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Finance Briefing: Finanzguru in Verkaufsgesprächen

Дата публикации: 26-08-2026 05:20:00

Alarmstimmung bei PayPal, ein Fintech-Star aus „Die Höhle der Löwen“ schaut sich nach Käufern um, und der Kontist-Gründer kauft mit seinem neuen Start-up zu: das und vieles mehr in unserem wöchentlichen Newsletter „Finance Briefing“.

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Liebe Leserin, lieber Leser,

Benjamin und Alexander Michel (37) wissen, wie man eine gute Party ausrichtet. Als ich die Finanzguru-Gründer das letzte Mal kurz vor Weihnachten im Frankfurter Bankenviertel zum Interview traf, waren sie gerade auf dem Sprung zur eigenen Firmenfeier, inklusive Verkleidung. Ihr Motto damals: The Great Gatsby. Möglicherweise knallen bei ihrem Fintech und seinen Geldgebern bald wieder die Sektkorken. Womit ich auch schon bei unseren Topthemen der Woche bin:

  • Exklusiv: Finanzguru sondiert (Teil-)Verkauf

  • Deepdive: Die Rettungsmission für PayPal

  • Deal: Kontist-Gründer kauft mit seinem neuen Start-up zu

  • Analyse: KI vs. Fondsmanager – wer kann’s besser?

Exklusiv: Wie die Exit-Vorbereitungen bei Finanzguru laufen
In Verkaufsgesprächen: Die Finanzguru-Gründer Benjamin (l.) und Alexander Michel

In Verkaufsgesprächen: Die Finanzguru-Gründer Benjamin (l.) und Alexander Michel

Foto: Finanzguru

Nach unseren Recherchen hat das Frankfurter Fintech Finanzguru die Investmentbank Houlihan Lokey mit Verkaufsgesprächen mandatiert. Der Prozess sei bis zum Jahresende angelegt, heißt es aus dem Umfeld der Gründer Benjamin und Alexander Michel (37). Denkbar sei sowohl ein Komplettverkauf als auch der Ausstieg einzelner Gesellschafter. Deutschlandweit bekannt wurde das Fintech einst durch ein Investment von Carsten Maschmeyer (67) in der TV-Gründershow „Die Höhle der Löwen“. Nun könnte sich die Möglichkeit zu einem lukrativen Exit ergeben. Als verkaufswillig sollen unseren Recherchen zufolge auch zwei große Namen gelten: die Frühinvestoren Deutsche Bank und PayPal. Weshalb es zu den Verkaufsgesprächen kam, welcher Kaufpreis im Gespräch ist und wie die Geschäfte der Haushaltsbuch-App aktuell laufen, lest ihr hier. 

Deepdive: Wie PayPal gegen den Abstieg kämpft
Altbacken: PayPal ist vielen Händlern mittlerweile zu alt und zu teuer – vor allem im Vergleich zu Rivalen wie Apple Pay

Altbacken: PayPal ist vielen Händlern mittlerweile zu alt und zu teuer – vor allem im Vergleich zu Rivalen wie Apple Pay

Foto:

allezhopp Studio / manager magazin

Man sagt dem neuen PayPal-Chef Enrique Lores (60) nach, dass er kaum bis gar keine Ahnung von der Payment-Branche hat. Dafür bringt der Spanier eine andere Kernkompetenz für den Umbau des Zahlungsriesen mit: Lores kennt sich ausweislich seines letzten CEO-Jobs beim Drucker-Dinosaurier HP hervorragend mit der Rettung abgehängter Techkonzerne aus. PayPal – einst Synonym für digitales Bezahlen und mit 439 Millionen Nutzerinnen und Nutzern immer noch einer der größten Payment-Player weltweit – steckt nämlich tief in der Krise: Die Aktie hat seit dem Coronahöhenflug gut 80 Prozent verloren, die Geschäftszahlen enttäuschen, Rivalen wie Apple und Klarna greifen nach der Kundschaft. Besonders im „goldenen Markt“ Deutschland zeigten sich „besorgniserregende Anzeichen von Marktanteilsverlust“, sagte mir Mizuho-Börsenanalyst Dan Dolev. Obendrein hat jetzt auch noch Stripe eine Übernahmeschlacht angezettelt. Sind die Tage des Zahlungsriesen also gezählt? Ich habe mit Analysten, Branchenkennern und ehemaligen Mitarbeitern gesprochen – und eins kann ich vorwegnehmen: In der Schaltzentrale des Zahlungskolosses herrscht Alarmstimmung. 

Köpfe: Christopher Plantener ++ Andrea Orcel ++ Muhamad Chahrour ++ Erik Podzuweit ++ David Lamers ++ Leopold Aschenbrenner ++
Markenzeichen Schiebermütze: Seriengründer Christopher Plantener baut seine KI-gestützte Steuerkanzlei mit einem Zukauf aus

Markenzeichen Schiebermütze: Seriengründer Christopher Plantener baut seine KI-gestützte Steuerkanzlei mit einem Zukauf aus

Foto: Monique Wüstenhagen / bsteuern
  • Christopher Plantener (50), bekannt geworden als Gründer der digitalen Geschäftsbank Kontist, werkelt seit geraumer Zeit an seinem nächsten Streich: B’steuern, eine KI-gestützte Steuerkanzlei, die sich an kleinere Firmen richtet. Nun holt Plantener für die schnellere Entwicklung das KI-Start-up Glindway mit an Bord, wie wir vorab erfahren haben. Ein Clou: Steuerdaten sollen künftig direkt per KI-Assistent abfragbar sein. Auf dem Feld ist er jedoch nicht der einzige. Auch Stocard-Gründer Björn Goß (38) hat sich auf das Thema Steuerberatung gestürzt.

  • Andrea Orcel (63), CEO der UniCredit, hat im Kampf um die Commerzbank letztlich triumphiert: ein historischer Coup. Meine Kollegin Katharina Slodczyk zeichnet exklusiv und so detailreich das Drehbuch der Übernahme nach, dass man beim Lesen zeitweise das Gefühl hat, selbst mit am Tisch in der Mailänder Zentrale zu sitzen. Und sie analysiert, warum die Verteidigungsstrategie von Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp (56) nicht verfing. Große Leseempfehlung! 

  • Muhamad Chahrour (40), Chef von Finanzen.net, stattet das Finanzportal mit neuen KI-Features aus. Nutzer können damit etwa Geschäftszahlen oder Earning Calls auswerten.

  • Erik Podzuweit (45) schaltet derweil für seinen Broker Scalable Capital eine Integration mit KI-Assistenten wie Claude und ChatGPT frei. Möglicher Prompt: „Wie werde ich ganz schnell reich?“

  • David Lamers (50), Chefjurist von Solaris, verlässt die Neobank nach mehr als einer Dekade. Als Nächstes möchte er die „Batterien wieder aufladen“, wie er auf der Karriereplattform LinkedIn schreibt. Er dürfte einer der letzten Topmanager sein, die die Berg-und-Tal-Fahrt des einstigen Milliarden-Fintechs miterlebt haben, das sich mit dem neuen Eigentümer SBI zurzeit neu ausrichtet.

  • Leopold Aschenbrenner (25), frisch vermählter KI-Guru, hat nach dem Beinahe-Crash seines Hedgefonds Situational Awareness die US-Börsenaufsicht SEC an den Hacken. Die Behörde hat laut der Nachrichtenagentur Reuters wohl mehrere Großbanken vorgeladen und will jetzt ermitteln, wie es zu dem überstürzten Abverkauf seines Portfolios kam.

Zahl der Woche: 60

Borno Janekovic (56), früher DWS und heute CEO des polnischen Fonds Olephamos, hat bereits mehr als 1500 KI-Agenten auf den Kapitalmarkt losgelassen und lässt zwei Fonds für Profianleger komplett von KI managen. Eine gemäßigte Version für Privatanleger sei bereits in der Mache, hat er uns erzählt. Die Treffsicherheit seiner Agenten liege im Schnitt bei 60 Prozent. „Das ist schon extrem stark“, so der Gründer. „Fondsmanager gelten bereits mit 52 Prozent als Held.“ Was uns zu einer großen Frage bringt: Können Algorithmen die Portfoliomanager ersetzen? In einer exklusiven Umfrage unter 14 großen Vermögensverwaltern von DWS über Allianz Global Investors und DekaBank bis zu Etoro, Liqid und Scalable Capital haben wir genau das herausfinden wollen. Ergebnis: Eigentlich alle setzen KI in der Vermögensverwaltung ein – aber im Detail mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Hier geht es zu unserer Analyse. 

Margin Call: Kein Anruf unter dieser Nummer
Alarmsystem gegen Scams: Trade Republic schneidet sich beim Rivalen Revolut eine Scheibe ab

Alarmsystem gegen Scams: Trade Republic schneidet sich beim Rivalen Revolut eine Scheibe ab

Foto: Revolut

„Guten Tag, der Revolut-Kundensupport am Apparat. Ihr Konto wurde kompromittiert. Können Sie mir kurz Ihre Daten durchgeben?“ So oder so ähnlich versuchen Betrüger derzeit, sich Zugang zum Ersparten gutgläubiger Bankkunden zu ergaunern. Laut der Neobank gehören Telefon-Scams zu den am schnellsten wachsenden Betrugsmaschen im Finanzbereich. Wohl auch, weil KI den Kriminellen neue Möglichkeiten eröffnet. Revolut hat vergangenen Dezember ein cleveres Warnsystem für genau solche Maschen erfunden. Die App erkennt seitdem, wenn Nutzer beim Onlinebanking telefonieren. Und sie weiß auch, ob der hauseigene Kundenservice am anderen Ende ist. Bei fremden Nummern erscheint ein rotes Banner in der App: „Revolut is not calling you.“ Inzwischen ist der deutsche Aktienbroker Trade Republic mit einem fast identischen Feature nachgezogen. „Not calling you“, heißt es seit diesem Sommer auch bei den Berlinern . Also kein Anruf unter dieser Nummer. Hat Trade Republic hier etwa einfach abgekupfert? Ein klassischer Fall von Copycat? Na ja, Wettbewerb belebt das Geschäft. Und es ist ja für einen noblen Zweck.

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