Beim bundesweiten Aktionstag Schichtwechsel tauschen Menschen mit und ohne Behinderung ihre Arbeitsplätze. In Blieskastel machten fünf Tauschpaare mit. Auch der Bürgermeister von Kirkel hat getauscht.
Blieskastel · Beim bundesweiten Aktionstag Schichtwechsel tauschen Menschen mit und ohne Behinderung ihre Arbeitsplätze. In Blieskastel machten fünf Tauschpaare mit. Auch der Bürgermeister von Kirkel hat getauscht.
25.09.2026 , 10:16 Uhr
Sie hatten ihren Arbeitsplatz getauscht: Werkstatt-Mitarbeiter Daniel Roth (links) wies den Bürgermeister von Kirkel, Dominik Hochlehnert (rechts), in die Kniffe der Digitalisierung ein. Zuvor hatte Bereichsleiter Peter Annawald (Bildmitte) dem Gast in einem Rundgang die Werkstätte gezeigt.
Foto: Erich SchwarzEs ist schon Tradition geworden, dass die Blieskasteler Werkstätten an der Aktion „Schichtwechsel“ teilnehmen. Die Werkstätten in Lautzkirchen sind eine Einrichtung des Ökumenischen Gemeinschaftswerks Pfalz.
Im Rahmen des Aktionstags Schichtwechsel tauschen erneut bundesweit Menschen mit und ohne Behinderungen ihre Arbeitsplätze. Im persönlichen Austausch lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Arbeits- und Lebensrealität des jeweils anderen kennen, gewinnen neue Perspektiven auf die Arbeitswelt und sollen so gemeinsam Vorurteile abbauen.
Mit rund 400 teilnehmenden Werkstätten und insgesamt rund 5.000 Tauschpartnerinnen und -partnern setzte der Schichtwechsel 2026 seinen Erfolgskurs fort und knüpft an die Rekordbeteiligung des vergangenen Jahres an, heißt es in einer Pressemitteilung der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen. In Blieskastel hatten sich in diesem Jahr wieder fünf Tauschpaare auf den Weg gemacht, neue Erfahrungen im Arbeitsbereich des anderen zu machen.
Der Bürgermeister der Burggemeinde Kirkel, Dominik Hochlenert, ließ sich auf einem Arbeitsplatz in der Digitalisierungsabteilung der Blieskasteler Werkstatt einweisen. Zuvor hatte ihn der Bereichsleiter Arbeit und Technik des Gemeinschaftswerks, Peter Annawald, in einem Rundgang über die Arbeit der Blieskasteler Werkstätten informiert.
Dann war der Werkstatt-Mitarbeiter Daniel Roth an der Reihe: Er wies den Verwaltungschef der Nachbargemeinde in die Arbeit am Computer und dem entsprechenden Programm ein. Er erklärte dem Bürgermeister sehr detailliert, was er zu tun habe. Hochlenert zeigte sich beeindruckt von der Leistungsfähigkeit der Werkstatt: „Ich war sehr überrascht bei dem Rundgang, welche Arbeiten hier verrichtet werden können.“
Er sei gebeten worden, in diesem Jahr an der Aktion Schichtwechsel teilzunehmen, und schon der Rundgang habe ihm gezeigt, dass sich die Teilnahme gelohnt habe. Und seit seiner Verwaltungsausbildung kenne er sich auch mit der Digitalisierung aus: „Aber das ist bei mir schon eine Zeitlang her, und solche leistungsfähigen Computer hatten wir damals auch nicht“.
Auch der Sozialbeigeordnete der Stadt Blieskastel, Guido Freidinger, nahm an der Tauschaktion teil. Er wurde von einem Mitarbeiter der Blieskasteler Werkstätten den gesamten Tag über bei seinen Tätigkeiten begleitet. Am Vormittag hatten beide einen interessanten Termin: In Alschbach wurde die Kita als Biosphären-Kita zertifiziert. „Ziel des Aktionstags Schichtwechsel ist es, den Austausch zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen zu fördern und zu zeigen, welche Rolle die Teilhabe am Gesellschafts- und Arbeitsleben nicht nur für Menschen mit Behinderungen spielt, sondern auch für die Gesellschaft als Ganzes.
„Gerade angesichts des aktuellen politischen Klimas und des Erstarkens demokratiefeindlicher Strömungen sind Aktionen wie der Schichtwechsel wichtiger denn je, um Teilhabe als Menschenrecht und Grundpfeiler unseres sozialstaatlichen Systems nicht aus den Augen zu verlieren“, so Andrea Stratmann, Vorstandsvorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen.
Das Ökumenische Gemeinschaftswerk Pfalz „unterstützt, begleitet, fördert und beschäftigt Menschen mit Beeinträchtigungen und Langzeitarbeitslose in der Pfalz und Saarpfalz. Christliche Werte sind der Grundstein unseres Handelns. Somit zählt für uns einzig und allein der Mensch in seiner Einzigartigkeit und mit allen seinen Fähigkeiten“, heißt es im Leitbild des Gemeinschaftswerks. (loz/me)