Regierungen in Lateinamerika nutzen Anti-NGO-Gesetze, um die Zivilgesellschaft gezielt zu zerschlagen.
In mehreren mittel- und südamerikanischen Ländern nutzen Regierungen zunehmend "Anti-NGO-Gesetze", um kritische Stimmen gezielt zum Schweigen zu bringen. Dazu gehören Ecuador, El Salvador, Nicaragua, Paraguay, Peru und Venezuela. Am meisten leiden darunter marginalisierte Gemeinschaften und Menschenrechtsverteidiger*innen. Mit dem neuen Bericht "Tearing Up the Social Fabric" deckt Amnesty International diese autoritären Praktiken detailliert auf.
Repressionen, plötzliche Kontensperrungen und systematische Schikanen – genau so erging es der ecuadorianischen Umwelt-NGO UDAPT. Weil der Staat über Nacht 14 Bankkonten einfror, konnte das Team indigene Gemeinschaften plötzlich nicht mehr unterstützen. Dieser Fall zeigt exemplarisch, wie Behörden administrative Maßnahmen nutzen, um lebenswichtige Menschenrechtsarbeit gezielt zu lähmen.
Zwischen 2024 und 2025 haben Ecuador, El Salvador, Nicaragua, Paraguay, Peru und Venezuela rechtliche Rahmenbedingungen drastisch verschärft. Im Vorfeld dieser Gesetzesverschärfungen gab es massive Verleumdungskampagnen gegen zivilgesellschaftliche Organisationen und Menschenrechtsverteidiger*innen.
Protest von Aktivistinnen der Gruppe "Guerreras por la Amazonía (GxA)", die sich in Ecuador unter anderem für den Umweltschutz einsetzen (Archivbild).
© UDAPT
Diesen Repressionen sind zivilgesellschaftliche Organisationen in Ecuador, El Salvador, Nicaragua, Paraguay, Peru und Venezuela besonders ausgesetzt:
Von Amnesty International befragte Menschenrechtsverteidiger*innen schildern eine massive Verschlechterung ihrer Handlungsfähigkeit. Viele leiden unter emotionaler Erschöpfung und müssen ihre Aktivitäten drastisch einschränken. Durch anhaltende Schikanen wurden einige sogar ins Exil gezwungen.
Protestaktion von Amnesty International in Paraguay gegen die Einschränkung der Zivilgesellschaft (Ausschnitt aus einem im Oktober 2024 veröffentlichten Instagram-Video)
© Amnesty International
Die Folgen der neuen Gesetze treffen die Schwächsten der Gesellschaft besonders hart. In Nicaragua führten diese Maßnahmen bereits zur massenhaften Schließung von Tausenden von Organisationen. In Peru droht einer NGO die sofortige Auflösung, nur weil sie Opfer von Menschenrechtsverletzungen gegen den Staat vertritt.
In Venezuela blockieren administrative Ermessensspielräume und unerfüllbare Auflagen die wichtige Arbeit von Nichtregierungsorganisationen. In El Salvador bedroht ein Gesetz über "ausländische Agenten" die Rechte und Freiheiten von zivilgesellschaftlichen Organisationen und den Medien.
Staatliche Behörden haben die Möglichkeit, Menschenrechtsgruppen und Medien zu kontrollieren und zu sanktionieren, die Korruption, Menschenrechtsverletzungen und autoritäre Praktiken von Präsident Bukele angeprangert haben. Diese enormen Hürden zwingen wichtige Projekte für Menschenrechte, Umweltschutz und indigene Rechte oftmals zur Aufgabe.
Eine Übersicht, mit welcher Geschwindigkeit die Staaten der Region zwischen 2020 und 2025 ihre Zivilgesellschaften rechtlich eingeschränkt haben.
| Datum Gesetzesveröffentlichung | Inhalt des Gesetzes |
| Oktober 2020 / April 2022 | Nicaragua verabschiedet das Gesetz zu ausländischen Agenten sowie das NGO-Kontrollgesetz |
| November 2024 | Venezuela führt das Gesetz zur Kontrolle von NGOs ein |
| November 2024 | Paraguay verabschiedet das Gesetz zur Transparenz von Non-Profit-Organisationen (die sogenannte "Ley Garrote"). |
| April 2025 | Peru ändert das Gesetz zur internationalen Zusammenarbeit |
| Mai 2025 | El Salvador erlässt das Gesetz über ausländische Agenten |
| August 2025 | Ecuador verabschiedet das "Organische Gesetz zur sozialen Transparenz" |
Diese Daten zeigen die absoluten Schließungen von NGOS in Nicaragua nach den am stärksten betroffenen Bereichen.
Für den Bericht "Tearing Up the Social Fabric" hat Amnesty International die Situation in den einzelnen Ländern ausführlich untersucht: Die restriktiven Gesetze der Region wurden detailliert auf gemeinsame Muster und Mechanismen hin analysiert. Menschenrechtsverteidiger*innen wurden direkt zu den gravierenden Auswirkungen auf ihre Arbeit befragt. Fälle von Aussetzungen, staatlichen Interventionen und gesperrten Bankkonten wurden sorgfältig dokumentiert.
Was jetzt passieren mussDie Regierungen der Region müssen die Repressionsmaßnahmen gegen zivilgesellschaftliche Organisationen beenden. Dazu gehören:
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
|---|---|---|---|---|
| 1 | New regional report warns of an increase in regulations that restrict civic space in Latin America | 0 | 5.83 | 11-08-2026 |
| 2 | Fußball-WM 2026: Fußballfest oder Bühne für Menschenrechtsverletzungen? | 0 | 13.78 | 30-03-2026 |
| 3 | WP: США игнорировали пытки и убийства оппозиционеров в Латинской Америке | 0 | 0 | 17-02-2020 |
| 4 | Venezuela: Beschränkungen aufheben - Erdbebenopfer schützen! | 0 | 9.11 | 01-07-2026 |
| 5 | Politico: страны Латинской Америки не будут помогать Киеву и вводить санкции против России | 0 | 0 | 24-05-2023 |
| 6 | KI-Stopp bei Anthropic: Wenn der Staat den Stecker zieht | 0 | 7 | 15-06-2026 |
| 7 | Fußball-WM 2026: Menschenrechte schützen! | 0 | 19.07 | 20-05-2026 |
| 8 | Глава департамента МИД РФ: Латинская Америка вновь напоминает "пылающий континент" | 0 | 0 | 30-01-2020 |
| 9 | Anti-Tech-Extremismus: US-Behörden nehmen KI-Kritiker ins Visier | -2 | 5 | 03-07-2026 |
| 10 | Медведев: захват Мадуро добавит ненависти к США в Латинской Америке | 0 | 0 | 04-01-2026 |