Ford kündigt Milliardeninvestitionen in den Bau leichterer und günstigerer E-Autos an. Der Konzern will damit asiatischen Konkurrenten wie BYD die Stirn bieten. Konzernchef Jim Farley ist sich des Risikos bewusst und spricht von einer „Wette“.
Ford will ab dem Jahr 2027 eine neue Reihe erschwinglicherer Elektrofahrzeuge auf den Markt bringen und damit der wachsenden Konkurrenz aus China begegnen. Der US-Autobauer räumt dabei jedoch ein hohes Risiko ein. „Ich kann Ihnen nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, dass das alles gut gehen wird“, sagte Ford-Chef Jim Farley (63) am Montag. „Es ist eine Wette. Es gibt ein Risiko.“
Zur neuen Modellfamilie gehört dem Konzern zufolge ein mittelgroßer Pick-up ab 30.000 Dollar. Das viertürige Fahrzeug soll im Werk in Louisville im Bundesstaat Kentucky gebaut werden. Ford investiert knapp zwei Milliarden Dollar in den Standort und sichert damit mindestens 2200 Arbeitsplätze. Laut CNBC kommt diese Investition zu den bereits geplanten 3 Milliarden Dollar für einen Batteriepark in Michigan hinzu. Insgesamt werde Ford damit etwa 4000 neue Arbeitsplätze schaffen oder sichern, teilte der Autobauer mit .
Hintergrund der neuen Strategie ist der Kostendruck durch chinesische Hersteller wie BYD, die E-Autos deutlich günstiger produzieren. Während der Durchschnittspreis für ein E-Auto in den USA im Juni bei rund 47.000 Dollar lag, gehen viele chinesische Modelle für 10.000 bis 25.000 Dollar an die Kunden.
„Es ist ein mutiges und schwieriges Unterfangen, mit den Besten der Welt zu konkurrieren“, erklärte Doug Field laut „Wall Street Journal “, ein ehemaliger Tesla- und Apple-Manager, den Ford vor vier Jahren einstellte, um die technische Transformation zu leiten. Nicht nur Ford versucht, mit günstigeren E-Autos der Billig-Konkurrenz aus China zu begegnen. Volkswagen kündigte im Frühjahr an, einen elektrischen Kleinwagen für rund 20.000 Euro auf den Markt zu bringen – allerdings erst 2027.
Fords E-Autogeschäft verbrennt bislang Milliarden. Ford entwickelt die günstigen E-Autos in einem speziellen Team in Kalifornien, das mit Fachleuten der Konkurrenten Tesla und Rivian besetzt ist. Die neuen Elektroautos sollen mit weniger Teilen, leichteren Materialien und einem effizienteren Herstellungsprozess punkten. Um die Kosten zu senken, setzt der Konzern zudem auf Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP), die mit der Technologie des chinesischen Herstellers CATL produziert werden.
Fords Schritt kommt zu einer schwierigen Zeit für Elektrofahrzeuge in den USA. Laut „WSJ“ reduzieren Autohersteller ihr Engagement in diesem Segment oder meiden es ganz. Die Regierung hat beschlossen, eine staatliche Steuergutschrift von bis zu 7500 Dollar für neue und geleaste Elektrofahrzeuge im September auslaufen zu lassen. Das dürfte die Verkäufe zum Jahresende weiter drücken, sagten Marktbeobachter.
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