Bayer 04 legt seinem Kapitän den Abschied nahe: Robert Andrich soll sich einen neuen Klub suchen. Trotz fünf Jahren in Leverkusen und Vertrags bis 2028 steht der 31-Jährige vor dem Aus. Ein Mannschaftskollege könnte derweil nach Italien wechseln.
Leverkusen · Bayer 04 legt seinem Kapitän den Abschied nahe: Robert Andrich soll sich einen neuen Klub suchen. Trotz fünf Jahren in Leverkusen und Vertrags bis 2028 steht der 31-Jährige vor dem Aus. Ein Mannschaftskollege könnte derweil nach Italien wechseln.
Mit 199 Einsätzen für Bayer 04 ist Robert Andrich, Double-Sieger von 2024, einer der verdientesten Spieler der Leverkusener Klubgeschichte. Doch ob es noch zu einem Jubiläumsspiel kommen wird, erscheint mehr als fraglich. Denn in der neu formierten Mannschaft und im neuen System von Trainer Carles Martinez ist für den ehemaligen deutschen Nationalspieler offenbar keine feste Rolle vorgesehen. Aufgrund seiner voraussichtlich geringen Aussicht auf regelmäßige Spielzeit hat ihm der Werksklub zu Wochenbeginn nahegelegt, sich nach einem neuen Verein umzusehen. Damit dürfte seine Zeit unterm Bayer-Kreuz nach fünf Jahren enden.
Dass Andrich am Samstag (13 Uhr) im Pokal beim Drittligisten SV Wehen Wiesbaden aufläuft, ist ohnehin ausgeschlossen. Seit dem 2:1-Sieg im Testspiel gegen den FC Sevilla vor rund zwei Wochen hat der 31-Jährige mit muskulären Problemen zu kämpfen. Er wurde gegen Sevilla vorsichtshalber ausgewechselt, verpasste die England-Reise und konnte auch in dieser Woche nur individuell trainieren. Für die Abwehrzentrale plant Coach Martinez ohnehin mit zwei gelernten Innenverteidigern. Im defensiven Mittelfeld, Andrichs Stammposition, ist die Konkurrenz zudem so groß wie in kaum einem anderen Mannschaftsteil.
In der vergangenen Spielzeit hatte Andrich die Werkself noch als Kapitän angeführt. Auf ungewohnter Position in der Abwehrzentrale spielte er jedoch – wie das gesamte Team – eine unterdurchschnittliche Saison. Nachdem er bei der Heim-Europameisterschaft 2024 noch Stammspieler in der DFB-Auswahl gewesen war, gehörte er bei der Weltmeisterschaft 2026 nicht mehr zum deutschen Kader. Im Trainingslager in Blankenhain hatte Andrich zuletzt den Wunsch geäußert, mit Blick auf seine Zukunft im Klub möglichst schnell Klarheit zu bekommen. Die hat er nun. An Interessenten – sowohl aus der Bundesliga als auch aus dem Ausland – dürfte es nicht mangeln. In Leverkusen besitzt Andrich noch einen Vertrag bis 2028.
„Entscheidend ist, dass ich das Gefühl habe, auf meinem sportlichen Maximum zu spielen und gemeinsam mit allen Beteiligten das Bestmögliche erreichen zu können“, sagte Andrich im Gespräch mit dieser Redaktion. Er sei in einer Phase in der Karriere, in der das noch ausschlaggebend sei. „Vielleicht sieht es in vier oder sechs Jahren anders aus. Im Moment zählen der sportliche Anreiz und die Frage, bei welchem Verein ich sportlich am wichtigsten sein kann.“
Auch Poku ist Verkaufskandidat
Eine wichtige Rolle in Leverkusen spielte auch Ernest Poku – zumindest in der vergangenen Hinrunde. Der in Hamburg geborene niederländische U21-Nationalspieler übertraf die in ihn gesteckten Erwartungen nach seinem Wechsel im Sommer aus Alkmaar – mit vier Toren und zwei Vorlagen zwischen dem fünften und zehnten Spieltag. In der Rückrunde sanken seine Spielanteile jedoch erheblich. Poku gilt inzwischen als Verkaufskandidat. Interesse gibt es aus England vom AFC Sunderland und aus Italien: Die AC Florenz befindet sich bereits in Verhandlungen mit Bayer, Leverkusen fordert eine Ablöse in Höhe von rund 25 Millionen Euro für den schnellen Rechtsaußen. Unterm Bayer-Kreuz ist Poku entbehrlich geworden, weil in Nathan Tella und Montrell Culbreath mehrere Optionen für die rechte Außenbahn zur Verfügung stehen. Darüber hinaus bemüht sich Leverkusen weiter um eine Rückkehr des ehemaligen Werkself-Profis Moussa Diaby von Al-Ittihad.
Alfa-Ruprecht soll in Berlin reifen
Bereits fix ist derweil ein anderer Transfer: Flügelspieler Farid Alfa-Ruprecht wechselt für ein Jahr auf Leihbasis zu Hertha BSC in die 2. Liga. Beim Hauptstadtklub soll der in der vergangenen Saison bereits an den VfL Bochum verliehene schnelle Offensivspieler weitere Erfahrung sammeln. Sein Vertrag in Leverkusen läuft bis 2030.
„Farid hat sich in dem Jahr in Bochum bereits gut entwickelt. Mit einer weiteren Saison und vielen Einsätzen auf herausforderndem Niveau wollen wir seine fußballerischen Fortschritte weiter vorantreiben“, sagt Bayers Fußballdirektor Kim Falkenberg. Das große Ziel des 20-Jährigen bleibt, sich in Leverkusen durchzusetzen. „In Zukunft in der Bundesliga und im Europapokal das Kreuz auf der Brust zu tragen, ist ein großer Traum, den ich mir gerne erfüllen möchte“, betont er.
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