Auch die dritte Ausgabe des Festivals Kriminal-Tango lockte wieder etliche Gäste nach Neunkirchen. Die Macher ziehen eine positive Bilanz.
Auch die dritte Ausgabe des Festivals Kriminal-Tango lockte wieder etliche Gäste nach Neunkirchen. Die Macher ziehen eine positive Bilanz.
27.09.2026 , 15:05 Uhr
Die am Bodensee lebende Autorin Christine Zureich hat mit ihrer Kurzgeschichte „Schlacken“ den ersten Platz beim Neunkircher Krimi-Literaturpreis belegt. Foto: Marc Prams
Foto: Marc PramsNatürlich geht sie nicht ohne Krimi ins Bett, die Mimi. Und dass der Haifisch Zähne hat, die er in seinem Gesicht trägt, ist ebenfalls hinlänglich bekannt, schließlich werden beide Titel – die von ihrer Relevanz her sicher gänzlich unterschiedlich zu bewerten sind – seit Jahrzehnten auf Bühnen vorgetragen. So auch am Samstagabend in der Stummschen Reithallein Neunkirchen, wo Musicaldarsteller André Haedicke und Pianist Daniel Prandl diesen Part übernahmen und das Finale des Kriminal-Tango-Festivals somit musikalisch passend abrundeten. Zwar traf „Let me entertain you“ von Robbie Williams samt Mitmach-Animationen nicht ganz den Nerv des Publikums, aber selbst bei einem Krimi-Festival ist nun mal nicht jeder Schuss ein Treffer.
Der Kriminal-Tango hingegen hat sich mit seiner dritten Ausgabe nun endgültig als Volltreffer erwiesen und das bestätigt, was bereits die beiden Vorjahre gezeigt haben: Krimifans lieben das Festival. Von „vielen Wiederholungstätern“ sprach Festival-Chefin Edda Petri in dem Zusammenhang. Sie blickte zurück auf „zwei unglaubliche Wochen“, in denen wieder viele Menschen in die Innenstadt gekommen seien, die mit positivem Feedback nicht gespart hätten, und das Engagement der teilnehmenden Einzelhändler, die ihre Läden mit viel Gespür zu „Tatorten“ umgestaltet haben, wertgeschätzt hätten. Die Neunkircher Bürgermeisterin Lisa Hensler (SPD) brachte ihre Begeisterung für die zurückliegenden 14 Tage ebenfalls zum Ausdruck und untermauerte den Erfolg des Festivals mit ein paar Zahlen: Insgesamt kamen rund 2700 Besucherinnen und Besucher zu den 29 Veranstaltungen, von denen 20 ausgebucht waren. „Alle Künstler, die angefragt wurden, haben sich gefreut. Und auch medial wurde das Festival viel beachtet“, so Hensler, die von einem Publikum sprach, das so bunt und divers gewesen sei wie das Programm selbst. Gerade zu den Veranstaltungen mit den „großen Namen“ wie Katharina Thalbach, Dietmar Bär oder Miroslav Nemec hätten die Gäste zum Teil sehr weite Anfahrten in Kauf genommen. Stadt und Einzelhandel hätten auch in diesem Jahr vom Kriminal-Tango profitiert.
Schon traditionell wird am letzten Tag des Festivals der Neunkircher Krimi-Literaturpreis für Kurzgeschichten vergeben, der mit insgesamt 2250 Euro dotiert ist. 198 Autorinnen und Autoren aus ganz Deutschland haben in diesem Jahr ihre Geschichten eingereicht, was bei acht Seiten pro Geschichte die stolze Zahl von 1584 Seiten ergibt, die jedes Jurymitglied – Anke Birk (Bücher König), Uli Wagner (SR), Gabriele Essler (Stadtbibliothek) und Susanne Commercon-Mohr (Ministerium) – lesen musste, oder besser: lesen durfte. Die einzige Vorgabe: Die Krimi-Kurzgeschichten sollten sich von Annette von Droste-Hülshoffs Zitat aus „Die Judenbuche“ inspirieren lassen: „Wo am hellen Tage die Missetat geschieht, da wird die Nacht zum Richter.“
Einhellig beeindruckt gewesen sei die Jury von Christine Zureichs Geschichte „Schlacken“ gewesen, hieß es in der Laudatio. Sie landete somit auf dem ersten Platz und durfte sich über 1000 Euro Preisgeld freuen. Wie auch die anderen beiden Preisträger war Zureich am Samstag in der Reithalle, um ihre Geschichte vorzulesen. Platz zwei, mit 750 Euro dotiert, belegte Andreas Kaschwig mit seiner Geschichte „Wieder zwei Fremde“, auf dem mit 500 Euro dotierten dritten Platz landete Bastian Brexner mit „Der Mittagsmann“.
Mit Blick auf eine mögliche vierte Ausgabe des Festivals meinte Lisa Hensler: „So kann und soll es weitergehen.“ (sara)