Algorithmen, um nur profitable Trades zu identifizieren“. Das Versprechen ist unseriös. Ein ordentliches Impressum gibt es auch nicht. Wer genau die Betreiberin der Plattform ist, wo sie ins Handelsregister eingetragen ist und welcher Aufsichtsbehörde sie untersteht, ist unbekannt. ZeonixEdge war für eine Anfrage nicht zu erreichen.
ZenvaroBit[21.7.2026] „Verdienen Sie bis zu Euro 620 täglich im Schlaf. Keine Vorkenntnisse nötig.“ So präsentiert sich die ZenvaroBit, eine angeblich KI-gestützte Handelsplattform. 620 Euro sollen sogar nur der durchschnittliche Tagesgewinn sein, in der Spitze seien 2 150 Euro geschafft worden. Ein ordentliches Impressum gibt es aber nicht, ein Handelsregistereintrag ist nicht zu finden. Fehlanzeige auch in der Datenbank der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht von Unternehmen mit Erlaubnis zum Erbringen von Finanzdienstleistungen. Plätze sind angeblich knapp: „Noch 2 Plätze frei“. Die sind aber niemandem zu empfehlen. ZenvaroBit war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
Levorelio[21.7.2026] Eine Online-Meldung, die angeblich „zdfheute“ am 21. Juli veröffentlicht hat, berichtet von einem Gespräch „gestern Abend“ in der Sendung von Sandra Maischberger. Am Vortag gab es aber gar keine Sendung, sie hat Sommerpause. Angeblich reden darin Bundeskanzler Friedrich Merz und AfD-Parteichef Tino Chrupalla über die Handelsplattform Levorelio. Das ist erfunden. Hervorgehoben wird in dem Bericht: „Levorelio.net ist die einzige offizielle Webseite der Plattform. Seien Sie vorsichtig und nutzen Sie keine fremden oder gefälschten Seiten!“ Der Warnung vor gefälschten Seiten können wir uns anschließen, doch die angeblich echte Webseite sollten Anlegerinnen und Anleger auch auf keinen Fall nutzen. Die Internetseite von Levorelio enthält kein ordentliches Impressum. Er war für eine Anfrage nicht zu erreichen.
NexoraqzWerts[21.7.2026] „NexoraqzWerts verwendet künstliche Intelligenz und hochmoderne Algorithmen, um nur gewinnbringende Trades zu tätigen“ behauptet der angebliche Broker auf seiner Internetseite. Dieses unrealistische und unseriöse Versprechen ist garniert mit frei erfundenen Lobeshymnen von Verteidigungsminister Boris Pistorius und Annalena Baerbock, der Präsidentin der aktuellen Sitzungsperiode der Generalversammlung der Vereinten Nationen. NexoraqzWerts war für eine Anfrage nicht zu erreichen.
Semtovexo[26.6.2026] Eine Online-Meldung, die angeblich „zdfheute“ am 26. Juni veröffentlicht hat, berichtet von einem Gespräch „gestern Abend“ in der Sendung von Sandra Maischberger. Am Vortag gab es aber gar keine Sendung, sie hat Sommerpause. Angeblich reden darin Bundeskanzler Friedrich Merz und AfD-Parteichef Tino Chrupalla über die Handelsplattform Semtovexo. Das ist erfunden. Die Internetseite von Semtovexo enthält kein ordentliches Impressum. Der Broker behauptet, von den Finanzaufsichtsbehörden FCA in Großbritannien sowie SEC und CFTC in den zugelassen und reguliert zu sein. Es ist aber keine Zulassung zu finden.
AlpenStark Bank/alpenstark.com/.online[5.6.2026] „Handeln Sie digitale Vermögenswerte mit einer lizensierten Schweizer Bank“, wirbt die AlpenStark Bank auf ihrer Internetseite alpenstark.com. Auch digitales Banking und Währungsumtausch bietet sie angeblich an. In der Nutzungsvereinbarung nennt sie AlpenStark Bank Julius Baer & Co. AG als vollen Namen. Eine lizensierte Schweizer Bank ist sie allerdings nicht und sie hat auch nichts zu tun mit der echten Bank Julius Bär: Es gibt nicht einmal einen Handelsregistereintrag in der Schweiz für AlpenStark. Die Schweizer Finanzaufsicht Finma hat sie auf ihre Warnliste gesetzt.
Bitora Limited/bitora.ch[20.5.2026, am 2.6.2026 ergänzt durch Warnung der Finanzaufsicht] Auf TikTok bespricht der User Memosunity2024 die Tradingplattform bitora.ch positiv und lädt zu einer Chat-Gruppe zu ihr auf der Plattform Discord ein. Bitora.ch stellt sich als Plattform für automatisiertes Krypto-Trading vor. Wir haben ihre Betreiberin Bitora Limited aus Zug, Schweiz, nicht im Handelsregister gefunden. Auch Bitora nannte uns keinen Eintrag und erklärte, Registereinträge seien nicht zwingend in allen öffentlich zugänglichen Registern auffindbar. Die Finanzaufsicht Bafin hat am 2. Juni 2026 vor Angeboten von Finanz-, Wertpapier- und Kryptowerte-Dienstleistungen ohne Erlaubnis auf den identischen Websites bitora.vip/.ch, wealthtrade.ltd/.fr/.ch gewarnt. Der Betreiber der Websites trete unter Bitora sowie Wealthtrade auf. Es würden Geschäftssitze in Zug, Schweiz, und San José, Costa Rica, angegeben.
AI Insights[11.3.2026, am 24.3.2026 ergänzt durch Stellungnahme von Whitetip] Die Masna Marketing LLC aus Dubai veröffentlicht „AI Insights“ und wirbt für Handelsplattformen, die KI-gestützt arbeiten sollen. Genannt wird Whitetip Investments A.E.P.E.Y. Begeisterte Kommentare angeblicher Kunden begleiten den Text. Unten auf der Seite betont Masna, es handle sich um eine werbliche Webseite, die Produkte und Dienstleistungen in Form von Advertorial-Inhalten präsentiere. Den Eindruck erweckt der Text darüber aber nicht. Interessenten sollten auf keinen Fall echtes Geld über AI Insights und Masna Marketing investieren. Die Whitetip Investments A.E.P.E.Y. aus Athen betonte uns gegenüber, keinerlei Verbindung irgendeiner Art zu den geschilderten Aktivitäten zu haben. Die Gesellschaft sei Opfer eines Identitätsmissbrauchs. Sie verfüge über eine Lizenz als Investmentgesellschaft und werde von der griechischen Finanzmarktaufsicht beaufsichtigt.
De KI-App/KI-App/AI App[11.3.2026] De3Marketers aus Hongkong wirbt für Apps, mit denen sich dank künstlicher Intelligenz tolle Handelsrenditen erzielen lassen sollen. Begeisterte Kommentare angeblicher Kunden begleiten den Text. Dabei gibt es aber einen Haken: Wer bis ganz nach unten scrollt, erfährt, dass es sich um nicht um echte Kunden mit echten Handelsergebnissen handelt. Das Produkt diene ausschließlich Unterhaltungszwecken. Den Eindruck erweckt der Text darüber aber nicht. Interessenten sollten auf keinen Fall echtes Geld investieren.
Gerborsyva[23.1.2026] „Gerborsyva verwendet künstliche Intelligenz und hochmoderne Algorithmen, um nur gewinnbringende Trades zu tätigen“ behauptet die angebliche Krypto-Handelsplattform Gerborsyva auf ihrer Internetseite. Das Versprechen ist unseriös, selbst bei den besten und modernsten Systemen ist es nicht möglich, verlustreiche Trades auszuschließen. Genauso hatte auch der unseriöse Broker trovantapez.com für sich geworben, und auch sonst wirkt die Webseite von Gerborsyva wie eine Kopie von seiner. Wieder ist kein ordentliches Impressum zu finden. Gerborsyva war für eine Anfrage nicht zu erreichen.
trovantapez.com[6.1.2026] Ein Bericht, der angeblich von tagesschau.de stammen soll, tatsächlich aber erfunden ist, gibt ein Fernsehgespräch zwischen der Moderatorin Caren Miosga und der Politikerin Sahra Wagenknecht wieder. Darin soll auf lukrative Anlagemöglichkeiten bei Trovantapez hingewiesen worden sein. Der angebliche Broker für Kryptohandel ist aber zweifelhaft. Er wirbt damit, dank KI nur gewinnträchtige Trades einzugehen. Das ist unseriös. Ein ordentliches Impressum haben wir nicht auf trovantapez.com gefunden. Er war für eine Anfrage nicht erreichbar.
Gain Capital Frankfurt Holdings .LTD / Gain Capital LTD.[11.11.2025] Die Gain Capital Frankfurt Holdings .LTD aus Frankfurt schreibt Verbrauchern in E-Mails, es sei Geld auf Konten in deren Namen gefunden worden. Um darauf zuzugreifen, müssten die Angeschriebenen ihre Identität bestätigen und Kosten begleichen. Es gehe um Opfer, die Geld bei den dubiosen Internetbroker Option888, XMarkets, KontoFx, HybridReserve und AirSoft verloren haben. Schon im Juni 2024 hatte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht davor gewarnt: „Es ist davon auszugehen, dass die Gesellschaft in betrügerischer Absicht handelt und keine Rückzahlung erfolgt.“ Gain Capital Frankfurt Holdings .LTD behauptete dazu auf unsere Anfrage, „wir hatten auch mit dem Namen von der zentrale das gleiche Problem, die haben das geklont oder einfach ein namen dazu gemacht“.
Zraox[17.10.2025] Zraox sitzt angeblich in den USA und trat auch als Zraox Blockchain Trading Limited auf. Initiatoren von WhatsApp-Gruppen und Chats verleiteten Anlegerinnen und Anleger dazu, sich für den Kryptohandel auf den Internetseiten zraox.com, zraox.org oder zraox-de[fünfstellige Zahl].com anzumelden. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht warnte im Juni, Zraox habe keine Erlaubnis für Krypto-Dienstleistungen. Zraox kündigte daraufhin an, den deutschen Markt am 10. Oktober zu verlassen und forderte Kunden auf, fällige Steuern zu zahlen. Anleger müssen aber nie Geld für Steuern an Broker einzahlen. Es handelt sich um einen Versuch, weitere Zahlungen von Kunden auszulösen.
CMC Capitals[17.10.2025] Auf der eigenen Internetseite beschreibt sich CMC Capitals folgendermaßen: „CMC Capitals Trading and Consulting Limited (die «CMC Markets Germany GmbH») betreibt eine Online-Handelsplattform für Kryptowährungen, die die weltweit besten Handelsmöglichkeiten bietet.“ Dazu nennt CMC Capitals eine Identifikationsnummer bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und eine Adresse in Frankfurt. Solche Angaben macht CMC Capitals auch im Impressum. Tatsächlich hat die CMC Markets Germany GmbH nichts mit CMC Capitals zu tun, ihre Angaben wurden missbraucht. CMC Capitals äußerte sich dazu auf unsere Anfrage nicht.
bluealphafx.com[15.10.2025] Unter der Domain www.bluealphafx.com wird ein automatisiertes Handelssystem von einer Blue Capital Management Ltd. und einer Alpha Intelligent Trading Ltd. beworben. „Mit quantitativen Programmierfähigkeiten und Poker-Spieltheorie“ hätten die Gründer es entwickelt. „Blue Capital Management Ltd. ist von der Bermuda Monetary Authority zur Durchführung von Investmentgeschäften lizenziert. Alpha Intelligent Trading LTD ist als Money Services Business (MSB) bei der U.S. FinCEN registriert“, wird auf der Internetseite behauptet. Das stimmt nicht. Alpha Intelligent Trading ist nicht als MSB bei der U.S. FinCen registriert, eine Blue Capital Management Ltd. in Bermuda nur im Bereich Versicherungen. Diese Gesellschaft verwendet aber ein anderes Logo und eine andere Internet-Domain. Auf unsere Anfrage bei bluealphafx.com erhielten wir bislang keine Antwort.
Zevura[14.10.2025] Als Plattform für automatisierten Handel auf dem Krypto-Markt mithilfe von KI stellt sich der angebliche Internetbroker Zevura vor. Angeblich soll es ihm damit möglich sein, ausschließlich profitabel zu handeln. Das ist unrealistisch. Es gibt auch kein ordentliches Impressum, die Betreiber sind unbekannt und waren für eine Anfrage nicht erreichbar.
Gi Black, London[14.10.2025] Der dubiose Internetbroker Gi Black wirbt mit dem Handel von Aktien und Kryptowerten und Ähnlichem. Er behauptete, eine Lizenz von der „European Financial Authority“ zu haben und belegte das mit einem Dokument samt Stempel. Die Aufsichtsbehörde gibt es nicht. Gi äußerte sich nicht.
AlpexRich, Frankfurt[17.9.2025] Der Internetbroker AlpexRich ist angeblich offiziell registriert mit Sitz in Deutschland. Belege ließen sich dafür nicht finden. Er reagierte nicht auf unsere Anfrage. Die Adresse Thurn-und-Taxis-Platz 6 in Frankfurt nannte auch die unseriöse Handelsplattform Veratixo. Das Design beider Internetseiten ähnelte sich.
Coinxamture Group[17.9.2025] Die Handelsplattform Coinxamture Group sitzt angeblich in den USA und untersteht mehreren Finanzaufsichtsbehörden. Belege waren nicht zu finden. Sie reagierte nicht auf unsere Anfrage.
Veratixo, Frankfurt[8.9.2025] Die Handelsplattform hat kein ordentliches Impressum. Die Finanzaufsicht Bafin führt sie nicht in der Datenbank von Unternehmen mit einer Erlaubnis für Finanzdienstleistungen. Die Adresse Thurn-und-Taxis-Platz 6 in Frankfurt nutzte zuvor die unseriöse Handelsplattform Alpexrich, auch das Design der Internetauftritte ist ähnlich.
Veratixo360[8.9.2025] Die Handelsplattform behauptet, die deutsche Regierung habe den Start von Veratixo360 verkündet – einem offiziellen Projekt Deutschlands. Unter einem Foto von Finanzminister Lars Klingbeil prangt ein Zitat, das Veratixo360 lobt. Das ist frei erfunden, die deutsche Regierung hat nichts damit zu tun.
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