2012 zerstörte Hurrikan Sandy Teile des wichtigen East-River-Tunnel in New York. Jetzt sind die Reparaturen einer Röhre fertig. Der Tunnel soll nach und nach wieder eröffnen.
2012 zerstörte Hurrikan Sandy Teile des wichtigen East-River-Tunnel in New York. Jetzt sind die Reparaturen einer Röhre fertig. Der Tunnel soll nach und nach wieder eröffnen.
Am Montag (17. August) hat das US-Bahnunternehmen Amtrak eine der Strecken im New Yorker East-River-Tunnel wieder in Betrieb genommen. Nach schweren Schäden, ausgelöst von Hurrikan Sandy im Jahr 2012, mussten Teile der Strecke umfassend saniert werden. Wie das US-Nachrichtenportal „CBS News“ berichtet, geht es dabei speziell um Röhre 2, die wieder für den Verkehr freigegeben ist. Allerdings ist die Reparatur nur ein Teil eines viel größeren Projekts.
Übersicht über einige New Yorker Infrastrukturprojekte:
Um den Tunnel zu erneuern, mussten die zuständigen Baufirmen die bestehende Infrastruktur fast komplett zurückbauen. Nach Angaben von Amtrak-Interimspräsident William Herrmann fielen dabei Betonmassen an, die ein Football-Feld 3,6 Meter hoch füllen könnten. Kostenpunkt: 1,6 Milliarden US-Dollar. Die Bauarbeiten hatten erst 2025 begonnen.
„Die Bahninfrastruktur, die wir übernommen haben, wurde bereits vor der Generation unserer Vorgänger errichtet. Unsere Aufgabe ist es, sie sicherer, leistungsfähiger und zuverlässiger an die nächste Generation weiterzugeben“, erklärte Herrmann. Tatsächlich existiert der Tunnel schon seit 1910. Zwei seiner vier Röhren waren von Sandy beschädigt worden.
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Täglich fahren rund 450 Züge durch den East-River-Tunnel. Er Tunnel gehört zum sogenannten Northeast-Corridor, der als meistfrequentierte Personen-Schienenverkehrsverbindung der Nordostküste gilt. Dieser Korridor verbindet Boston, New Haven, New York, Philadelphia und Washington, DC.
Die vier Röhren des East-River-Tunnel sollen nach Beendigung aller Arbeiten für einen Anschluss zwischen der Moynihan Train Hall in New York und Queens sorgen. Außerdem verknüpfen sie die New York mit dem nördlichen Abschnitt des Northeast-Corridor zwischen New York und Boston.
Noch im Herbst 2026 soll die zweite Phase des Projekts beginnen: Röhre 1 braucht dieselben Reparaturarbeiten wie Röhre 2. Sie wird denselben Arbeitsumfang haben und Amtrak will zusätzliche Maßnahmen zur Widerstandsfähigkeit des Tunnels durchführen. „Das Projekt liegt weiterhin im Kostenrahmen und ist auf Kurs, bis Ende 2027 abgeschlossen zu werden“, heißt es in einer Unternehmensmeldung von Amtrak.
Die Finanzierung erfolgt „hauptsächlich“ über einen Bundeszuschuss und wird von der Federal Railroad Administration verwaltet. Dazu kommen Beiträge von Amtrak selbst sowie von den Zuggesellschaften MTA und NJ Transit, die ebenfalls vom Northeast-Corridor profitieren.
Passagiere sind nicht nur optimistisch. Zwei wichtige Fragen sind noch offen: Wird Röhre 1 tatsächlich im geplanten Zeitrahmen fertig? Und wie wirkt sich die Schließung von Röhre 1 auf das Passagiersaufkommen der noch offenen Röhren aus?
Deutsche Zugreisende können das angesichts der aktuellen Sanierungsarbeiten der Deutschen Bahn nur allzu gut nachvollziehen. Mehrere wichtige Streckenabschnitte werden geschlossen und im Rahmen der größeren Sanierungsbestrebungen der Bahn erneuert. Dazu gehört die Strecke Nürnberg-Regensburg, deren Gleise eigentlich seit Juli wieder befahrbar sein sollten – am Ende wurde der Regelverkehr am 1. August wieder aufgenommen.
Betroffene Zugreisende müssen in solchen Fällen oft umplanen und lange Umwege in Kauf nehmen, was am Ende Zeit und Geld kostet.