Die geplante CO2-Trasse zieht sich im Kreis Mettmann fast von Nord nach Süd. In Hilden liegt sie laut Planung an der A3. Die Stadt ist kritisch – nun beginnt die Debatte. Am 24. August stellt Open Grid die Pläne vor.
Bau einer Versorgungsleitung (Erdgas) der Open Grid Europe GmbH in Leverkusen. So ähnlich dürfte die Arbeiten in Hilden aussehen, sollte die geplante CO2-Pipeline Realität werden.
Foto: Miserius, Uwe (umi)Hilden · Die geplante CO2-Trasse zieht sich im Kreis Mettmann fast von Nord nach Süd. In Hilden liegt sie laut Planung an der A3. Die Stadt ist kritisch – nun beginnt die Debatte. Am 24. August stellt Open Grid die Pläne vor.
Open Grid Europe GmbH (OGE) plant den Aufbau einer grenzüberschreitenden CO₂-Transportinfrastruktur. Kern des Vorhabens ist eine unterirdische Rohrleitung, über die künftig unvermeidbare CO₂-Emissionen aus Industrieprozessen abtransportiert und dauerhaft gespeichert werden sollen.
Aktuell befindet sich das Vorhaben in der Vorbereitung der Raumverträglichkeitsprüfung, teilt die Stadt Hilden mit. In diesem Verfahrensschritt werden verschiedene Korridore hinsichtlich ihrer räumlichen Auswirkungen untersucht und miteinander verglichen. Derzeit wird insbesondere ein Verlauf der Trasse durch das Kreisgebiet Mettmann und Kostenpflichtiger Inhalt auch durch das Stadtgebiet Hilden geprüft.
Bürger sollen mit Experten ins Gespräch kommen
OGE lädt deshalb Bürgerinnen und Bürger im Kreis Mettmann zu einem öffentlichen „Dialogmarkt“ über die geplante CO₂-Leitung Delta Rhine Corridor (DRC) ein. Die Veranstaltung findet am Montag, 24. August, von 16 bis 19 Uhr in der Schützenhalle Langenfeld, Kaiserstraße 60, statt. Die Veranstaltung ist als offenes Informationsformat konzipiert. Interessierte können während der Veranstaltungszeit ohne Anmeldung vorbeikommen, sich über verschiedene Aspekte des Projektes (Trassenverlauf, Natur- und Umweltschutzfragen u.a.) informieren und mit Fachleuten der OGE ins Gespräch kommen.
In Hilden könnte die Trasse entlang der A3 laufen
Open Grid zufolge ist für den CO2-Transport eine neue Pipeline notwendig, weil die Kapazitäten umnutzbarer Erdgasleitungen nicht ausreichen. Um möglichst wenig in die Landschaft einzugreifen, würden nach Möglichkeit bestehende Infrastrukturen genutzt. Im Kreis Mettmann verläuft die geplante Trasse deshalb überwiegend an der A3, in Hilden komplett an der Autobahn. Gemäß der Planungskarte durchzieht die Pipeline den Kreis nahezu komplett von Nord nach Süd. Von der A3 weicht sie in nördlicher Richtung etwa ab Höhe Mettmann-Metzkausen (Nordrand) von der A3 nach Osten ab, ehe sie zwischen Ratingen-Homberg und -Hösel entweder wieder zur A3 einschwenkt oder zwischen Hösel und Heiligenhaus weiterverläuft und bei Ratingen-Lintorf wieder auf die A3 trifft.
Die Stadt Hilden sieht das Vorhaben kritisch
Die Stadt Hilden hat sich im bisherigen Verfahren sehr kritisch zum Vorhaben und der geplanten Trassenführung geäußert. Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Klima und Mobilität hat am 11. Februar einen entsprechenden Beschluss gefasst. „Ich finde es wichtig, dass sich unsere Bürgerinnen und Bürger frühzeitig über den geplanten Leitungsbau und dessen Auswirkungen informieren. Selbst werde ich auch vor Ort sein“, sagt Bürgermeister Claus Pommer. „Diese Veranstaltung bietet eine Gelegenheit, Informationen aus erster Hand zu erhalten.“