In Frankreich will ein neuer Anbieter für Hochgeschwindigkeitszüge an den Start gehen und den staatlichen Bahnen Konkurrenz machen. Das Projekt kostet eine Milliarde Euro.
In Frankreich will ein neuer Anbieter für Hochgeschwindigkeitszüge an den Start gehen und den staatlichen Bahnen Konkurrenz machen. Das Projekt kostet eine Milliarde Euro.
Der Markteintritt des privaten französischen Hochgeschwindigkeitsanbieters Velvet (früher: Proxima) nimmt konkrete Formen an. Ab 2028 sollen zunächst Direktzüge von Paris nach Bordeaux fahren. 2029 folgen die Ziele Angers, Nantes und Rennes. Geplant sind Fahrzeiten von rund zwei Stunden.
Mit der im September erteilten Lizenz darf Velvet nun bei SNCF Réseau Trassen beantragen. Gemeint sind feste Fahrrechte auf dem Netz zu bestimmten Zeiten. Nach Berichten der Zeitung „Le Monde“ und der Nachrichtenagentur AFP ist das die erste von zwei nötigen Zulassungen. Für den späteren Betrieb braucht das Unternehmen zusätzlich ein Sicherheitszertifikat.
Velvet verspricht mit den neuen Zügen zehn Millionen zusätzliche Plätze für Bahnreisende. Hinter dem Projekt stehen Rachel Picard und Tim Jackson, die beide aus dem Bahnsektor kommen. Finanziert wird das Vorhaben vom Infrastruktur-Fonds Antin Infrastructure Partners. Das Gesamtbudget liegt bei einer Milliarde Euro. Davon fließen 850 Millionen Euro in die Flotte.
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Für den Betrieb hat Velvet zwölf doppelstöckige Avelia-Horizon-Züge bei dem Hersteller Alstom geordert. Die Fahrzeuge werden in Frankreich gebaut und erreichen bis zu 350 Kilometer pro Stunde.
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SNCF Réseau ist das staatliche Unternehmen, das in Frankreich für die Eisenbahninfrastruktur zuständig ist. Dort kann Velvet nun auf Basis der Lizenz die konkreten Fahrmöglichkeiten anfragen und reservieren.
Die SNCF dominiert nach Angaben von „Le Monde“ und AFP weiterhin den größten Teil des TGV-Netzes. Zugleich sind inzwischen auch Anbieter aus anderen Ländern in Frankreich unterwegs. Dazu zählen Trenitalia aus Italien und Renfe aus Spanien. Auch Virgin aus Großbritannien wird als möglicher weiterer Anbieter genannt.
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Auch in Deutschland wächst das Zugangebot. Der italienische Hochgeschwindigkeitszug Frecciarossa 1000 soll künftig in Deutschland unterwegs sein. Geplant ist eine Verbindung von München über Innsbruck nach Italien, wie die Deutsche Bahn mittgeteilt hat.
Der Zug erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 300 km/h. Damit soll das grenzüberschreitende Bahnangebot zwischen Deutschland, Österreich und Italien ausgebaut werden. Ursprünglich waren erste Verbindungen ab Dezember 2026 vorgesehen. Nach aktuellem Stand laufen jedoch Tests, der Start soll nun im Sommer 2027 erfolgen.
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