In der Waldhauptstadt Blieskastel dreht sich ein Schultag um den Wald. Die Kinder hören ein Wald-Märchen, löchern den Förster mit Fragen und probieren selbst gemachten Hagebuttentee.
Blieskastel · In der Waldhauptstadt Blieskastel dreht sich ein Schultag um den Wald. Die Kinder hören ein Wald-Märchen, löchern den Förster mit Fragen und probieren selbst gemachten Hagebuttentee.
15.09.2026 , 16:00 Uhr
Anlässlich des Programms „Waldhauptstadt“ waren Grundschulkinder zu einer Lesung in die Gollenstein-Buchhandlung gekommen.
Foto: Erich SchwarzDie Stadt Blieskastel ist in diesem Jahr Deutschlands Waldhauptstadt. Und damit verbunden ist ein breites Rahmenprogramm. Helmut Wolf, der Umweltdezernent der Stadt, ist Initiator und Treiber der Aktionen rund um das Thema Wald. Und da er in der Fachrichtung Pädagogik promoviert hat, liegt ihm die Arbeit mit Kindern ganz besonders am Herzen. Deshalb hat er zusammen mit der Gollenstein-Buchhandlung und der Blieskasteler Kaffee-Rösterei ein Programm für Schulkinder organisiert.
Elf Schulklassen mit über 200 Grundschülerinnen und -schülern nehmen an der Aktion teil. Es sind besondere Schultage, welche die Kinder dabei erleben. Zunächst geht es in die Gollenstein-Buchhandlung, wo Geschäftsinhaberin Brigitte Gode die Kinder schon erwartet. Diesmal ist die zweite Klasse der Grundschule Kirchberg in Lautzkirchen an der Reihe. Lehrerin Raissa Mittermüller ist mit ihren Zweitklässlern von Lautzkirchen in die Stadtmitte gegangen.
In der Buchhandlung nehmen die Kinder Platz, und Brigitte Gode liest ihnen die Geschichte vom „Mildtätigen Holzhauer“ vor, dem es gelingt, den Wald vor einem Kahlschlag zu bewahren. Es ist ein schönes modernes Märchen mit all den Elementen, die dazugehören, wie goldene Ruten, schlechte und gute, erfüllt und unerfüllte Wünsche. Die Kinder hören der Buchhändlerin gebannt und interessiert zu.
Umweltdezernent Helmut Wolf (r.) und der Inhaber der Blieskasteler Kaffee-Rösterei Christoph Schaumburger erläutern den Kindern, wie man Tee aus Hagebutten selbst herstellen kann.
Foto: Erich Schwarz/Erich schwarzInsgesamt aber, so Brigitte Gode im anschließenden Gespräch mit unserer Zeitung, sei das Lesen im Zeitalter der neuen Medien eher verpönt: „Vor allem bei den Jungs ist das mit dem Lesen problematisch. Früher begann die ‚Lesefaulheit’ etwa im Alter von 15 Jahren, das beginnt nun deutlich früher“, hat die Buchhändlerin beobachtet. Bei den Mädchen stünden derzeit Romantik- Fantasy-Bücher hoch im Kurs.
Aber die Zweitklässler sind ein motiviertes Publikum. Anschließend gibt es auch noch eine Fragerunde mit dem Förster, der alle Fragen zum Thema Wald und Bäume geduldig beantwortet. Und nach dieser Fragerunde ist auch noch Zeit, sich in der Buchhandlung umzusehen und spannende Bücher zu entdecken. Die Lehrerin kauft dann auch noch ein Buch für die Klasse.
Und nach dieser Lesung und den Waldinformationen aus erster Försterhand geht es dann eine Station weiter. Denn ganz nahe bei der Buchhandlung ist der Laden „Tee- und Kaffeekultur“, der Blieskasteler Kaffeerösterei von Christoph Schaumburger.
Dorthin hat Wolf die Kinder eingeladen, um Hagebutten-Tee zu kosten. Der Forstmann und der Kaffeeröster erläutern den Kindern, dass es sich bei dem Tee nicht um einen herkömmlichen Beuteltee handelt, sondern Schaumburger hat den Tee aus echten Hagebutten hergestellt.
Und neben dem Hagebutten-Tee gibt es auch noch einen vom Kaffeeröster selbst hergestellten Waldtee zu kosten. Nach der Teeverkostung können die Kinder auch noch einen Hagebutten-Brotaufstrich probieren. Die Schülerinnen und Schüler der zweiten Klasse sind sich einig, dass dies ein ganz besonderer Schultag war: „Mir hat es sehr gut gefallen“, war auf Nachfrage die Aussage der meisten Kinder der Lautzkircher Schule. (jen/skm)