Zwei prominente Managementabgänge, ein Ex-Kanzleramtschef mit neuem Job, ein Ex-Kanzler mit mehr Geld und der zweitgrößte Private-Equity-Flop aller Zeiten. Unser Newsletter „Tech Update“ liefert wöchentlich exklusive Recherchen, Analysen und News zu Start-ups und Innovationen.
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19.06.2026, 07.00 Uhr
Liebe Leserin, lieber Leser.
Zu Beginn des Jahres sorgte der ehemalige Google-CEO Eric Schmidt (71) für Schlagzeilen, als er sich ein paar Mal öffentlich mit dem Model Gloria-Sophie Burkandt (27) zeigte – der ältesten Tochter von Bayerns CSU-Ministerpräsident Markus Söder (59). Inzwischen hat er laut unseren Recherchen eine weitere interessante Connection mit Politkomponente nach Deutschland aufgebaut: zum früheren SPD-Kanzleramtsminister Wolfgang Schmidt (55) nämlich. Ein reines Schmidteinander !
Das sind unsere Topthemen diese Woche:
Bei SAP ziehen sich zwei Gründerstars zurück
SPD-Kanzlermacher Schmidt berät Google-Legende Schmidt
1Komma5° befeuert Börsenstory mit „Anti-Enpal-Produkt“
Arx Robotics pokert um Mega-Exit
Topstory: SAP ohne zwei Stars im Management
Konzernwelt ade: Gründer Gero Decker (l.) und André Christ
Foto: Fotos [M] marinbabanov, LeanIXFür die Ideen dieser beiden Gründer hatte SAP-Chef Christian Klein (46) einst tief in die Tasche gegriffen: Insgesamt mehr als 2 Milliarden Euro zahlte der Softwarekonzern für LeanIX von André Christ (44) und Signavio von Gero Decker (44). Die beiden Zukäufe galten als Vorbild für den neuen SAP-Kurs Richtung Cloudtransformation. Und da mit den Deals auch die beiden Gründer bei SAP anheuerten, hoffte man in Walldorf auf „Start-up-Vibes“. Doch jetzt verliert Klein seine beiden Stars im Management, wie mein Kollege Caspar Schlenk exklusiv herausgefunden hat .
Exklusiv: SPD-Kanzlermacher berät Ex-Google-Boss
Superkraft Netzwerken: Ex-Kanzleramtschef Wolfgang Schmidt
Foto: Kay Nietfeld / dpaWolfgang Schmidt (55), Ex-Kanzleramtsminister von Olaf Scholz (68), zog einst die Strippen in der Berliner Politik. Nun lobbyiert der SPD-Mann mit einer neu gegründeten Beratungsfirma für die Drohnenfirma des früheren Google-CEO Eric Schmidt (71). Der Gig für den 60-fachen US-Milliardär sorgt für Befremden in der deutschen Defense-Szene. Und für eine Portion Neid, wie meine Kollegen Isabell Hülsen und Caspar Schlenk recherchiert haben .
Köpfe: Philipp Schröder ++ Aidan Gomez ++ Julia Kempe ++ Sebastian Kurz ++ Noam Shazeer
Börsenpläne: Sonnenfürst Philipp Schröder trommelt mit spezieller Strategie für einen IPO
Foto: Christoph NeumannPhilipp Schröder (42), Gründer und CEO von 1Komma5°, plant einen Frontalangriff auf Wettbewerber Enpal. Er mobilisiert gerade eine Milliarde Euro, um den Erzrivalen erstmals direkt in dessen Kerngeschäft anzugehen (Stichwort „Anti-Enpal-Produkt“). Ziele sind ein Wachstumsschub und eine gute Story. Denn Schröder ist schon auf Roadshow für den Börsengang.
Aidan Gomez (28), CEO der KI-Firma Cohere, hat zuletzt spektakuläre Deals in Deutschland gemacht: die Fusion mit Aleph Alpha, die Übernahme von Reliant AI – und alles mit viel Geld von der Schwarz Gruppe. Im Interview mit meiner Kollegin Mirjam Hecking kündigt er weitere Deals an.
Julia Kempe (52), deutsche Mathematikerin, KI-Forscherin und bislang bei Meta Fair, heuert als Forschungschefin beim französischen Super-KI-Start-up AMI Labs an. Ihr neuer alter Chef Yann LeCun (65), aka Godfather of AI, stänkert derweil gegen xAI von Elon Musk (54): Der KI-Arm von SpaceX sei ein „failure“ und werde niemals mit OpenAI oder Anthropic mithalten können.
Sebastian Kurz (39), Ex-Bundeskanzler aus Österreich, erhält frisches Kapital für die von ihm mitgegründete Cybersecurity-Firma Dream. Sie ist jetzt 3 Milliarden Dollar wert.
Noam Shazeer (49), KI-Starforscher, wechselt von Googles Gemini zu OpenAI. Ein echter Transfercoup für Sam Altman (41).
Round-up: Accenture ++ Arx Robotic ++ Sono Motors ++ Isar Aerospace
Chefin von 800.000 Leuten: Accenture-CEO Julie Sweet
Foto: Jaimi Joy / Bloomberg / Getty ImagesAlarm beim Beratungsriesen Accenture. Selbst die Ankündigung von CEO Julie Sweet (59), drei Cybersecurity-Firmen für rund 4 Milliarden Dollar zu übernehmen, konnte nicht helfen. Der Ausblick auf das KI- und IT-Geschäft war für Investoren so ernüchternd, dass die Aktie am Donnerstag zeitweise um mehr als ein Fünftel auf den tiefsten Stand seit 2017 fiel.
Gelingt Arx Robotics der erste Mega-Exit eines deutschen Defense-Start-ups? Meine Kollegen Jonas Rest und Caspar Schlenk haben jedenfalls recherchiert, dass die Münchner Drohnenfirma bereits mit mehreren Kaufinteressierten gesprochen hat. Mitgründer Marc Wietfeld (36) soll wohl auf einen Preis von bis zu einer Milliarde Euro hoffen. Und als möglicher Käufer wird immer wieder der umstrittene Waffenkonzern des reichsten Mannes aus Tschechien genannt.
Die Münchner Solarautofirma Sono Motors – einst gestartet von drei ehemaligen Waldorf-Schülern und anfangs finanziert von einer umweltbewegten Community – war mal ein Versprechen auf eine bessere Welt. Inzwischen ist das Börsenunternehmen von den Ursprüngen so weit entfernt wie nur möglich. Der CEO führt nebenbei eine der wichtigsten Firmen der Trump-Familie (Trump Media) – und will aus Sono eine Bitcoinbude machen. Meine Kollegin Hannah Schwär hat die ganze irre Story recherchiert.
Der geplante Raketenstart von Isar Aerospace wurde schon wieder verschoben: Diesmal gab es Probleme mit den Flüssigkeitssystemen der Rakete. Wann der nächste Versuch stattfinden kann, bleibt unklar.
Error 404 – das hat noch gefehlt: KI-Chatbots als Megaflop
Geld kommt und geht, aber viel davon bleibt: Investor und Fondsgründer Orlando Bravo im Firmenbüro in Florida
Foto: Scott McIntyre / Bloomberg / Getty ImagesDass der auf den Techsektor spezialisierte Finanzinvestor Thoma Bravo das US-Softwareunternehmen Medallia (Verkaufsschlager sollten KI-Chatbots werden) an ein Blackstone-Konsortium weiterreicht, zu dem auch KKR und Apollo gehören, ist vielleicht gar nicht soooo spannend. Dass die Investmentfirma die investierten 5 Milliarden Dollar komplett verliert, dagegen schon. Es ist (nach dem TXU-Kollaps vor mehr als einem Jahrzehnt) der zweitgrößte Flop der Private-Equity-Geschichte. Ever. Aber wie sagte Fonds-Gründer und Multimilliardär Orlando Bravo (55) schon vor wenigen Wochen, als sich das Desaster längst abzeichnete: „You always learn from mistakes.“ Nach dieser Logik müsste er besonders viel gelernt haben. Wir hoffen, dass wir niemals so viel Lehrgeld zahlen müssen.
Nun wünschen wir euch einen schönen und lehrreichen Freitag, denn das war es schon wieder mit dem aktuellen „Tech Update“. Leitet den Newsletter gern an andere Interessierte weiter. Abonnieren könnt ihr uns hier, damit ihr auch in Zukunft keine Ausgabe verpasst.
Und wie immer: Fragen, Anmerkungen oder Kritik gern an tech-update@manager-magazin.de .
Viele Grüße
Eure Sarah Heuberger
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