Trotz der kürzlich erlassenen Erleichterungen für US-Autobauer erwartet Ford noch immer Belastungen in Milliardenhöhe durch die Zölle. Gleichzeitig sackt der Gewinn des US-Autobauers stark ab, eine Prognose wagt CEO Jim Farley nicht.
Der US-Autoriese Ford rechnet mit einer Milliardenbelastung durch die Importzölle von Präsident Donald Trump (78). Die Abgaben auf in die USA eingeführte Fahrzeuge und Autoteile dürften den bereinigten operativen Gewinn in diesem Jahr um rund 1,5 Milliarden Dollar (1,32 Milliarden Euro) drücken, wie Ford mitteilte. Unter Verweis auf die Ungewissheit über die weitere Entwicklung wagt der Konzern keine Prognosen mehr.
Trump hatte Zölle in Höhe von 25 Prozent auf importierte Autos und Bauteile verhängt. Zugleich gibt es aber einige Ausnahmen gemäß Handelsabkommen mit Mexiko und Kanada sowie eine Übergangsphase mit Erleichterungen für Unternehmen mit Produktion in den USA.
US-Autobauer hatten schon seit Monaten vor negativen Folgen der Zölle gewarnt . Branchenbeobachter erwarten auch Preiserhöhungen.
Ford-Chef kritisiert „gewaltige Zahlen“Eigentlich werden die Zölle Ford voraussichtlich 2,5 Milliarden Dollar kosten, wie Finanzchefin Sherry House sagte. Aber der Konzern gehe davon aus, mit verschiedenen Maßnahmen etwa eine Milliarde davon ausgleichen zu können. Beides seien „gewaltige Zahlen“, beklagte sich Ford-Chef Jim Farley (62).
Ford sucht nun nach schnellen Wegen, Zulieferungen aus den USA auszubauen. Der Konzern befürchtet auch Störungen in den globalen Lieferketten wegen der Folgen der Zölle.
Zugleich zogen US-Verbraucher in den vergangenen Wochen nach Möglichkeit Autokäufe vor, um den Zöllen zuvorzukommen. Ford griff in dieser Situation zu einer Rabattaktion und konnte dadurch Marktanteile gewinnen.
Kräftiger GewinneinbruchIm vergangenen Quartal sank der Umsatz im Jahresvergleich um 5 Prozent auf 40,7 Milliarden Dollar. Letztlich sackte der Gewinn auf 471 Millionen Dollar von 1,33 Milliarden Dollar vor einem Jahr ab.
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