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Serie Wappen der Stadt Nettetal: Einst der größte Ortsteil der heutigen Stadt

Дата публикации: 26-08-2026 13:53:31




Bis 1870 war Breyell wirtschaftlich bedeutender als Lobberich und Kaldenkirchen. Der Ort profitierte von seiner Lage an alten Handelswegen. Doch die industrielle Revolution wurde verschlafen.



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Serie Wappen der Stadt Nettetal Einst der größte Ortsteil der heutigen Stadt

26.08.2026 · 15:53 Uhr

Das Wappen von Breyell zeigt den Pfarrpatron St. Lambertus.

Foto: Stadt Nettetal

Serie | Nettetal-Breyell · Bis 1870 war Breyell wirtschaftlich bedeutender als Lobberich und Kaldenkirchen. Der Ort profitierte von seiner Lage an alten Handelswegen. Doch die industrielle Revolution wurde verschlafen.

Das am 19. September 1929 vom preußischen Staatsministerium an das Amt Breyell verliehene Wappen wurde dem Breyeller Schöffensiegel aus dem 16. Jahrhundert nachgebildet und stellt den Pfarrpatron St. Lambertus dar. „Im ovalen goldenen (gelben) Schild steht der heilige Lambertus im silbernem (weißem) Ornat, rotem Mantel und roter Mitra darauf ein silbernes (weißes) Kreuz. In der rechten Hand hält er eine rote Kirche mit blauen Dächern und in der Linken einen goldenen (gelben) Krummstab.“

Der Name Breyell geht zurück auf das keltische Wort Britogilum (leuchtendes Gewässer). Ab dem 4. Jahrhundert wurde der Name zu Breidelo (großer Wald), später dann zu Breidele, Breiel und Breyell verändert. Breyell wurde erstmals am 30. September 1118 urkundlich erwähnt und gehörte früher zum Herzogtum Jülich. 1596 bekam der Ort vom Herzog von Jülich das Recht verliehen, zweimal jährlich einen Markt abzuhalten. Die Menschen lebten neben der Landwirtschaft vom Warenhandel und Warentransport.

Aufgrund der günstigen Lage an einer Kreuzung von jahrhundertealten Handelswegen (Köln–Den Bosch, Aachen–Nijmegen) und nicht weit entfernt von alten Lagerplätzen an der Maas (Häfen Tegelen/Steyl und Venlo) war Breyell schon im Mittelalter ein bedeutsamer Handelsplatz. Viele Bewohner waren nicht nur Bauern, sondern zogen auch mit Handwagen oder Kiepe als Wanderkrämer durch die Orte und verkauften ihre Waren direkt an den Kunden. Für den Handel entwickelte man das Krämerlatein, eine Geheimsprache der Breyeller Händler, die sich so einen Vorsprung herausholen konnten. An die große Bedeutung des Hausierhandels erinnert seit 1984 die Bronze-Plastik eines Kiepenträgers in der Breyeller Fußgängerzone, geschaffen von Hubert Löneke.

Bis etwa 1870 war Breyell der größte und wirtschaftlich bedeutendste Ort des heutigen Nettetals mit großem Handel und zahlreichen Produktionsstätten. Mit 3850 Einwohnern hatte man 1810 rund 60 Prozent mehr Einwohner als Lobberich und fast 100 Prozent mehr als Kaldenkirchen. Doch man „verschlief“ den Wandel. Ende des 19. Jahrhunderts reagierte man zu spät auf die neuen Herausforderungen der industriellen Revolution, nach und nach verlor man den Anschluss. Auch die neue Eisenbahnstrecke von Mönchengladbach nach Venlo mit Haltepunkt in Breyell brachte keine Verbesserung.

Die Einwohnerzahl Breyells stieg Mitte des 19. Jahrhunderts langsamer als in den großen Nachbargemeinden. So erreichte man um 1940 erstmals etwa 6000 Einwohner. 1950 hatte sich durch den Zuzug von Flüchtlingen die Einwohnerzahl gegenüber 1810 verdoppelt, bei der Bildung der Stadt Nettetal hatte man 10.508 Einwohner. Doch die früher starke Industrie hatte Anfang des 20. Jahrhunderts ihren Zenit überschritten, der Kleinhandel kam fast ganz zum Erliegen.

Bei der Gründung der Stadt Nettetal war Breyell die einwohnermäßig zweitgrößte Gemeinde. Gleichzeitig gehörte Breyell zu den finanziell stabilsten Stadtteilen Nettetals. Daher blickte man mit Sorge auf die Zusammenlegung, musste man doch nun die teils hohen Schulden der Nachbargemeinden mittragen.

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