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Bewegung schützt vor Demenz – doch bei der Arbeit gibt es einen Haken

Дата публикации: 19-08-2026 19:46:26

Bewegung gilt als Schutz vor Demenz. Doch eine Studie zeigt: Entscheidend könnte sein, wo und unter welchen Bedingungen wir uns bewegen.

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Wer regelmäßig spazieren geht, Rad fährt oder joggt, tut offenbar auch seinem Gehirn etwas Gutes. Doch körperliche Anstrengung allein scheint nicht entscheidend zu sein. Eine große internationale Auswertung kommt zu dem Ergebnis: Es macht einen Unterschied, ob Bewegung freiwillig in der Freizeit stattfindet oder Teil des Berufs ist.

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Für die Analyse werteten Forschende 74 Studien mit insgesamt mehr als 4,2 Millionen Menschen aus. Die Teilnehmer waren zwischen 45 und 93 Jahre alt und stammten aus 30 Ländern. Im Mittel wurden sie zehn Jahre lang beobachtet. Untersucht wurde unter anderem, wie häufig Demenz insgesamt sowie Alzheimer und vaskuläre Demenz auftraten.

Demenz: Bewegung kann schützen, doch es kommt auf die Art an

Das Ergebnis ist auffällig: Menschen, die sich in ihrer Freizeit besonders viel bewegten, hatten ein um 24 Prozent niedrigeres Risiko für Demenz als diejenigen mit dem geringsten Aktivitätsniveau. Zu den untersuchten Aktivitäten gehörten etwa Gehen, Radfahren, Laufen, Schwimmen und Sport.

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Anders sah es bei körperlicher Arbeit aus. Wer im Beruf viel körperlich aktiv war, hatte in der Auswertung ein um 20 Prozent höheres Demenzrisiko. Auch Bewegung auf dem Weg zur Arbeit war mit einem leicht erhöhten Risiko verbunden. Für diesen Bereich lagen allerdings nur Daten aus zwei Studien vor.

Hausarbeit könnte dagegen einen positiven Zusammenhang haben. Die Daten deuteten auf ein geringeres Demenzrisiko hin. Allerdings stammte diese Erkenntnis lediglich aus einer Studie – für eine belastbare Aussage reicht das noch nicht aus.

Warum Bewegung nicht gleich Bewegung ist

Die Ergebnisse passen zu einem Phänomen, das aus der Herz-Kreislauf-Forschung bereits bekannt ist: das sogenannte „Physical Activity Paradox“. Gemeint ist die Beobachtung, dass körperlich anstrengende Arbeit offenbar nicht dieselben gesundheitlichen Vorteile bringt wie freiwilliger Sport. Eine mögliche Erklärung sind die unterschiedlichen Bedingungen.

Wer in seiner Freizeit laufen geht oder Rad fährt, entscheidet in der Regel selbst, wann und wie lange er sich bewegt. Die Belastung kann an die eigene Leistungsfähigkeit angepasst werden. Sport kann außerdem mit Entspannung und sozialen Kontakten verbunden sein.

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Körperlich anstrengende Berufe funktionieren häufig anders. Dort können sich wiederholende Bewegungen, langes Stehen, schweres Heben und kurze Erholungsphasen zusammenkommen. Hinzu kommen je nach Arbeitsplatz weitere Belastungen wie Lärm, Luftverschmutzung, Hitze, Unfallgefahren oder psychischer Stress.

Die Forscher vermuten deshalb, dass nicht die Bewegung an sich für das höhere Risiko verantwortlich sein muss. Entscheidend könnten vielmehr die Arbeitsbedingungen rund um die körperliche Belastung sein.

Auch Zeit und Erholung spielen eine Rolle: Wer nach einem anstrengenden Arbeitstag erschöpft ist, hat möglicherweise weniger Gelegenheit, zusätzlich Sport zu treiben.

„Jeder Schritt zählt“ – aber offenbar nicht unter allen Bedingungen

Die Untersuchung stellt damit eine lange verbreitete Vorstellung infrage: dass jede Form von Bewegung automatisch denselben Schutz für das Gehirn bietet.

Natan Feter von der University of Southern California, einer der beteiligten Wissenschaftler, sieht darin eine wichtige Erkenntnis für die Gesundheitsvorsorge. Bewegung sollte demnach nicht nur danach beurteilt werden, wie viel davon stattfindet. Auch der Zusammenhang, in dem sie stattfindet, müsse berücksichtigt werden.

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Die Auswertung zeigte zudem unterschiedliche Verläufe: Mit zunehmender Freizeitaktivität sank das Demenzrisiko zunächst weiter, bevor der Zusammenhang ein Plateau erreichte. Bei körperlicher Aktivität im Beruf zeigte sich dagegen zunächst ein Anstieg des Risikos, der ebenfalls später abflachte.

Allerdings betonen die Forscher die Grenzen ihrer Ergebnisse. Die meisten untersuchten Studien können lediglich Zusammenhänge zeigen. Sie beweisen nicht, dass körperliche Arbeit Demenz verursacht.

Auch die Aussagekraft ist nicht in allen Bereichen gleich. Ein großer Teil der Daten stammt aus wohlhabenden Ländern. Außerdem wurde die körperliche Aktivität in den meisten Untersuchungen von den Teilnehmern selbst angegeben. Solche Angaben können ungenau sein.

Körperlich arbeiten – und trotzdem Sport treiben?

Für Menschen mit körperlich anstrengenden Berufen bedeutet die Studie deshalb nicht, dass sie ihre Arbeit meiden sollten. Vielmehr geht es um die Frage, unter welchen Bedingungen körperliche Belastung stattfindet.

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Die Forscher plädieren dafür, Menschen bessere Möglichkeiten für Bewegung in der Freizeit zu geben. Dazu gehören etwa sichere Parks, Wege zum Spazieren und Radfahren sowie gut erreichbare Sport- und Freizeiteinrichtungen. Gleichzeitig könnten bessere Arbeitsbedingungen und weniger schädliche Belastungen am Arbeitsplatz eine Rolle spielen.

Der Grundgedanke der Studie lautet damit: Für die Gesundheit des Gehirns könnte nicht allein entscheidend sein, wie viel sich ein Mensch bewegt. Ebenso wichtig könnte sein, warum, wo und unter welchen Bedingungen er sich bewegt.

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